Tumorbehandlung: Endoskopischer Ultraschall erreicht 82% Kontrolle
13.06.2026 - 17:39:19 | boerse-global.de
Aktuelle Studien aus dem Juni 2026 zeigen: Minimalinvasive Eingriffe in Onkologie, Gefäßmedizin und Drainage-Versorgung werden damit möglich.
Tumore gezielt zerstören
In der Fachzeitschrift „Gastroenterology“ beschrieb Prof. David Diehl vom Geisinger Medical Center die wachsende Bedeutung des EUS für die Tumorbehandlung. Kernstück ist die Radiofrequenzablation (EUS-RFA). Dabei zerstören Temperaturen zwischen 60 und 100 Grad Celsius Tumorgewebe im Pankreas.
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Alternativ gewinnt die chemische Ablation an Bedeutung – mit Ethanol in Konzentrationen von 50 bis 99 Prozent.
Partikel bleiben im Tumor
Eine Studie in „Pathology International“ untersuchte Phosphor-32-Mikropartikel bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs. Ergebnis: Die Partikel bleiben nach der EUS-gestützten Injektion ohne Migration im Tumorgewebe.
Die TRIPP-FFX-Studie erreichte eine lokale Tumorkontrolle von 82,2 Prozent nach 16 Wochen. Das mediane Gesamtüberleben lag bei 18,3 Monaten. Eine kleinere Patientengruppe erreichte sogar 24 Monate. Die FDA-Entscheidung zur Zulassung wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.
Weniger Blutungen durch EUS
Der endoskopische Ultraschall etabliert sich auch als Alternative zu klassischen Eingriffen. Bei Magenvarizen senkt die Kombination von Gewebekleber und Coils das Blutungsrisiko.
EUS-gesteuerte Drainagen ersetzen zunehmend die endoskopisch retrograde Cholangiopankreatikographie (ERCP) oder chirurgische Drainagen. Experten fordern jedoch mehr klinische Evidenz für die Langzeitsicherheit.
Schweizer Forscher setzen auf Ultraschall
Ein Team der Universität Bern und des Inselspitals erhielt einen Forschungsgrant der ISREC-Stiftung über rund 400.000 CHF. Ziel: eine minimalinvasive Blasenkrebstherapie. Ein biokompatibles Material wird in den Tumor injiziert und durch fokussierten Ultraschall verfestigt. So soll die Blutversorgung des Tumors unterbrochen werden – bei Organerhalt.
Neue Wirkstoffe im Fokus
Die RASolute 302-Studie testete den oralen PanRAS-Inhibitor Daraxonrasib bei 500 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom. Das mediane Gesamtüberleben stieg auf 13,2 Monate – gegenüber 6,6 bis 6,7 Monaten unter Standard-Chemotherapie.
Bei Lungenkrebs zeigte eine Phase-II-Studie in „Nature Communications“ eine objektive Ansprechrate von 66 Prozent. Die Kombination des bispezifischen Antikörpers Cadonilimab mit Chemotherapie half Patienten mit fortgeschrittenem, PD-L1-negativem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs.
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Hydrogel für die Speiseröhre
MIT-Forscher entwickelten ein spezielles Hydrogel für die Speiseröhre. Gallensalze lockern temporär Zellkontakte, um die Aufnahme von Wirkstoffen zu verbessern. Das Gewebe regeneriert sich innerhalb von weniger als drei Tagen.
Der Trend ist klar: Weg von systemischen Behandlungen, hin zu lokalisierten, ultraschallgestützten Interventionen. Das Ziel: weniger Nebenwirkungen, mehr Wirksamkeit direkt am Krankheitsherd.
