Trockenperiode, Juni-August

Trockenperiode Juni-August: Bewässerungsverbot mit Bußgeldern bis 50.000 Euro

06.06.2026 - 16:06:48 | boerse-global.de

Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert eine ausgeprägte Trockenperiode. Regionale Bewässerungsverbote und hohe Bußgelder drohen.

Trockenperiode in Deutschland: So gießen Sie richtig im Sommer 2026
Trockenperiode - Eine Hand gießt widerstandsfähige Pflanzen in einem sonnigen Garten, mit Wassertropfen und einem nachhaltigen Hausgarten im Hintergrund. 06.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland könnten betroffen sein. Experten raten daher zu einer grundlegenden Anpassung der Gartenpflege.

Bewässerungsverbote und hohe Bußgelder

In mehreren Regionen sinken die Grundwasserspiegel, die Talsperren führen wenig Wasser. Die Region Hannover hat bereits ein Bewässerungsverbot erlassen: Ab 27 Grad Celsius ist von 11 bis 17 Uhr das Gießen tabu. Das Verbot gilt von Juni bis Ende September. Wer dagegen verstößt, muss mit Bußgeldern von bis zu 50.000 Euro rechnen.

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Ausnahmen gibt es für Regenwassernutzung und das Gießen von Einzelbäumen. Der Wasserverband Siegen-Wittgenstein meldet kritische Werte: Die Obernautalsperre ist nur zu 60 Prozent gefüllt, die Breitenbachtalsperre zu 70 Prozent. Grund dafür sind unter anderem die unterdurchschnittlichen Niederschläge im Jahr 2025.

Das hessische Umweltministerium stellt Kommunen einen Leitfaden für eine „Wasserampel“ zur Verfügung. Damit soll die Bevölkerung für die Wasserknappheit sensibilisiert werden.

So gießen Sie richtig

Fachleute empfehlen für den privaten Garten eine klare Strategie:

  • Gießen vor 8 Uhr morgens – das minimiert Verdunstungsverluste
  • Tief wässern, aber seltener – zwei- bis dreimal pro Woche statt täglich oberflächlich
  • Mulchschicht auftragen – rund fünf Zentimeter dick speichert Feuchtigkeit im Boden
  • Bewässerungssäcke nutzen – für die gezielte Versorgung von Bäumen

Schluss mit Schottergärten

Ein zentraler Aspekt der Klimaanpassung ist die Wahl der richtigen Pflanzen. Landschaftsplaner beobachten einen Trend: Immer mehr Menschen wandeln Schottergärten in pflegeleichte Staudengärten um. Die kommen ohne zusätzliche Bewässerung aus. Besonders hitzeresistent sind Mädchenauge, Königskerze oder Lavendel.

Auch bei Heckenpflanzen tut sich was. In Österreich leiden klassische Thujenhecken massiv unter Trockenstress und Schädlingsbefall – Borkenkäfer und Miniermotten machen ihnen zu schaffen. Kirschlorbeer gilt zudem als invasiv und bietet kaum Nahrung für Bestäuber. Die Alternative: Mischhecken aus Rotbuche, Hainbuche, Glanzmispel oder Eibe.

Der NABU empfiehlt, den Heckenschnitt bis Ende Juli aufzuschieben. So werden brütende Vögel nicht gestört. Gesetzlich ist ein radikaler Rückschnitt vom 1. März bis 30. September ohnehin verboten.

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Baumpaten für die Stadt

Die Trockenheit gefährdet vor allem junge Straßenbäume. In den ersten fÜnf bis zehn Jahren sind sie auf zusätzliche Bewässerung angewiesen. In Duisburg sucht eine Initiative Paten für rund 7.000 Jungbäume. Diese brauchen von März bis September wöchentlich etwa 100 Liter Wasser pro Baum. Das Projekt wird Mitte Juni in der Cubus Kunsthalle vorgestellt.

Ein weiteres Problem: Schädlinge. In Berlin breitet sich der Eichenprozessionsspinner verstärkt aus. 2025 waren über 5.000 Eichen an mehr als 800 Standorten betroffen. Für 2026 rechnen Experten mit weiter steigenden Zahlen. Die Folge: Sperrungen von öffentlichen Grünanlagen und Sportstätten.

Für die Biodiversität auf Rasenflächen empfehlen Experten eine spätere Mahd. Erst wenn das Laub von Zwiebelpflanzen vollständig abgestorben ist – etwa sechs bis acht Wochen nach der Blüte –, sollte gemäht werden. Nur so wird die Zwiebelreifung und Samenbildung nicht beeinträchtigt.

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