TSMC, KI-Chips

TSMC steigert Gewinn im dritten Quartal um 69 Prozent

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 11:31 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der taiwanische Auftragsfertiger profitiert stark von der Nachfrage nach leistungsfähigen Prozessoren für künstliche Intelligenz. Seine Schlüsselrolle birgt zugleich Risiken für die globale Technologiewirtschaft.

TSMC baut Produktion für KI-Chips aus

  • TSMC steigerte den Gewinn im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 69 Prozent auf rund 763 Milliarden Taiwan-Dollar.
  • Der Umsatz soll im Schlussquartal auf bis zu 48,5 Milliarden Euro steigen.
  • In Dresden entsteht mit Partnern ein Werk, dessen Produktionsstart für 2027 geplant ist.
  • Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. (Archivbild) - Bild: David Chang/EPA/dpa
    Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. (Archivbild) - Bild: David Chang/EPA/dpa
  • Der Produktionsstart in Desden ist für 2027 geplant.  - Bild: Robert Michael/dpa
    Der Produktionsstart in Desden ist für 2027 geplant. - Bild: Robert Michael/dpa
Der taiwanische Chiphersteller TSMC hat erneut ein Rekordergebnis vorgelegt. (Archivbild) - Bild: David Chang/EPA/dpa Der Produktionsstart in Desden ist für 2027 geplant.  - Bild: Robert Michael/dpa

TSMC steigert Gewinn dank KI-Nachfrage

Der taiwanische Chipkonzern TSMC hat seinen Gewinn im dritten Quartal um 69 Prozent auf rund 763 Milliarden Taiwan-Dollar gesteigert. Der weltgrößte Auftragsfertiger erwartet für das Schlussquartal einen Umsatz von bis zu 48,5 Milliarden Euro.

Fertiger hinter Nvidia und Apple

TSMC produziert vor allem Chips, die andere Unternehmen entwickeln. Dazu gehören leistungsfähige Prozessoren für Nvidia sowie wichtige Prozessoren für Apples iPhones.

Je mehr Technologieunternehmen Chips für Anwendungen der künstlichen Intelligenz benötigen, desto mehr Aufträge erhält der Konzern. Im dritten Quartal kletterte der Umsatz auf rund 41,6 Milliarden Euro.

Technologischer Vorsprung bleibt schwer kopierbar

Die Herstellung moderner Chips erfordert hochpräzise Maschinen, umfangreiche Forschung und langjährige Erfahrung. Auf kleinster Fläche müssen Milliarden elektronische Schaltelemente untergebracht werden; bereits geringe Fehler können einen Chip unbrauchbar machen.

Andere Hersteller arbeiten daran, zu TSMC aufzuschließen. Unternehmen können ihre Chipentwürfe jedoch nicht ohne Weiteres zu einem anderen Produzenten verlagern, der moderne Prozessoren in großen Stückzahlen und gleichbleibender Qualität fertigt.

Investitionen treiben Taiwans Wirtschaft

Große Technologiekonzerne bauen neue Rechenzentren und benötigen dafür immer mehr Chips. TSMC-Chef Che-Chia Wei sagte bei der Vorlage der Quartalszahlen, die jüngsten Entwicklungen seien sehr positiv für die langfristigen Nachfrageaussichten im KI-Bereich.

Taiwans Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal um 12,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die taiwanische Zentralbank erwartet für das Gesamtjahr ein Wachstum von 11,5 Prozent, während zugleich offen bleibt, wann sich die hohen Investitionen in Rechenzentren auszahlen.

Produktion bleibt auf Taiwan konzentriert

Die Abhängigkeit birgt ein geopolitisches Risiko. China betrachtet Taiwan als Teil seines Territoriums und schließt eine gewaltsame Vereinigung nicht aus; ein militärischer Konflikt könnte die Versorgung der weltweiten Technologieindustrie schwer erschüttern.

TSMC produziert inzwischen auch in den USA und baut dort weitere Fabriken. In Dresden entsteht gemeinsam mit Partnern ein Werk für die Autoindustrie und andere Industriezweige, dessen Produktionsstart für 2027 geplant ist.

TSMC steht an einer zentralen Stelle der globalen Halbleiter-Wertschöpfung: Der Konzern entwickelt die meisten der von ihm gefertigten Prozessoren nicht selbst, sondern produziert sie im Auftrag großer Technologieunternehmen. Diese Arbeitsteilung ermöglicht es Chipdesignern wie Nvidia und Apple, sich auf Architektur und Produkte zu konzentrieren, während TSMC die kapitalintensive Fertigung übernimmt.

Der Vorsprung des taiwanischen Auftragsfertigers beruht auf hohen Investitionen, spezialisierten Anlagen und jahrzehntelanger Erfahrung bei immer kleineren Strukturbreiten. Engpässe in der Halbleiterproduktion lassen sich deshalb nicht kurzfristig durch zusätzliche Fabriken beseitigen. Auch Anlagenhersteller wie ASML signalisierten zuletzt, dass die Nachfrage nach Ausrüstung für fortgeschrittene Chips das künftige Angebot übersteigen könnte.

Geopolitische Verwundbarkeit

Die Konzentration der modernsten Fertigung in Taiwan macht die Lieferketten zugleich widerstandsfähig und verwundbar. TSMC baut seine Präsenz in den USA aus; das geplante Werk in Dresden soll die Versorgung europäischer Industriebranchen verbreitern. Solche Standorte ersetzen die taiwanische Fertigung jedoch nicht kurzfristig. Für Unternehmen und Verbraucher bedeutet die Entwicklung, dass Investitionen in Rechenzentren, Smartphones und Fahrzeuge weiterhin von einer hochkomplexen, geografisch konzentrierten Chipproduktion abhängen.

Wachstum mit offenem Risiko

Der starke Gewinnanstieg zeigt die wirtschaftliche Kraft des KI-Zyklus. Gleichzeitig bleibt offen, wie lange die hohen Ausgaben für Rechenzentren anhalten und wann sich diese Investitionen für Betreiber und Kunden rechnen. Eine spätere Kürzung der Budgets würde TSMC nicht unmittelbar aus der strategischen Schlüsselrolle drängen, könnte aber das Wachstum des Konzerns und der gesamten Zulieferkette deutlich bremsen.

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