Trump will KI durch „Superintelligenz“ ersetzen
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 17:49 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
US-Präsident Donald Trump will den Begriff „Superintelligenz“ anstelle der gewohnten Bezeichnung Künstliche Intelligenz etablieren und ihn künftig in amerikanischen Regierungsdokumenten verwenden.
Trump kritisiert Begriff Künstliche Intelligenz
Vor der UN-Vollversammlung in New York sagte Trump, die Bezeichnung Künstliche Intelligenz lasse die Technologie „fake“ erscheinen. „Und sie ist nicht fake. Sie ist tatsächlich erstaunlich“, sagte der US-Präsident.
USA sollen bei KI führend bleiben
Trump bekräftigte zugleich, dass er auf eine beschleunigte KI-Entwicklung in den USA setzt. Die USA seien China und dem Rest der Welt weit voraus, und dies werde auch so bleiben.
„Ich werde nicht das Wachstum von etwas abwürgen, das größer sein wird als die Industrie-Revolution“, sagte Trump. Damit wies er Forderungen zurück, die Entwicklung wegen möglicher Gefahren zu verlangsamen.
Warnungen vor Kontrollverlust
Nach eigenständigen Hacking-Attacken durch KI-Software hatten sich zuletzt führende Labore wie Anthropic und der ChatGPT-Entwickler OpenAI dafür ausgesprochen, die Entwicklung zu bremsen. Sie warnen davor, dass die Technologie der Kontrolle durch Menschen entgleiten könnte.
Streit über Risiken und Rechenzentren
Einige Forscher halten es für möglich, dass KI unter Umständen die Menschheit auslöschen könnte. Diese Szenarien sind umstritten.
In den USA wächst zudem der Widerstand gegen den Bau großer Rechenzentren für KI. Kritisiert werden unter anderem steigender Strom- und Wasserverbrauch. Die Debatte erreicht auch Trumps Republikanische Partei im Vorfeld der Parlamentswahlen im November.
Begriff und politische Botschaft
Trumps Vorschlag ist mehr als eine sprachliche Anpassung. Mit „Superintelligenz“ rückt er die Leistungsfähigkeit der Technologie in den Mittelpunkt und verbindet die Debatte mit seinem politischen Ziel, die US-Entwicklung zu beschleunigen. Zugleich soll der neue Begriff die Vorstellung zurückweisen, KI sei künstlich oder „fake“.
Wettlauf mit China
Die Namensinitiative fällt in eine Phase, in der Washington und Peking um technologischen Vorsprung konkurrieren. Vertreter beider Staaten berieten zuletzt in New York über einen möglichen Austausch zu Sicherheitsrisiken; parallel wird über internationale Leitplanken für besonders leistungsfähige Modelle diskutiert.
Sicherheit und Folgen
Damit treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Trump setzt auf Wachstum und industrielle Stärke, während KI-Anbieter, Forscher und zahlreiche Regierungen vor Missbrauch, Kontrollverlust und möglichen Folgen für kritische Infrastrukturen warnen. Für Nutzer ist entscheidend, dass eine neue Bezeichnung keine technische Definition und keine zusätzliche Sicherheit schafft. Maßgeblich bleiben daher Transparenz, unabhängige Tests, menschliche Aufsicht und klare Regeln für den Einsatz.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Euronews: „Nur Hochbegabte erwünscht“: Trump lehnt langsamere KI-Entwicklung ab (21.09.2026)
Der Bericht ordne Trumps Vorstoß in seinen Widerstand gegen eine langsamere KI-Entwicklung ein. Er hebe hervor, dass der Präsident Wachstum fördern wolle, während führende Branchenvertreter und andere Akteure über Sicherheitsrisiken und eine mögliche Steuerung besonders leistungsfähiger Modelle stritten; die konkrete Ausgestaltung der angekündigten Strukturen bleibe offen.
MDR: Informatikerin: KI-Anbieter schüren Angst vor Künstlicher Intelligenz bewusst (21.09.2026)
Der Beitrag stelle der Warnung vor einer möglichen Superintelligenz eine skeptische fachliche Einschätzung gegenüber. Eine Informatikerin des Chaos Computer Clubs halte entsprechende Auslöschungsszenarien für übertrieben, während der Artikel zugleich das verbreitete Gefühl des Kontrollverlusts und die Verantwortung der Anbieter thematisiere.
Beide Beiträge bestätigten den politischen Konflikt zwischen beschleunigter Entwicklung und Sicherheitsbedenken, setzten aber unterschiedliche Schwerpunkte: Euronews betone Trumps industriepolitischen Kurs, der MDR-Bericht die gesellschaftliche Wirkung und die Kritik an überzogenen Bedrohungsszenarien. Offen bleibe, ob der neue Begriff in Regierungsdokumenten dauerhaft verwendet werde und welche konkreten Regeln aus der Debatte folgten.
