TUM-Cyberangriff, Gut

TUM-Cyberangriff: Gut 60.000 Studierende und Beschäftigte potenziell betroffen

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 21:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Angreifer erlangten Zugangsdaten über myTUM; sensible Prüfungs- und Bankdaten waren laut erster Auswertung bislang nicht betroffen.
Leerer, modern gestalteter Flur in einem Universitätsgebäude bei Dämmerung mit minimalistischer Architektur. Illustration mit AI erstellt.

Unbekannte haben die IT-Systeme der Technischen Universität München angegriffen und Zugriff auf personenbezogene Daten erlangt. Infolge der Cyberattacke schaltete die Hochschule das Campusportal myTUM ab. Nach Angaben der Universität vom 6. November wurden die kompromittierten Benutzerkonten umgehend gesperrt.

Einfallstor über Portal-Altsystem

Die Angreifer verschafften sich nach Darstellung der Hochschule über das Altsystem myTUM Zugang zur IT-Infrastruktur. Dabei erbeuteten sie Passwörter für zentrale Logins aller myTUM-Nutzer. Unter den kompromittierten Datensätzen befanden sich auch die administrativen Zugangsdaten eines Systemverwalters für das zentrale Campus-Management-System TUMonline.

Mit diesen Berechtigungen führten die Täter in der Folge einen Angriff auf TUMonline durch. Die Universität nahm das System daraufhin vorsorglich vom Netz. Während TUMonline Anfang der kommenden Woche wieder in Betrieb gehen soll, wird das ältere Portal myTUM nach Hochschulangaben endgültig abgeschaltet bleiben.

Auf Anfrage bestätigte die Universität, dass sich der Vorfall bereits zu Wochenbeginn ereignet hatte; interne Berichte nannten hierfür den 2. November.

Umfang und Art der betroffenen Daten

Nach vorläufigen Einschätzungen sind potenziell Daten von gut 60.000 Studierenden sowie Beschäftigten der Universität betroffen. Das genaue Ausmaß eines möglichen Datenabflusses blieb zunächst unklar. Zu den potenziell eingesehenen Informationen gehören bei allen Betroffenen der Name, das Geburtsdatum, die Privatanschrift sowie das jeweilige Passwort.

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Bei Beschäftigten betreffen die möglichen Abrufe zusätzlich die Dienstanschrift und die dienstliche Telefonnummer. Bei Studierenden könnten zudem die Matrikelnummer, der jeweilige Studiengang sowie die Anzahl der Fachsemester betroffen sein.

Eine erste Auswertung der Systemprotokolle ergab jedoch, dass sensible Daten wie Noten, Prüfungsergebnisse, Studienplatzbewerbungen oder Bankverbindungen nach bisherigem Stand nicht kompromittiert wurden. Die diesbezüglichen Prüfungen dauern an.

Ein Sprecher der Hochschule erklärte gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, der Angriff sei gezielt auf den Zugang zu TUMonline erfolgt. Man gehe derzeit davon aus, dass trotz der bestehenden Zugriffsmöglichkeit so gut wie keine Daten abgeflossen seien.

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Datenschutzmeldung und Sicherheitsmaßnahmen

Die Technische Universität München meldete den Vorfall nach eigenem Bekunden an den Bayerischen Landesdatenschutzbeauftragten und erstattete Strafanzeige. Eine Änderung der Benutzerpasswörter soll für Betroffene ab Montag, dem 9. November, wieder möglich sein. Die Hochschule empfiehlt im Anschluss die Aktivierung einer Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). Konten, die bereits durch MFA geschützt waren, blieben von dem aktuellen Angriff unberührt.

Der Vorfall markiert den zweiten größeren Sicherheitsvorfall an einer Münchner Hochschule innerhalb kurzer Zeit. Bei einem Cyberangriff auf die Ludwig-Maximilians-Universität München Mitte bis Ende September waren rund 600.000 Datensätze aus einem Zeitraum von 50 Jahren betroffen, darunter Immatrikulationsdaten, Krankenversicherungs- und BAföG-Nummern sowie teilweise auch Bankverbindungen.

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