Trockene, Hände

Trockene Hände: Fast doppelt so hohes Infektionsrisiko bei tiefen Rissen

Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Milde Reinigung, passende Pflege und Baumwollhandschuhe helfen, die Hautbarriere bei häufigem Händewaschen zu schützen.

Trockene Hände im Herbst: Hautschonend waschen und gezielt pflegen
Ein minimalistisches weißes Waschbecken in einem hellen Badezimmer mit einem schlichten Seifenspender bei natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Mit dem Einsetzen kühlerer Witterungsbedingungen im Herbst steigt das Risiko für rissige und gereizte Haut an den Händen erheblich. Aktuelle Ratgeber und dermatologische Empfehlungen thematisieren, wie eine effektive Handhygiene zum Schutz vor Infektionen gelingen kann, ohne die natürliche Schutzbarriere der Haut unnötig zu schädigen.

Trockene Haut betrifft rund 30 Prozent der Erwachsenen im Laufe ihres Lebens dauerhaft oder vorübergehend. Bei tiefen Rissen kann das Infektionsrisiko laut Studien um fast das Doppelte ansteigen, weshalb ein angepasstes Vorgehen am Waschbecken zentral ist.

Wassertemperatur und Waschtechnik am Waschbecken

Ein weit verbreiteter Irrglaube betrifft die Wassertemperatur beim Händewaschen. Andrea Rückle vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) betont, dass die Temperatur für die hygienische Reinigung keine Rolle spiele und weder warm noch kalt entscheidend sei.

Wichtig sei vielmehr eine angenehme Temperatur, damit die empfohlene Waschdauer von 20 bis 30 Sekunden auch eingehalten werde. Kaltes Wasser gilt zudem als schonender, da die Haut dabei weniger austrocknet.

Für ein wirksames Händewaschen empfiehlt sich ein gründliches Einseifen über 20 bis 30 Sekunden, das Fingerspitzen, Daumen, Handinnenflächen, Handrücken sowie die Fingerzwischenräume einschließt. Nach dem Abspülen ist ein vollständiges Abtrocknen ratsam, insbesondere zwischen den Fingern.

Zu den zentralen Zeitpunkten für die Handhygiene zählen der Gang zur Toilette, Husten, Niesen und Naseputzen sowie die Phase vor der Zubereitung von Lebensmitteln und dem Essen. Fachleute raten zu Flüssigseife statt Seifenstücken sowie zu pH-neutralen Waschsubstanzen und Einmalhandtüchern in öffentlichen Sanitärräumen.

Kältebelastung und gezielte Pflege der Hautbarriere

Die Haut am Handrücken ist von Natur aus dünn und verfügt nur über wenig Unterhautfettgewebe sowie wenige Talgdrüsen. Schäden entstehen häufig durch heißes Wasser und Seife bei bis zu 15 Waschgängen am Tag. Zudem stellt der menschliche Körper bei Außentemperaturen von unter 7 Grad die Produktion von Talg und Fett ein, wie der Münchener Hautarzt Christoph Liebich vom Berufsverband Deutscher Dermatologen erläutert.

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Liebich empfiehlt bei trockenen Händen vier praktische Maßnahmen:
- Die Anwendung von Naturölen wie Oliven-, Jojoba- oder Mandelöl über Nacht in Kombination mit Baumwollhandschuhen
- Ein Handölbad in lauwarmem Wasser
- Eine Handmaske aus etwa einer Tasse Haferflocken und lauwarmem Wasser mit einer Einwirkzeit von zehn Minuten
- Die ausschließliche Nutzung von lauwarmem Wasser und milder, nichtalkalischer Seife

Auch das Gesundheitsportal des Bundes rät bei trockener Haut zu milden, nichtalkalischen Seifen.

Nachtrituale und Wirkstoffe gegen Schuppen und Risse

Typische Symptome einer strapazierten Schutzschicht sind Spannungsgefühle, Rauheit, Schuppen, Rötungen und Juckreiz. Dabei ist zwischen echter trockener Haut, die auf einem Lipidmangel beruht, und dehydrierter Haut mit reinem Wassermangel zu unterscheiden.

Während lipidarme Haut von Ceramiden oder Ölen profitiert, benötigt feuchtigkeitsarme Haut Wirkstoffe wie Hyaluronsäure oder Glycerin. Bei einem einfachen Heimtest bleibt die Haut nach der Reinigung 60 Minuten lang unberührt; tritt ein Spannungsgefühl bereits nach 15 bis 20 Minuten auf, deutet dies auf einen Lipidmangel hin.

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Bis zu 15 Waschgänge am Tag setzen der dünnen Haut am Handrücken zu — heißes Wasser und Seife tragen die Lipide ab, die Feuchtigkeit halten sollen. Wie Sie trotzdem hygienisch und hautschonend waschen, erklärt dieser Leitfaden mit konkreten Waschzeiten und Pflege-Tipps. Leitfaden für hautschonende Handhygiene sichern

Als abendliches Pflegeritual empfiehlt sich als letzter Handgriff vor dem Schlafengehen eine erbsengroße Menge Creme pro Hand. Sinnvoll sind Produkte mit Harnstoff im niedrigen einstelligen Prozentbereich oder Glycerin in Kombination mit Fett. Anschließend werden für einen vierminütigen Ablauf reine, locker sitzende Baumwollhandschuhe übergestreift.

Diese Maßnahme eignet sich zwei- bis dreimal pro Woche, bei akuten Problemen auch täglich. Die Handschuhe sollten bei 60 Grad ohne Weichspüler gewaschen werden, idealerweise im Wechsel mit zwei bis drei Paaren. Die Nagelhaut sollte nicht abgeschnitten werden. Treten Rötungen, Schwellungen oder Eiter auf, ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

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