Typ-2-Diabetes, Vegane

Typ-2-Diabetes: Vegane Ernährung senkt Leberfett in 16 Wochen um 33 Prozent

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 06:02 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Untersuchungen verbinden pflanzliche Kost, Kalorienreduktion und begleitete Mahlzeiten mit besseren Stoffwechselwerten und teils häufiger Remission.
Frisches, gesundes Gemüse wie Brokkoli, Grünkohl und Linsen auf einer hölzernen Arbeitsfläche bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Die gezielte Umstellung der Ernährung gewinnt bei der Behandlung von Typ-2-Diabetes zunehmend an klinischer Relevanz. Eine Untersuchung des Physicians Committee for Responsible Medicine, veröffentlicht in der Fachzeitschrift BMJ Open Diabetes Research & Care, liefert neue Erkenntnisse über die physiologischen Effekte einer rein pflanzlichen Kost.

Die Forschungsarbeit unter Leitung von Dr. Hana Kahleova untersuchte die Auswirkungen einer fettarmen veganen Ernährungsweise bei 25 erwachsenen Diabetespatienten über einen Zeitraum von 16 Wochen. Die Teilnehmenden folgten diesem Ernährungsplan ohne Einschränkung der Portionsgrößen oder der aufgenommenen Kalorienmenge.

Deutlicher Rückgang von Leberfett und kardiometabolischen Werten

Mithilfe von Magnetresonanzspektroskopie stellten die Forschenden fest, dass das Leberfett der Studienteilnehmenden im Schnitt um 33 Prozent zurückging. Neben der Reduktion des hepatischen Fettgehalts verzeichneten die Patienten einen mittleren Gewichtsverlust von 6,0 Kilogramm sowie eine Abnahme des Körperfetts um 4,2 Kilogramm. Das viszerale Fettvolumen verringerte sich um 290 Kubikzentimeter.

Gleichzeitig verbesserten sich zentrale kardiometabolische Marker: Der Langzeitblutzuckerwert HbA1c sank um 1,0 Prozentpunkte. Zudem beobachtete das Forschungsteam eine verbesserte Insulin- und Betazellfunktion sowie rückläufige Werte beim Gesamt- und LDL-Cholesterin.

Anzeige

Wer seine Blutzuckerwerte über die Ernährung hinaus positiv beeinflussen möchte, findet in diesem Ratgeber effektive Methoden für den Alltag. Erfahren Sie, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand Ihre Werte auf natürliche Weise stabilisieren können. 7 einfache 3-Minuten-Übungen mit Sofortwirkung kostenlos herunterladen

Zu den methodischen Einschränkungen der Untersuchung zählen die geringe Stichprobengröße sowie das Fehlen einer Kontrollgruppe. Folglich lässt sich der beobachtete Stoffwechseleffekt nicht isoliert vom reinen Gewichtsverlust abgrenzen.

Kalorienreduktion und Bewegung zur Diabetes-Remission

Einen ergänzenden Ansatz zur Reduktion von Organfett untersuchte die McGill University in der randomisierten Studie RESET-for-Remission, publiziert in der Fachzeitschrift The Lancet. Unter der Leitung von Dr. Kaberi Dasgupta wurden 96 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes im Alter von 18 bis 45 Jahren und einem mittleren Body-Mass-Index von 35 kg/m² untersucht, die nicht mit Insulin behandelt wurden.

An den Studienstandorten Leicester im Vereinigten Königreich sowie Montreal und Edmonton in Kanada erhielten 50 Teilnehmende eine strikte Formula- und Ernährungsintervention, während 46 Personen der Kontrollgruppe angehörten.

Die Interventionsgruppe nahm zwölf Wochen lang 800 bis 900 Kilokalorien pro Tag auf – zunächst zwei Wochen ausschließlich über Nährstoff-Shakes, danach ergänzt durch eine reguläre Mahlzeit – gefolgt von einer zwölfwöchigen Phase zum Gewichtserhalt.

Anzeige

Neben der Kalorienmenge spielt die Auswahl der richtigen Lebensmittel eine entscheidende Rolle für den Therapieerfolg bei Typ-2-Diabetes. Dieser Leitfaden hilft Ihnen dabei, versteckte Gefahren in Alltagsprodukten zu erkennen und Ihren Blutzucker ohne Verzicht stabil zu halten. Kostenlosen Report über die 16 gefährlichsten Blutzuckerfallen sichern

Ergänzt wurde dies durch Trainingseinheiten. Nach 24 Wochen erreichten 54 Prozent der Interventionsgruppe eine Remission, definiert als HbA1c unter 6,5 Prozent ohne Medikation über mindestens zwölf Wochen, verglichen mit vier Prozent in der Kontrollgruppe.

Der Gewichtsverlust lag bei minus 8,4 Kilogramm gegenüber minus 1,2 Kilogramm in der Kontrollgruppe. Nebenwirkungen wie Obstipation, Kopfschmerzen oder Schwindel betrafen 43 von 50 Personen der Interventionsgruppe, verliefen jedoch ohne schwere Ereignisse.

Begleitete Mahlzeitenprogramme unterstützen die Adhärenz

Ergänzend zu restriktiven Diät- und Fastenkonzepten untersuchte ein Forschungsteam der Columbia University unter Nour Makarem in einem Programm in New York City die Rolle medizinisch angepasster Mahlzeiten.

In der noch nicht im Peer-Review-Verfahren geprüften Untersuchung erhielten 110 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und Hypertonie acht Monate lang entsprechende Verpflegung. Bei den Teilnehmenden sank der HbA1c um 0,5 Prozentpunkte und der Blutdruck verringerte sich systolisch wie diastolisch um jeweils 4 mm Hg.

Die Ergebnisse unterstreichen das therapeutische Potenzial strukturierter Ernährungsumstellungen, zeigen jedoch auch die Notwendigkeit größerer, kontrollierter Studien, um langfristige Effekte im klinischen Alltag verlässlich zu sichern.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70454101 |