Uber, Milliarden

Uber investiert 10 Milliarden in Robotaxis: 30+ Partner im Netzwerk

Veröffentlicht am: 02.08.2026 um 08:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Uber treibt mit über zehn Milliarden Euro die Robotaxi-Entwicklung voran, bremst aber die Gesetzgebung in Washington und setzt auf ein Hybridmodell mit menschlichen Fahrern.

Uber investiert Milliarden in autonomes Fahren und bremst zugleich US-Ausbau
Ein modernes autonomes Fahrzeug fährt bei Dämmerung durch eine belebte Stadtstraße, symbolisiert die Verbindung von Technik und Arbeit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Uber treibt seine autonome Zukunft mit Milliarden voran, bremst aber gleichzeitig den Ausbau in US-Städten. Der Fahrdienst-Vermittler balanciert zwischen Technologiehunger und Arbeitsplatzängsten.

Milliarden für die Zukunft ohne Fahrer

Mehr als zehn Milliarden Euro investiert Uber in autonomes Fahren. Das Geld fließt in eine eigene Robotaxi-Flotte und Beteiligungen an Technologiepartnern. Gleichzeitig stellt sich der Konzern in Washington gegen eine schnelle Einführung fahrerloser Autos. Ein Widerspruch? Nicht unbedingt.

Der Spagat hat Methode: Uber will die Technologie vorantreiben, ohne die eigenen Fahrer zu verprellen. Schließlich sind sie das Rückgrat des Geschäfts – zumindest vorerst.

Widerstand in der Hauptstadt

Ende Juli legte sich Uber in Washington D.C. mit einem Gesetzesvorhaben an. Der „Autonomous Vehicle Deployment Authorization Amendment Act" soll den Weg für fahrerlose Autos in der US-Hauptstadt ebnen. Uber stellt sich dagegen – Seite an Seite mit Gewerkschaften wie der UAW und dem Taxi Operators Association.

Das Kalkül dahinter: ein Hybrid-Modell, das menschliche Fahrer weiterhin fest einbindet. Die wirtschaftlichen Folgen der Automatisierung sind erheblich. Rund 35.000 Gig-Fahrer arbeiten in Washington – neun Prozent der gesamten Belegschaft. Branchenschätzungen zufolge könnten durch autonome Fahrzeuge in der Region 100.000 Arbeitsplätze verloren gehen. Ein einzelnes Roboterauto ersetzt laut Uber etwa vier menschliche Fahrer.

Auch in New Jersey macht sich der Konzern für eine Quote stark: 85 Prozent der Fahrten sollen dort drei Jahre lang von Menschen übernommen werden. Hintergrund sind sinkende Einkommen – das Medianeinkommen der Fahrer fiel seit 2022 um zwölf Prozent.

Zehn Milliarden für die autonome Zukunft

Trotz der Bremsmanöver investiert Uber massiv in die eigene autonome Zukunft. Die Strategie bündelt der Konzern in der Sparte Uber Autonomous Solutions, die Anfang 2026 an den Start ging. Das Kapital verteilt sich auf zwei Töpfe: 7,5 Milliarden Euro für eine eigene Robotaxi-Flotte, 2,5 Milliarden für Beteiligungen an Technologiepartnern.

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Das Portfolio liest sich wie ein Who-is-Who der Branche:

  • Aurora: 19,7 Prozent Anteil, umgerechnet rund 326 Millionen Aktien
  • Rivian: Deal über bis zu 1,25 Milliarden Euro für 50.000 R2-Robotaxis bis 2031
  • Lucid: 500 Millionen Euro für 35.000 Fahrzeuge, darunter die Lucid-Gravity-Robotaxis ab 2026
  • Avomo: 30 Prozent für Flottenbetrieb
  • Avride: 375 Millionen Euro für Robotaxi-Betrieb in Dallas

Netzwerk statt Eigenbau

Uber hat seine Strategie geändert: Statt Hardware selbst zu entwickeln, setzt der Konzern auf ein Netzwerk aus über 30 Partnern. Dazu zählen Fahrzeughersteller, Softwareentwickler und Liefer-Spezialisten.

Mit Nvidia arbeitet Uber an der Integration der DRIVE-AGX-Hyperion-10-Plattform – Ziel ist die Autonomiestufe 4 bis 2027. Auch Stellantis und Mercedes-Benz sind mit im Boot. Für den Lieferbereich setzt Uber auf Roboter und Drohnen von Nuro, Cartken, Coco, Starship Technologies und Flytrex.

International geht es voran: Im Juni startete Uber einen Robotaxi-Dienst in München, gemeinsam mit dem Partner Autobrains. In Tokio testet der Konzern autonome Nissan-Leaf-Fahrzeuge mit dem Unternehmen Wayve. Mit Baidu laufen Apollo-Go-Projekte in Asien und im Nahen Osten. Weitere Tests in London sind geplant, und in Europa sollen mit Momenta weitere Einsätze folgen.

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Reibungen mit etablierten Anbietern

Ubers eigenes Partnernetzwerk sorgt für Spannungen mit bestehenden Anbietern. Zwar bietet der Konzern weiterhin Waymo-Dienste in Städten wie Phoenix und San Francisco an. Doch die Beziehungen haben gelitten – nicht zuletzt wegen der Haltung in Washington. Die aktuellen Vereinbarungen für Austin und Atlanta laufen bis 2028 aus.

Auch die New-Jersey-Gesetzgebung bereitet Uber Sorgen. Das Unternehmen warnt, die Quote könnte ungewollt Wettbewerber wie Tesla oder Zoox ausschließen. Um den Übergang zu flankieren, stellt Uber zudem 100 Millionen Euro für Schnelllade-Netzwerke in zehn Großstädten bereit.

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