Typ-2-Diabetes: Proteinreiche Low-Carb-Diät senkt Leberfett um 46 Prozent
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 18:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deAuf der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für das Studium des Diabetes (EASD) 2026 sind neue wissenschaftliche Untersuchungen vorgestellt worden, die den Einfluss gezielter Ernährungsformen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetes analysieren. Die vorgestellten Daten beleuchten unter anderem die Effekte von kohlenhydratreduzierten Ansätzen, eiweißreichen Diäten sowie intermittierendem Fasten auf Leberfett, Insulinbedarf und Gewichtsverlust.
Fettabbau in Leber und Bauchspeicheldrüse bei Typ-2-Diabetes
In einer randomisierten kontrollierten Studie mit 100 Erwachsenen, die an Typ-2-Diabetes und Übergewicht oder Adipositas litten, wurden über einen Zeitraum von zwölf Monaten zwei Ernährungsformen verglichen.
Eine Gruppe ernährte sich nach einem kohlenhydratreduzierten, proteinreichen Muster mit einer Makronährstoffverteilung von 30 Prozent Kohlenhydraten, 30 Prozent Eiweiß und 40 Prozent Fett. Die Kontrollgruppe hielt eine konventionelle Diabetesdiät mit 50 Prozent Kohlenhydraten, 17 Prozent Eiweiß und 33 Prozent Fett ein.
Die Ergebnisse zeigten bei beiden Ernährungsweisen deutliche Reduktionen des Organfetts: In der proteinreichen Low-Carb-Gruppe ging der Leberfettgehalt um 46 Prozent zurück, verglichen mit 43 Prozent unter der traditionellen Diät. Das Fett in der Bauchspeicheldrüse verringerte sich um 18 Prozent beziehungsweise 13 Prozent.
Hinsichtlich der Körperzusammensetzung verloren die Teilnehmenden 4,9 Kilogramm Fettmasse in der Low-Carb-Gruppe und 4,5 Kilogramm in der Vergleichsgruppe. Der Verlust an fettfreier Masse betrug 1,0 beziehungsweise 1,2 Kilogramm. Wesentliche statistische Gruppenunterschiede traten dabei nicht auf.
Geringerer Insulinbedarf bei Typ-1-Diabetes durch Kohlenhydratreduktion
Ergänzend zu den Typ-2-Erkenntnissen lieferte die sechsmonatige DANCE-Studie mit 102 Teilnehmenden neue Daten zu Typ-1-Diabetes. Untersucht wurde eine kohlenhydratarme Diät mit 15 bis 20 Prozent Kohlenhydraten im Vergleich zu einer traditionellen Kost mit 50 bis 60 Prozent Kohlenhydratanteil.
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Unter der Low-Carb-Ernährung verringerte sich der tägliche Insulinbedarf um 0,08 Internationale Einheiten pro Kilogramm Körpergewicht beziehungsweise um 7,4 Internationale Einheiten pro Tag. Zugleich stieg die Zeit im glykämischen Zielbereich um 11 Prozent, während die Zeit oberhalb des Zielbereichs um 12 Prozent zurückging.
Bei den Werten für HbA1c, Blutfette und Ketone wurden keine Unterschiede zwischen den Gruppen verzeichnet. In Bezug auf Nebenwirkungen traten unter der Low-Carb-Diät drei schwere Hypoglykämien auf, während in der traditionellen Diätgruppe ein Fall registriert wurde; Ketoazidosen wurden in keinem Fall beobachtet.
Intermittierendes Fasten im Zwölfmonatsverlauf
Ebenfalls auf dem EASD-Kongress wurden Resultate einer zwölfmonatigen Untersuchung an rund 57 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes präsentiert. Analysiert wurden zwei Formen des intermittierenden Fastens: eine intermittierende Energierestriktion an zwei bis drei Tagen pro Woche mit einer Zufuhr von 550 bis 800 Kilokalorien sowie eine tägliche zeitlich begrenzte Nahrungsaufnahme mit einem Zeitfenster von acht Stunden.
Nach sechs Monaten lag der Gewichtsverlust bei 6,7 Kilogramm in der Gruppe mit intermittierender Energierestriktion und bei 8,1 Kilogramm bei der zeitlich begrenzten Nahrungsaufnahme. Nach zwölf Monaten belief sich die Gewichtsreduktion auf 4,5 beziehungsweise 6,0 Kilogramm.
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Die Fettmasse reduzierte sich um 3,8 beziehungsweise 4,7 Kilogramm. Beim Taillenumfang wurde ein Rückgang um 2,6 Zentimeter beziehungsweise 5,3 Zentimeter festgestellt. Zudem konnten nach sechs Monaten fast zwei Drittel der Studienbeteiligten ihre Diabetesmedikation reduzieren oder ganz absetzen.
