Typ-2-Diabetes, Krebsrisiko

Typ-2-Diabetes: 22% höheres Krebsrisiko bei Frauen belegt

Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 06:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine dänische Registeranalyse verbindet Typ-2-Diabetes mit mehr tödlichen Tumoren, weist aber auf fehlende Risikofaktoren und offene Ursachen hin.

Dänische Studie zeigt erhöhtes Krebsrisiko bei Typ-2-Diabetes
Ein steriles medizinisches Labor mit gläsernen Laborgeräten auf einem Edelstahltisch in natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Eine umfassende dänische Langzeitstudie liefert detaillierte Einblicke in den Zusammenhang zwischen Stoffwechselstörungen und Krebserkrankungen. Die Untersuchung, die landesweite Gesundheitsdaten über den Zeitraum von 1996 bis 2022 auswertete und nahezu die gesamte erwachsene Bevölkerung Dänemarks umfasste, zeigt eine deutliche Zunahme bösartiger Erkrankungen bei Betroffenen.

Wie dailymail.com in einem Bericht vom 21.09.2026 darlegte, ist Typ-2-Diabetes bei Frauen mit einem um 22 Prozent höheren Risiko für tödliche Tumoren verbunden. Bei Männern liegt das Risiko um 12 Prozent über dem der Allgemeinbevölkerung.

Im Verlauf der beobachteten 27 Jahre wurden insgesamt 75.540 Krebsfälle bei Personen mit Diabetes und 635.323 Fälle bei Menschen ohne Diabetes registriert. Die Ergebnisse wurden auf der Jahrestagung der European Association for the Study of Diabetes vorgestellt und verdeutlichen, dass sich das Risikoprofil je nach Tumorart und Geschlecht signifikant unterscheidet.

Deutliche Unterschiede bei einzelnen Tumorarten

Besonders stark ausgeprägt ist der Anstieg bei Krebsarten, die mit Adipositas assoziiert sind, darunter Tumoren an Niere, Pankreas und Leber. Bei Männern mit Typ-2-Diabetes wurde für diese Erkrankungen ein Anstieg von 45 Prozent verzeichnet, während das Risiko bei Frauen um 30 Prozent erhöht war. Auch Darmkrebs trat bei Diabetikern rund 17 Prozent häufiger auf, wobei der Wert bei Männern ebenfalls bei plus 17 Prozent lag.

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Bei anderen Krebsformen ergaben sich differenzierte Trends im Zeitverlauf. Beim Lungenkrebs zeigte sich bei Frauen in den Jahren 2010 bis 2022 ein bis zu 25 Prozent höheres Risiko, nachdem die Rate zwischen 1996 und 2009 noch 12 Prozent niedriger gelegen hatte.

Brustkrebs trat bei Frauen mit Typ-2-Diabetes um 8 Prozent häufiger auf. Dagegen wurde bei Prostatakrebs bei Männern mit Typ-2-Diabetes ein um 19 Prozent niedrigeres Risiko im Vergleich zu Männern ohne die Stoffwechselerkrankung festgestellt.

Forderung nach gezielter Prävention und methodische Grenzen

Angesichts dieser Daten mahnen Fachleute ein Umdenken in der langfristigen Betreuung von Diabetikern an. Ko-Autorin Dr. Tinne Laurberg vom Steno Diabetes Center Dänemark forderte, die Krebsprävention bei Betroffenen künftig zu priorisieren.

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Da die Fallzahlen von Stoffwechselerkrankungen weltweit hoch sind – allein in Großbritannien leben über 5 Millionen Menschen mit Typ-2-Diabetes –, wächst die Relevanz präventiver Früherkennungsprogramme für diese Patientengruppe.

Gleichzeitig verweisen die Autoren auf wesentliche methodische Einschränkungen der Datengrundlage. Die dänische Auswertung belegt eine statistische Assoziation, beweist jedoch keine direkte Kausalität. Zentrale Risikofaktoren wie das Körpergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum sowie körperliche Bewegung konnten in der Registerstudie nicht berücksichtigt werden, sodass weitere Forschungsarbeiten zur Klärung der genauen Mechanismen erforderlich bleiben.

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