Typ-2-Diabetes, NIDDK

Typ-2-Diabetes: NIDDK nennt neun Warnzeichen für eine oft unerkannte Erkrankung

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 03:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
WHO-Daten zeigen eine hohe globale Krankheitslast; Fachleute sprechen sich für stärkere Früherkennungsprogramme aus.
Ein Glas Wasser steht in sanftem Morgenlicht auf einem hölzernen Nachttisch. Illustration mit AI erstellt.

Eine erhebliche Zahl von Menschen lebt mit einer Stoffwechselstörung, ohne sich der Erkrankung bewusst zu sein. Laut einer Studie des niederländischen Diabetes Fonds vom Februar 2026 haben schätzungsweise 400.000 Menschen in den Niederlanden Typ-2-Diabetes, ohne davon zu wissen.

Zusätzlich wird die Zahl der Personen mit Prädiabetes dort auf rund 1,4 Millionen beziffert. Die Daten verdeutlichen ein globales Phänomen: Da die Erkrankung oft schleichend verläuft, bleibt sie in vielen Fällen über Jahre hinweg unentdeckt.

Schleichender Verlauf und typische Warnsignale

Nach Angaben des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases (NIDDK) kann sich Typ-2-Diabetes über Jahre hinweg langsam entwickeln und über weite Strecken vollkommen symptomlos bleiben. Dennoch existieren charakteristische Warnzeichen, auf die geachtet werden sollte.

Das NIDDK führt neun typische Anzeichen an: anhaltende Müdigkeit, häufiges Wasserlassen auch während der Nacht, übermäßiger Durst, vorübergehend verschwommenes Sehen, eine verlangsamte Wundheilung, ständiger Hunger, ein unbeabsichtigter Gewichtsverlust, wiederkehrende Infektionen sowie Kribbeln oder Taubheitsgefühle an Händen und Füßen infolge einer diabetischen Neuropathie.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betont ebenfalls, dass starker Durst, häufiges Wasserlassen, Müdigkeit, Sehstörungen und Sensibilitätsstörungen zu den Leitsymptomen der Erkrankung gehören. Wie Rosalba Giacco vom italienischen Forschungsinstitut CNR-ISA hervorhob, führt das vermehrte Wasserlassen zu erheblichem Flüssigkeitsverlust.

Bei Kindern und Jugendlichen können sich zudem Wachstumsverzögerungen und Gewichtsverlust zeigen; ab einem Blutzuckerwert von über 200 mg/dL sollte die Diagnose zwingend ärztlich abgeklärt werden. Nach Einschätzung der US-Gesundheitsbehörde CDC betrifft Typ-2-Diabetes zunehmend auch jüngere Altersgruppen, während Typ-1-Diabetes im Unterschied dazu autoimmunbedingt ist.

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Internationale Daten belegen hohe Dunkelziffer

Die Problematik nicht diagnostizierter Stoffwechselstörungen ist weltweit verbreitet. Nach Angaben der WHO leben global rund 830 Millionen Menschen mit Diabetes, von denen mehr als die Hälfte unbehandelt ist.

Laut der Fachzeitschrift The Lancet hat sich die Verbreitung unter Erwachsenen seit 1990 von etwa 7 Prozent auf rund 14 Prozent verdoppelt. Im Jahr 2016 forderte die Erkrankung laut Daten des weltweiten Gesundheits-Observatoriums der WHO 1,6 Millionen Menschenleben.

In Portugal sind nach Angaben von João Filipe Raposo von der Portugiesischen Diabetesgesellschaft bis zu 40 Prozent der Betroffenen an Diabetes erkrankt, ohne es zu wissen.

In Mexiko beziffert eine Untersuchung unter Leitung des Nationalen Instituts für öffentliche Gesundheit (INSP) auf Basis von Daten der Ensanut Continua 2021–2024 die Diabetes-Prävalenz bei Erwachsenen auf 17 Prozent – was laut der Organisation Grupo Akos über 14 Millionen Menschen entspricht.

Rund ein Drittel der mexikanischen Diabetiker weiß nichts von der eigenen Erkrankung. Für Vietnam berichtet Phan H??ng D??ng vom Nationalen Endokrinologie-Krankenhaus von rund 8 Millionen Betroffenen, bei denen die Quote nicht diagnostizierter Fälle sogar bei 62,6 Prozent liegt.

In Deutschland wies das Robert Koch-Institut (RKI) im Journal of Health Monitoring für das Jahr 2022 eine Typ-2-Diabetes-Prävalenz von 8,6 Prozent unter Erwachsenen aus, was rund 6,05 Millionen Betroffenen entsprach. Bei unveränderten Neuerkrankungsraten prognostiziert das Institut bis 2050 einen Anstieg auf 16,1 Prozent beziehungsweise 11,01 Millionen Menschen.

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Ursachen, Risikofaktoren und Früherkennung

Als primäre Ursachen für Typ-2-Diabetes gelten laut WHO Übergewicht und Adipositas. CDC und NIDDK listen neben Adipositas und Insulinresistenz auch Bewegungsmangel, familiäre Vorbelastungen, unausgewogene Ernährung, Bluthochdruck sowie einen früheren Schwangerschaftsdiabetes als zentrale Risikofaktoren auf.

Raffaella Buzzetti von der Italienischen Diabetesgesellschaft (SID) hob hervor, dass die Diagnose oft erst nach dem Auftreten von Folgeschäden gestellt wird. Fachleute fordern daher eine gezielte Stärkung von Screening-Programmen, um Stoffwechselstörungen rechtzeitig zu erkennen und vaskuläre sowie renale Begleiterkrankungen wirksam zu verhindern.

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