Typ-2-Diabetes ohne Insulin: Sensoren bringen fünf Stunden mehr im Zielbereich
Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 21:52 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Einsatz von Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung führt auch bei Menschen mit Typ-2-Diabetes, die kein Insulin spritzen, zu einer spürbaren Verbesserung der Blutzuckerwerte. Dies belegt eine am 14. Oktober 2026 im New England Journal of Medicine veröffentlichte Untersuchung.
In der über sechs Monate laufenden Studie mit 283 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes ohne Insulinbehandlung sank der HbA1c-Wert bei den Nutzern von Glukosesensoren von 8,8 Prozent auf 7,2 Prozent. In der Kontrollgruppe mit üblicher Routineversorgung verringerte sich der Wert im selben Zeitraum lediglich von 8,7 Prozent auf 8,0 Prozent.
Darüber hinaus dokumentierten die Autoren der Studie wesentliche Vorteile bei der täglichen Stoffwechseleinstellung. Die Teilnehmenden in der Gruppe mit kontinuierlicher Glukosemessung verbrachten im Durchschnitt etwa fünf Stunden mehr pro Tag im angestrebten Blutzucker-Zielbereich als die Patientengruppe in der Routineversorgung.
Große Patientengruppe ohne Insulinbedarf
Die Ergebnisse betreffen einen bedeutenden Teil der Diabetes-Population. Von den geschätzt 27 Millionen Erwachsenen in den USA mit diagnostiziertem Typ-2-Diabetes nutzen rund 20 Millionen kein Insulin.
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Während Sensorsysteme bei intensivierter Insulintherapie bereits seit Jahren verbreitet sind, erfährt die Anwendung bei nicht mit Insulin behandelten Patienten zunehmende Unterstützung. Die Leitlinien der American Diabetes Association für das Jahr 2026 empfehlen den Einsatz kontinuierlicher Glukosemessung bereits für Typ-2-Diabetiker ohne Insulintherapie.
Ergänzende Evidenz aus weiteren Untersuchungen
Die Veröffentlichung im New England Journal of Medicine bestätigt Tendenzen aus weiteren Studienreihen. Eine Auswertung mit 7.336 Patienten verzeichnete eine Verbesserung des HbA1c-Wertes um 0,7 Prozentpunkte (p<0,0001). Innerhalb der Subgruppe von Typ-2-Diabetikern ohne Insulintherapie betrug die Verbesserung 0,9 Prozentpunkte.
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Bereits im Jahr 2023 wurden auf dem ATTD-Kongress in Berlin differenzierte Studiendaten zu dieser Thematik vorgestellt. Die IMMEDIATE-Studie an 116 Patienten mit Typ-2-Diabetes unter oralen Antidiabetika zeigte nach 16 Wochen Flash-Monitoring in Kombination mit Patientenschulungen eine um 9,9 Prozent längere Zeit im Zielbereich sowie einen Rückgang der Zeit oberhalb des Zielbereichs um 8,1 Prozent. Gegenüber der Kontrollgruppe reduzierte sich der HbA1c-Wert um zusätzliche 3 mmol/mol.
Für Typ-2-Patienten mit einer einmal täglichen Gabe von Langzeitinsulin wiesen Kongressdaten damals eine Absenkung des HbA1c-Wertes um 0,4 Prozent gegenüber der Kontrolle aus. Die Zeit im Zielbereich belief sich auf 59 Prozent im Vergleich zu 43 Prozent in der Kontrollgruppe, während die Werte über dem Zielbereich um 16 Prozent sanken.
Frühere Arbeiten wie die DIAMOND-Studie hatten einen HbA1c-Rückgang um 0,3 Prozent gezeigt, während die REPLACE-Studie mit Geräten der ersten Generation in der Gesamtpopulation keine Verringerung fand und Vorteile nur bei unter 65-Jährigen nachweisen konnte.
