Typ-2-Diabetes: 45 Prozent der Patienten haben Mikronährstoffmangel
Veröffentlicht: 08.07.2026 um 15:51 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Keine pauschale Empfehlung für Kalzium und Vitamin D
Eine im BMJ veröffentlichte Übersichtsarbeit mit 69 Studien und 153.902 Erwachsenen konnte keinen klinisch bedeutsamen Nutzen von Kalzium oder Vitamin D zur alleinigen Senkung des Fraktur- oder Sturzrisikos nachweisen. Selbst die Kombination beider Stoffe brachte nur einen sehr geringen Vorteil.
Statt zur pauschalen Supplementierung raten Forscher verstärkt zu Bewegung, Krafttraining und Zeit im Freien.
Typ-2-Diabetes: 45 Prozent der Patienten haben Mangel
Anders sieht es bei spezifischen Risikogruppen aus. Eine Metaanalyse im Journal BMJ Nutrition Prevention & Health zeigt: Rund 45 Prozent der Patienten mit Typ-2-Diabetes weisen einen klinisch relevanten Mikronährstoffmangel auf.
Besonders häufig sind Defizite bei Vitamin D (60,5 Prozent), Magnesium (42 Prozent) und Eisen (28 Prozent). Zusätzlich kann die Einnahme von Metformin die Aufnahme von Vitamin B12 hemmen. Fachleute empfehlen daher regelmäßige Kontrollen dieser Werte.
Spermidin: Neue Hoffnung für ältere Menschen?
In der Altersmedizin deuten Pilotstudien auf neue Einsatzmöglichkeiten hin. Probanden ab 65 Jahren konnten durch die tägliche Einnahme von 6 Milligramm Spermidin nach einer dritten COVID-19-Impfung ihre Antikörperreaktion verbessern.
Die Forscher beobachteten eine Reduktion von Markern der Immunalterung. Für eine abschließende Bewertung seien jedoch größere Studien nötig, mahnen sie.
Markt wächst – mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten
Rund 45 Prozent der Typ-2-Diabetiker haben einen klinisch relevanten Mikronährstoffmangel – besonders häufig bei Vitamin D, Magnesium und Eisen. Metformin hemmt zudem die Vitamin-B12-Aufnahme. Statt blind zu supplementieren, zeigt Ihnen dieser Leitfaden, wie Sie gezielt Ihre Werte checken und die richtigen Nährstoffe auswählen. Jetzt kostenlosen Mikronährstoff-Leitfaden anfordern
Der Markt für Mikronährstoffe zeigt weiterhin eine robuste Dynamik. Die Easy-Apotheke steigerte ihren Gesamtumsatz im Geschäftsjahr 2025 um 14 Prozent auf 655 Millionen Euro. Der Bereich der rezeptpflichtigen Medikamente wuchs um 20 Prozent, frei verkäufliche Produkte legten um 5 Prozent zu.
Die Biogena Good Vibes AG plant eine Kapitalerhöhung von bis zu 25 Millionen Euro und strebt einen Börsengang im Wiener Marktsegment „direct market plus“ an. Das Unternehmen will bis 2030 einen Umsatz von über 500 Millionen Euro erreichen. Ein Schwerpunkt liegt auf dem deutschen Markt, wo die Markenbekanntheit mit 8 Prozent deutlich unter dem Niveau in Österreich (42 Prozent) liegt.
Für Mitte Juli 2026 ist zudem ein neues Recovery-Supplement unter der Marke BillPill™ in österreichischen Drogeriemärkten angekündigt. Es enthält einen Elektrolytkomplex mit Magnesium, Kalium, Cholin und L-Tryptophan.
Strenges Regelwerk für Werbeaussagen
Die Vermarktung von Nahrungsergänzungsmitteln unterliegt strengen rechtlichen Vorgaben. Krankheitsbezogene Werbung ist grundsätzlich untersagt – das schreibt die europäische Health-Claims-Verordnung vor.
Mehrere Gerichtsurteile haben die Anforderungen zuletzt verschärft. Der Europäische Gerichtshof entschied im Frühjahr 2025 über pflanzliche Stoffe, der Bundesgerichtshof im Herbst 2025 über Beauty-Werbung. Das Oberlandesgericht Köln befasste sich im Januar 2026 mit gesundheitsbezogenen Angaben zu Cholin, das Oberlandesgericht Nürnberg im März 2025 mit immunbezogenen Produktnamen.
Verstöße können wettbewerbsrechtliche Unterlassungsansprüche auslösen, warnen Juristen.
Diagnostik statt Selbstmedikation
Fachleute betonen zunehmend die Bedeutung einer evidenzbasierten Mikronährstoffmedizin. Eine unspezifische Supplementierung bei gesunden Personen ohne besondere Risikosituation habe meist keinen gesicherten Zusatznutzen.
Metformin-Patienten aufgepasst: Das Medikament kann die Aufnahme von Vitamin B12 hemmen – ein oft übersehener Mangel. Zusammen mit Defiziten bei Vitamin D, Magnesium und Eisen betrifft dies fast die Hälfte aller Typ-2-Diabetiker. Erfahren Sie in diesem Leitfaden, welche 5 Nährstoffe Sie besonders brauchen und wie Sie Ihren Bedarf per Labordiagnostik ermitteln. Leitfaden für Metformin-Patienten jetzt sichern
Stattdessen empfehlen sie eine gezielte Labordiagnostik, um tatsächliche Defizite bei Ferritin, Vitamin B12, Vitamin D oder Selen zu identifizieren.
Für Haut, Haare und Nägel ist die kontinuierliche Zufuhr von Vitamin A, C und E sowie Biotin, Zink und Selen wichtig. Da die körpereigene Kollagenproduktion mit dem Alter abnimmt, können Protein und Vitamin C unterstützend wirken. Die Basis bleibt jedoch eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung – die Synergieeffekte der Nährstoffe sind entscheidend.
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