Uber-Aktie: 7,4 Milliarden Euro Plus nach Robotaxi-Strategie
27.06.2026 - 06:02:57 | boerse-global.de
Am 26. Juni 2026 stieg der Börsenwert des Konzerns um umgerechnet rund 7,4 Milliarden Euro. Auslöser war die Ankündigung einer strategischen Neuausrichtung: Statt eigene Roboterautos zu bauen, setzt Uber künftig auf ein Netzwerk aus starken Partnern.
Europa-Offensive mit Robotaxis in Madrid und Zürich
Das Unternehmen treibt seine Expansion in Europa massiv voran. Noch in diesem Jahr startet Uber in Madrid den ersten Robotaxi-Pilotversuch – gemeinsam mit dem chinesischen Anbieter WeRide. Parallel dazu rollt der Dienst in Zürich an. Dort arbeiten die Kalifornier mit Wayve und dem Autoriesen Stellantis zusammen. Zum Einsatz kommen Fahrzeuge der Stufe 4, die in definierten Bereichen völlig ohne menschlichen Fahrer auskommen.
Erst am 25. Juni 2026 hatte Uber offiziell eine neue Geschäftseinheit aus der Taufe gehoben: Uber Autonomous Solutions. Diese Sparte bündelt die Zusammenarbeit mit mehr als 20 AV-Partnern – darunter die Schwergewichte Waymo, Nuro, Zoox, May Mobility und Rivian.
Milliarden für die Partner-Flotte
Die neue Strategie ist mit einem dicken Finanzpolster unterlegt. Insgesamt stehen mehr als zwei Milliarden Euro an fest zugesagtem oder bedingtem Kapital bereit. Rund 465 Millionen Euro fließen an den Lieferroboter-Spezialisten Nuro, eine ähnliche Summe geht an den E-Auto-Hersteller Lucid. Der dickste Brocken ist eine bedingte Zusage über bis zu 1,16 Milliarden Euro an Rivian – dafür liefert der Pick-up-Hersteller bis 2028 rund 50.000 autonome R2-SUVs.
In den USA bereitet Uber eine Großoffensive vor. Noch 2026 sollen in San Francisco gemeinsam mit Nuro und Lucid 100 Testfahrzeuge an den Start gehen. Das langfristige Ziel: innerhalb von sechs Jahren mehr als 20.000 Lucid-basierte Roboterautos auf die Straße bringen. Eine weitere Allianz mit Nvidia und Stellantis zielt darauf ab, bis 2028 rund 5.000 Fahrzeuge in Betrieb zu nehmen.
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Finanzdaten untermauern die Wende
Die Neuausrichtung kommt aus einer Position der Stärke. Im ersten Quartal 2026 verbuchte Uber Bruttobuchungen von 50 Milliarden Euro – ein Plus von 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz kletterte auf 12,3 Milliarden Euro, das operative Ergebnis legte um 57 Prozent auf 1,77 Milliarden Euro zu.
Die langfristige Roadmap ist ambitioniert: Bis Ende 2026 will Uber in 15 Städten autonome Fahrten anbieten. Für 2029 peilt das Management Bruttobuchungen von mehr als 18,6 Milliarden Euro allein aus dem AV-Segment an – bei einer bereinigten EBITDA-Marge von über 20 Prozent. Um die nötige Lade-Infrastruktur zu schaffen, investiert Uber zusätzlich rund 93 Millionen Euro in Ladestationen.
Wer führt im Rennen um die Roboter-Taxis?
Der Markt für autonome Mobilität bleibt hart umkämpft. Waymo liegt beim operativen Volumen vorn: 500.000 bezahlte Fahrten pro Woche – Tendenz steigend. Bis Jahresende will die Google-Schwester die Marke von einer Million knacken. Zudem hat Waymo Mitte Juni eine deutsche Tochter in München angemeldet – ein klares Signal für den europäischen Markt.
Waymo fährt 500.000 Fahrten pro Woche, Tesla baut das Cybercab, Uber setzt auf ein Partner-Netzwerk. Wer langfristig die Nase vorn hat, entscheidet sich an konkreten Finanzkennzahlen. Der Report zeigt, worauf Sie achten müssen. Analyse-Report jetzt sichern
Die Konkurrenz schläft nicht:
- Tesla hat im April 2026 die Produktion des Cybercab aufgenommen. Analysten rechnen allerdings nicht vor 2027 mit nennenswerten Erlösen.
- Zoox, die Amazon-Tochter, präsentierte im Juni ein überarbeitetes Robotaxi und plant den Start in Las Vegas und San Francisco – vorausgesetzt, die Behörden geben grünes Licht.
- CaoCao, von Geely unterstützt, unterzeichnete am 26. Juni einen Vertrag für die erste Robotaxi-Flotte in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Erste Tests sind noch für dieses Jahr in Abu Dhabi geplant.
Uber selbst hat derzeit rund 200 exklusive Robotaxis (ohne Waymo) in der App – darunter Avride-Fahrzeuge in Dallas und Motional-Fahrzeuge in Las Vegas. Analysten von BTIG und Citizens bewerten die Aktie positiv. Ihr Argument: Ubers „kleine Flotten-Mathematik“ – das Unternehmen kann skalieren, ohne die hohen Kosten der Fahrzeugproduktion tragen zu müssen.
