Ube-Boom: Nachfrage übersteigt Angebot – Produktion sinkt um 11%
07.06.2026 - 20:54:30 | boerse-global.de
Große Ketten setzen auf die Knolle – doch die Nachfrage übersteigt längst das Angebot.
Boom in der Systemgastronomie
Starbucks, Costa Coffee und Pret A Manger haben Ube-Getränke im Sortiment. Der „Ube Latte“ kostet rund 8 Euro pro Becher. Die violette Farbe macht das Produkt zum Social-Media-Star – und treibt die Nachfrage in westlichen Märkten.
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Branchenexperten sehen die Knolle in einer Reihe mit Açaí-Produkten und alkoholfreien Braugetränken. Der Sommer 2026 steht ganz im Zeichen farbintensiver, pflanzlicher Lebensmittel.
Exportrekord mit Schieflage
Die Philippinen exportierten 2025 rund 1,7 Millionen Kilogramm Ube-Produkte. Der Warenwert: über 3,2 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Wachstum von 20,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Doch der Boom hat eine Schattenseite. Rund die Hälfte aller Exporte geht in die USA. Diese Konzentration setzt den heimischen Markt und andere Regionen unter Druck.
Produktion sinkt trotz steigender Nachfrage
Die Erntemenge auf den Philippinen schrumpft. Von 14.000 Tonnen im Jahr 2021 fiel sie auf 12.483 Tonnen im Jahr 2025. Der Agrarwissenschaftler Dr. Teodoro C. Mendoza nennt mehrere Gründe: lange Wachstumszyklen, Mangel an hochwertigem Pflanzgut und fehlende staatliche Unterstützung.
Hinzu kommen klimatische Risiken und die Kleinteiligkeit der Anbauflächen. Die wachsende Nachfrage trifft auf ein schrumpfendes Angebot – eine zunehmende Belastung für die lokale Landwirtschaft.
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Kulturelle Debatte um die violette Knolle
Parallel zum wirtschaftlichen Erfolg wächst die Kritik. In sozialen Medien ist von „Gentrifizierung“ der Ube die Rede. Ein traditionelles Grundnahrungsmittel werde durch die globale Kommerzialisierung für die lokale Bevölkerung teurer und schwerer zugänglich.
Der Vorwurf der kulturellen Aneignung steht im Raum: Internationale Ketten vermarkten das Produkt oft ohne Bezug zu seinem Ursprung. Experten warnen vor einer Abhängigkeit von volatilen westlichen Food-Trends. Die ökologischen und sozialen Strukturen der Anbauregionen könnten sich langfristig verändern – trotz kurzfristiger finanzieller Vorteile für die Erzeuger.
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