Trinkwasser, Wiesbaden

Trinkwasser in Wiesbaden: Abkochgebot wegen Pseudomonas in zwei Bezirken

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 19:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Pseudomonas wurde nahe dem Kurhaus nachgewiesen; Untersuchungen laufen, während das Abkochgebot für Teile der Stadt gilt.

Wiesbaden: Bakterien im Trinkwasser führen zu Abkochgebot
Ein moderner Wasserhahn aus Edelstahl in einer hellen Küche bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Nach dem Nachweis von Bakterien im Trinkwassernetz hat das Gesundheitsamt in Wiesbaden vorsorgliche Sicherheitsmaßnahmen für Teile des Stadtgebiets verfügt. Bei routinemäßigen Kontrollen im Bereich nahe dem Kurhaus wurde der Erreger Pseudomonas aeruginosa festgestellt.

Wie behördliche Berichte vom 25. September 2026 darlegen, gilt bis auf Weiteres ein Abkochgebot für die betroffenen Abschnitte der Bezirke Wiesbaden-Mitte sowie Wiesbaden-Nordost. Fachleute untersuchen derzeit die Ursache für den mikrobiologischen Befund.

Vorgaben für den Alltag und besondere Risikogruppen

Um gesundheitliche Risiken für die Bevölkerung zu vermeiden, hat das Wiesbadener Gesundheitsamt konkrete Verhaltensregeln formuliert. Leitungswasser, das für den menschlichen Verzehr oder die persönliche Hygiene vorgesehen ist, muss vor der Verwendung sprudelnd aufgekocht werden.

Dazu zählen neben dem Trinken auch das Kochen, die Zubereitung von Lebensmitteln, das Zähneputzen sowie die Reinigung von Wunden. Das Wasser soll nach dem Aufkochen mindestens zehn Minuten abkühlen, bevor es genutzt wird. Eine uneingeschränkte Nutzung des Leitungswassers ist den Angaben zufolge lediglich für die Toilettenspülung möglich.

Für Personen mit bestimmten gesundheitlichen Vorbelastungen gelten weitergehende Vorsichtsmaßnahmen. Menschen mit chronischen Hautentzündungen, offenen Wunden oder schweren Atemwegserkrankungen sollen auch beim regelmäßigen Händewaschen sowie beim Duschen auf abgekochtes Wasser zurückgreifen. Besondere Aufmerksamkeit empfiehlt das Amt zudem Kontaktlinsenträgern bei der Reinigung ihrer Sehhilfen.

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Netzüberwachung und Ursachenforschung

Die zuständigen städtischen Behörden leiteten unverzüglich Überprüfungen ein, um die Ausbreitung der Keime im Leitungsnetz einzugrenzen. Weitere Wasserproben, die außerhalb des direkt betroffenen Areals sowie in anderen Stadtteilen entnommen wurden, blieben unauffällig. Zur Klärung der Herkunft der Verunreinigung laufen derzeit detaillierte Untersuchungen.

Um die Wasserqualität im betroffenen Versorgungsgebiet wiederherzustellen, sind mehrfach pro Woche Netzspülungen und begleitende Probenahmen vorgesehen. Erst wenn die Laboranalysen wieder dauerhaft einwandfreie Befunde aufweisen, kann das Gesundheitsamt Entwarnung geben. Ein genauer Zeitpunkt für die Aufhebung des Abkochgebots ist bislang offen.

Geplante Veranstaltungen und Einsatz von Filtertechnik

Trotz der Einschränkungen im Leitungsnetz bleiben geplante Großveranstaltungen im Wiesbadener Stadtgebiet aufrechterhalten. Wie die Stadt Wiesbaden mitteilte, können das Stadtfest, der Herbstmarkt und das Erntedankfest wie vorgesehen stattfinden.

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Für Menschen mit chronischen Hautentzündungen, offenen Wunden oder schweren Atemwegserkrankungen reicht das Abkochen zum Trinken nicht aus — auch beim Händewaschen und Duschen ist Vorsicht geboten. Der Leitfaden fasst die Verhaltensregeln für Risikogruppen und Kontaktlinsenträger übersichtlich zusammen. Verhaltensregeln für Risikogruppen sichern

Um die Versorgung vor Ort abzusichern, kommt eine spezielle Filtertechnik zum Einsatz, die eine Nutzung des Wassers auf den Veranstaltungsflächen ermöglicht. Parallel dazu beobachten die Behörden die Entwicklung im Trinkwassernetz weiterhin kontinuierlich.

Mehr zum Thema bei FAZ: „Bakterium im Trinkwasser entdeckt: Abkochgebot in Wiesbaden“

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