TWINT-Betrug, Kriminelle

TWINT-Betrug: Kriminelle geben sich als EWZ aus

18.06.2026 - 14:17:03 | boerse-global.de

Betrüger nutzen Call-ID-Spoofing, um TWINT-Konten zu übernehmen. Behörden warnen vor der perfiden Masche mit gefälschten EWZ-Anrufen.

TWINT-Betrug: Kriminelle geben sich als Stadtzürcher EWZ aus
TWINT-Betrug - Smartphone zeigt betrügerische Anmeldeseite für EWZ und Twint. Im Hintergrund verschwommen eine Person am Laptop. 18.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Täter nutzen Call-ID-Spoofing, um auf dem Display der Angerufenen die offizielle Nummer des EWZ anzuzeigen. Am Telefon behaupten sie, es stehe eine Rückerstattung an oder eine dringende Aktualisierung der Kundendaten sei nötig. Anschließend schicken sie einen Link per SMS oder lotsen die Opfer auf eine täuschend echte Website.

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So funktioniert der Betrug

Die Phishing-Seiten imitieren das Design von EWZ und TWINT. Die Nutzer geben dort ihre Daten ein – sowie einen Verifikationscode, den sie per SMS erhalten haben. Sobald der Code auf der manipulierten Seite landet, aktivieren die Angreifer das TWINT-Konto auf ihrem eigenen Gerät. Damit haben sie vollen Zugriff auf das Konto und die verknüpften Bankverbindungen.

Das Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) und die Cybercrime Police warnten Mitte Juni vor der professionell organisierten Masche.

Immer raffiniertere Methoden

Der Fall reiht sich in eine Serie zunehmend ausgeklügelter Betrugsversuche in der Schweiz und Deutschland ein. Erst kürzlich warnte das BACS vor gefälschten Post-Abholscheinen in der Westschweiz: QR-Codes auf den scheinbaren Benachrichtigungen führen Opfer auf Phishing-Seiten, die unter dem Vorwand einer geringen Zustellgebühr Kreditkartendaten abgreifen.

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Die Gefahr wächst durch technologisch aufgerüstete Angriffe. Berichten zufolge sind 87 Prozent der deutschen Unternehmen von KI-gestütztem Phishing betroffen. Vishing – Betrug über Sprachanrufe – hat laut Experten eine um 40 Prozent höhere Erfolgsquote als textbasierte Methoden. Rund 45 Prozent der Opfer erleiden finanzielle Schäden zwischen 100 und 1.000 Euro, so die Verbraucherzentrale.

MFA-Angriffe explodieren

Sicherheitsforscher beobachten zudem eine massive Zunahme von Angriffen auf die Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Seit Jahresbeginn ist die Zahl solcher Attacken um das 37-Fache gestiegen. Spezialisierte Tools greifen Authentifizierungs-Token direkt ab und durchbrechen so die Schutzwälle. Der Gesamtschaden im Bankensektor wird für das laufende Jahr auf rund 1,8 Milliarden Euro geschätzt.

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