DNS-Filter, Milliarden

uBlockDNS: Neuer DNS-Filter blockiert 4,3 Milliarden Anfragen

21.06.2026 - 14:16:04 | boerse-global.de

Der kostenlose DNS-Dienst uBlockDNS blockiert Tracker und Malware direkt auf Netzwerkebene und verarbeitete bereits Milliarden Anfragen.

uBlockDNS: Neuer Filterdienst blockiert Werbung auf Netzwerkebene
DNS-Filter - A glowing digital shield icon symbolizing DNS protection, overlaid on a network diagram with abstract data streams. 21.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Seit dem 21. Juni 2026 steht mit uBlockDNS ein unabhängiger DNS-Filterdienst zur Verfügung, der Werbung und Schadsoftware direkt auf Netzwerkebene blockiert. Das kostenlose Tool hat keinerlei Verbindung zur bekannten Browser-Erweiterung uBlock Origin, funktioniert aber nach einem ähnlichen Prinzip – nur deutlich umfassender.

Der Dienst fängt Tracker, Werbung und schadhafte Domains ab, bevor sie überhaupt das Gerät des Nutzers erreichen. Technisch basiert uBlockDNS auf offenen Filterlisten wie HaGeZi und OISD. Eine Registrierung ist nicht nötig, und das Tool läuft auf Smartphones, Smart-TVs und Routern gleichermaßen.

Die Zahlen sprechen für sich: Innerhalb von 90 Tagen hat der Dienst bereits über 4,3 Milliarden Anfragen verarbeitet – verteilt auf rund 642.000 Nutzerkonten.

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Geschwindigkeit: Verschlüsseltes DNS holt auf

Aktuelle Tests vom Juni 2026 zeigen: Die Lücke zwischen verschlüsselten und unverschlüsselten DNS-Verbindungen schließt sich rasant. Auf öffentlichen WLAN-Netzen erreichte DNS-over-HTTPS (DoH) nahezu die Geschwindigkeit herkömmlicher Provider-DNS.

Konkret: Der Standard-DNS eines Providers lag bei rund 20,8 Millisekunden, Quad9s DoH-Dienst folgte mit 21,5 ms. Unverschlüsselte UDP-Anfragen waren dagegen mit 46,3 ms deutlich langsamer. Der Grund: DoH nutzt bestehende TLS-Verbindungen wieder. Der erste Aufbau dauert etwas länger, danach profitieren alle weiteren Anfragen vom bereits gesicherten Kanal.

Die Mediane-Latenz von ISP-Resolver liegt bei etwa 38 ms. Spezialisierte DoH-Anbieter kommen beim Kaltstart auf 167 bis 280 ms. Forscher sind sich jedoch einig: Der Datenschutzgewinn überwiegt den minimalen Geschwindigkeitsnachteil für die meisten Nutzer bei weitem.

KI-gestützte Bedrohungsanalyse

Auch künstliche Intelligenz verändert die DNS-Sicherheit grundlegend. Das CRDF Threat Center hat am 21. Juni 2026 seine prädiktive Intelligenz-Datenbank vorgestellt. Sie enthält über 26 Millionen schädliche URLs und 339.000 KI-bewertete Gefahrenindikatoren (IOCs).

Die KI bewertet potenzielle Bedrohungen, bevor sie überhaupt auf öffentlichen Blocklisten auftauchen. Über private Schnittstellen und APIs fließt dieses Wissen direkt in Security Operations Center (SOC) und DNS-Workflows ein. Netzwerkadministratoren können so neue Schad-Domains in Echtzeit blockieren.

Technische Hürden bei DNS-Firewalls

Der Umstieg auf moderne DNS-Filterung bleibt nicht ohne Hindernisse. Am 20. Juni 2026 meldeten Nutzer der IPFire-Firewall-Community Probleme mit dem Core Update 203. Das Update ersetzte den unbound-Resolver durch knot-resolver – mit der Folge, dass die DNS-Firewall bestimmte Inhaltskategorien wie Pornografie nicht mehr blockieren konnte.

Einige Administratoren berichteten, dass die Blockierfunktion in früheren Snapshots noch funktionierte. Die neue Version erforderte spezifische Konfigurationsänderungen bei Proxys und Zoneneinschränkungen, um die Filterung wiederherzustellen.

Wachsende Nachfrage nach verschlüsselten Netzwerktools

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Der Trend zu DNS-Sicherheit ist Teil einer größeren Entwicklung. Im Frühjahr 2026 stieg die Nutzung von Verschlüsselungstools und VPNs weltweit sprunghaft an.

In Indien etwa schnellten die täglichen VPN-Downloads nach temporären Störungen von Messaging-Diensten um fast 50 Prozent nach oben – auf 208.000 pro Tag. Proton VPN verzeichnete auf bestimmten Mobilplattformen ein Plus von 113 Prozent. Der verschlüsselte Messenger Signal legte bei den Downloads über Google Play sogar um 322 Prozent zu.

Die Botschaft ist klar: Immer mehr Nutzer setzen auf Netzwerksicherheit auf Ebene der Infrastruktur – als erste Verteidigungslinie gegen Werbung, Tracking und externe Eingriffe.

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