Uber-Strafe: 825 Millionen Euro für automatisierte Fahrerdeaktivierungen
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 04:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die niederländische Datenschutzbehörde (Autoriteit Persoonsgegevens, AP) hat gegen den Mobilitätsdienstleister Uber eine Geldbuße in Höhe von 824.990.000 Euro verhängt. Die Entscheidung wurde am 17. August 2026 getroffen und am 22. August 2026 öffentlich bekannt gegeben.
Hintergrund der Sanktion sind automatisierte Deaktivierungen von Fahrerkonten in den Jahren 2018 bis 2022, bei denen laut der Behörde eine erforderliche menschliche Überprüfung fehlte. Damit habe das Unternehmen gegen Artikel 22 der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoßen.
Verstöße gegen die Datenschutz-Grundverordnung
Die Untersuchung der niederländischen Aufsichtsbehörde wurde durch eine Beschwerde von 171 französischen Fahrern initiiert. Im Zentrum der Vorwürfe steht die Praxis des Unternehmens, Konten von Fahrern ohne direktes Eingreifen von Mitarbeitern zu sperren. Ein dokumentierter Fall aus dem Jahr 2021 zeigt, dass 126 Fahrer aufgrund von niedrigen Bewertungen deaktiviert wurden.
Die DSGVO sieht vor, dass Entscheidungen, die für Einzelpersonen rechtliche Folgen haben oder sie erheblich beeinträchtigen, nicht ausschließlich auf einer automatisierten Verarbeitung beruhen dürfen. Die AP stellte fest, dass Uber in dem untersuchten Zeitraum keine ausreichenden Mechanismen für eine menschliche Kontrolle implementiert hatte, was die wirtschaftliche Grundlage der betroffenen Fahrer unmittelbar gefährdete.
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Finanzielle Dimension und Vergleichswerte
Das Bußgeld stellt eine der höchsten jemals in der Europäischen Union verhängten Strafen im Bereich des Datenschutzes dar. Die Summe von 824.990.000 Euro wird in internationalen Berichten unterschiedlich bewertet und entspricht umgerechnet etwa 964 Millionen US-Dollar oder 966 Millionen US-Dollar sowie rund 9.226 Crore indischen Rupien.
Die Strafe macht etwa 1,85 % des globalen Jahresumsatzes von Uber aus dem Jahr 2025 aus, der bei rund 44,5 Milliarden Euro lag. Im Vergleich zu anderen Verfahren handelt es sich um die zweithöchste Geldbuße nach der gegen den Technologiekonzern Meta verhängten Strafe von 1,2 Milliarden Euro.
Für Uber selbst ist es das vierte und bisher massivste Bußgeld durch die niederländische Behörde. Zuvor lag der Rekordwert für das Unternehmen bei 290 Millionen Euro, die im Jahr 2024 aufgrund von Datentransfers fällig wurden. Insgesamt belaufen sich die kumulierten Strafzahlungen gegen Uber damit auf 1,125 Milliarden Euro.
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Uber kündigt Widerspruch gegen die Entscheidung an
Das Unternehmen hat bereits angekündigt, die Entscheidung der Aufsichtsbehörde anzufechten. Uber bestreitet die Vorwürfe und erklärte, dass entgegen der Darstellung der Behörde sehr wohl menschliche Überprüfungen der Deaktivierungsprozesse stattgefunden hätten. Dennoch bezeichne das Unternehmen die im Raum stehenden Verstöße als schwerwiegend.
Durch den angekündigten Rechtsweg wird sich die endgültige Abwicklung des Verfahrens voraussichtlich verzögern. Uber betont in ersten Stellungnahmen die Rechtmäßigkeit seiner internen Prozesse und sieht in der automatisierten Bewertung ein notwendiges Instrument zur Qualitätssicherung auf der Plattform.
Drohende Sammelklagen durch Drittanbieter
Neben dem behördlichen Bußgeld drohen dem Unternehmen weitere rechtliche Auseinandersetzungen. Die Organisation PersonalData.io plant im Zusammenhang mit den automatisierten Deaktivierungen eine Sammelklage gegen Uber.
Ziel dieser juristischen Schritte ist es, Entschädigungen für die betroffenen Fahrer zu erwirken, deren Existenz durch die Sperrung der Konten beeinträchtigt wurde. Damit könnte der finanzielle Druck auf das Unternehmen über die staatlich verordnete Geldbuße hinaus weiter zunehmen.
