TUM, RoboGym

TUM RoboGym: Neura Robotics eröffnet Trainingszentrum für bis zu 100 Roboter

Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das TUM RoboGym bietet Platz für bis zu 100 Roboter; Neura Robotics steuert rund 11 Millionen Euro zum 17-Millionen-Euro-Projekt bei.
Ein weitläufiges, modernes Robotik-Forschungszentrum mit polierten Industrieböden und modularen Teststationen. Illustration mit AI erstellt.

Neura Robotics hat am 22. Oktober 2026 gemeinsam mit der Technischen Universität München ein neues Robotik-Forschungs- und Trainingszentrum eröffnet. Die Einrichtung mit dem Namen TUM RoboGym befindet sich am LabCampus in der Nähe des Münchner Flughafens und erstreckt sich über mehr als 2.300 Quadratmeter.

Das Vorhaben ist mit einem Gesamtvolumen von 17 Millionen Euro veranschlagt und zunächst auf eine Laufzeit von drei Jahren angelegt. Rund 11 Millionen Euro der Investitionssumme stammen von Neura Robotics.

Rund-um-die-Uhr-Training für bis zu 100 Roboter

In dem neuen Zentrum sollen bis zu 100 humanoide und andere Robotersysteme rund um die Uhr trainieren. Im TUM RoboGym stellen Unternehmen aus mehr als zehn Industriezweigen – darunter die Automobilbranche, Pharma, Medizintechnik, Verpackung, Logistik, Landwirtschaft und Pflege – praktische Aufgaben.

Zu den simulierten Arbeitsabläufen gehören unter anderem das Flaschenabfüllen, Kartonhandling und die Beladung mit Holzteilen. Nach Angaben des Unternehmens hatten sich über 2.600 Firmen um eine Teilnahme beworben.

Im Rahmen der Eröffnung präsentierte Neura Robotics zudem den humanoiden Roboter 4NE1 Gen 4. Das Modell ist 20 Prozent leichter als sein Vorgänger, wird durch das firmeneigene Neuron-KI-Modell gesteuert und ist für die Serienproduktion vorbereitet.

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Neura plant bereits den Ausbau des Konzepts: Bis zum Jahresende beabsichtigt das Unternehmen, weltweit fünf Trainingszentren zu betreiben, darunter ein Standort im chinesischen Hangzhou. Zehn weitere Einheiten sollen folgen. Zudem sind weitere Standorte in Europa, den USA und China vorgesehen, darunter ein zweiter deutscher Standort in Kooperation mit der RWTH Aachen.

Branchenweites Interesse an industriellen Tests

Die Eröffnung fällt in eine Phase intensiver industrieller Erprobungen von Humanoiden. Am 21. Oktober 2026 stellte Agile Robots auf der Entwicklerkonferenz NVIDIA GTC in Berlin den Forschungshumanoiden Agile ONE SN vor.

Die Maschine ist 1,4 Meter groß, wiegt 43 Kilogramm, verfügt über 71 Freiheitsgrade sowie zwei taktile Fünf-Finger-Hände. Sie basiert auf NVIDIAs Jetson Thor und der Isaac-GR00T-Plattform; eine Verfügbarkeit ist für Anfang 2027 geplant. NVIDIA hatte bereits am 19. Oktober beim Invest in Germany Summit eine Investition in das 2018 in München gegründete Unternehmen Agile Robots angekündigt.

Gleichzeitig erproben Automobilhersteller konkrete Anwendungsfälle. Audi testet im Werk Ingolstadt mobile humanoide Roboter von Agile Robots für die Bauteilsequenzierung. Die Versuche finden zunächst im Production Lab und nicht in der Serienproduktion statt, wobei eine vorherige Machbarkeitsprüfung über Simulationssoftware und NVIDIAs Omniverse-Plattform erfolgte.

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Bei Audi fallen in der Montage täglich rund eine Million Kommissioniervorgänge an. Auch BMW erprobt im Werk Leipzig im Rahmen eines Pilotprojekts den 1,65 Meter großen Humanoiden AEON für die Hochvolt-Batteriemontage und Materialversorgung.

Marktausblick und regulatorische Fragen

Mehrere Hersteller planen für 2027 die Markteinführung neuer Modelle, die zunehmend in regulären Industriehallen agieren und Treppen sowie Hindernisse autonom bewältigen können. Forscher von Barclays prognostizieren, dass die Zahl weltweit eingesetzter Humanoide von 15.000 Einheiten im Vorjahr auf bis zu eine Million im Jahr 2030 steigen könnte, sofern Kosten sinken und regulatorische Hürden ausbleiben.

Aktuell bestehen laut Interact Analysis in China bereits über 90 Humanoid-Datenzentren, während mindestens 50 weitere gebaut werden; in Europa existieren bislang unter zehn derartige Zentren.

Begleitend weisen Forscher australischer Universitäten darauf hin, dass Fragen der Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit vor einem flächendeckenden Einsatz zwingend gelöst werden müssen, da die technologische Entwicklung das regulatorische Tempo derzeit übertreffe.

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