Typ-2-Diabetes: Mauritius senkt als erstes Land weltweit die Erkrankungslast
Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie weltweite Zunahme von Typ-2-Diabetes gilt in der Gesundheitspolitik seit Jahrzehnten als eine der schwerwiegendsten Herausforderungen für das Management chronischer Krankheiten.
Eine im Fachjournal The Lancet Diabetes & Endocrinology veröffentlichte Untersuchung zeigt nun ein bemerkenswertes Ergebnis: Der Inselstaat Mauritius konnte als erstes Land weltweit die Belastung durch Typ-2-Diabetes senken und eine nachhaltige Trendumkehr herbeiführen.
Deutlicher Rückgang der Erkrankungsraten seit 2009
Über Jahrzehnte verzeichnete Mauritius bei Typ-2-Diabetes eine kontinuierliche Zunahme. Den Daten zufolge lag die Prävalenz unter Erwachsenen im Jahr 1987 zunächst bei 14,7 Prozent. In den folgenden zwei Jahrzehnten stieg dieser Wert deutlich an und erreichte im Jahr 2009 mit 23,3 Prozent einen Höchststand.
Nach diesem Spitzenwert setzte jedoch eine Wende ein. Bis zum Erhebungsjahr 2021 sank die Diabetes-Prävalenz wieder auf 19,9 Prozent ab. Dieser Rückgang zwischen 2009 und 2021 zeigte sich bei beiden Geschlechtern, fiel bei Frauen jedoch noch ausgeprägter aus: Während bei Männern im genannten Zeitraum ein Rückgang um 11 Prozent dokumentiert wurde, verzeichnete die weibliche Bevölkerung ein Minus von 16 Prozent.
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Fortschritte bei Prädiabetes und sinkende Dunkelziffer
Neben den manifesten Diabetes-Erkrankungen untersuchten die Fachleute auch die Vorstufen der Stoffwechselstörung. Bei der Prädiabetes-Rate zeigte sich eine vergleichbare Dynamik. Lag der Anteil 1987 noch bei 20,8 Prozent, kletterte er bis zum Jahr 2009 auf 24,9 Prozent. Anschließend fiel die Rate deutlich ab und erreichte im Jahr 2021 einen Stand von 15,6 Prozent.
Gleichzeitig verzeichnete das Gesundheitssystem des Landes erhebliche Fortschritte bei der Früherkennung. Der Anteil der zuvor unentdeckten Diabetes-Fälle verringerte sich drastisch. Wurden 1987 noch 67 Prozent der Fälle nicht diagnostiziert, sank dieser Wert bis zum Erhebungsjahr 2021 auf 32,5 Prozent. Damit konnte die Dunkelziffer innerhalb des Untersuchungszeitraums mehr als halbiert werden.
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Umfassende Datenbasis über mehr als drei Jahrzehnte
Die Ergebnisse stützen sich auf eine breite epidemiologische Grundlage. Die Datengrundlage der Studie umfasst insgesamt sieben nationale Umfragen, die zwischen 1987 und 2021 durchgeführt wurden. An diesen Erhebungen nahmen insgesamt 36.744 Personen im Alter von 25 bis 74 Jahren teil.
Durch diese kontinuierliche Erfassung über einen Zeitraum von mehr als drei Jahrzehnten gilt Mauritius als die erste Nation, bei der eine solche statistisch abgesicherte Trendumkehr bei Typ-2-Diabetes seit 2009 nachgewiesen werden konnte. Die Entwicklung belegt, dass der globale Aufwärtstrend bei Stoffwechselerkrankungen auf nationaler Ebene gebrochen werden kann.
