Trinkverhalten, Deutschen

Trinkverhalten: 60% der Deutschen unterschreiten 1,5-Liter-Grenze

Veröffentlicht am: 14.09.2026 um 09:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DAK-Präventionsradar zeigt mehr Schlafstörungen und Erschöpfung unter Schülern. Zugleich trinken viele junge Menschen im Alltag zu wenig.

DAK-Studie: Schlafprobleme und Erschöpfung bei Schülern nehmen zu
Ein Glas Wasser auf einem leeren Schulschreibtisch vor einer unscharfen Tafel in einem ruhigen Klassenzimmer. Illustration mit AI erstellt.

Untersuchungen zur gesundheitlichen Situation junger Menschen in Deutschland deuten auf eine zunehmende Belastung hin. Wie die zehnte Erhebung des DAK-Präventionsradars für das Schuljahr 2025/2026 zeigt, leidet fast jeder zweite Schüler unter Schlafproblemen.

An der Befragung nahmen rund 30.000 Jugendliche der Klassenstufen 5 bis 10 an insgesamt 141 Schulen in 15 Bundesländern teil. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass 69 Prozent der Befragten mindestens einmal pro Woche unter Erschöpfung leiden.

Signifikante Zunahme von Erschöpfung und Schlafstörungen

Die Daten des vom Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung durchgeführten Präventionsradars belegen eine negative Entwicklung über die vergangenen Jahre. Während im Schuljahr 2019/2020 noch 36 Prozent der Schüler über Schlafprobleme berichteten, stieg dieser Anteil im vergangenen Schuljahr auf 46 Prozent an.

Auch die Häufigkeit von Erschöpfungszuständen nahm deutlich zu: Lag der Wert vor drei Jahren noch bei 52 Prozent, gaben in der aktuellen Erhebung 69 Prozent an, regelmäßig erschöpft zu sein.

Dieser Zustand spiegelt sich auch im allgemeinen Wohlbefinden wider. Demnach berichten 49 Prozent der befragten Schüler über ein vermindertes Wohlbefinden. Lediglich 57 Prozent gaben an, positiv in die Zukunft zu blicken. DAK-Chef Andreas Storm sieht in diesem Zusammenhang eine Verbindung zu den Ergebnissen der Pisa-Studie 2025, bei der 6.700 Jugendliche im Alter von 15 Jahren getestet wurden.

Vernachlässigte Hydration als möglicher Belastungsfaktor

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Parallel zur mentalen und physischen Erschöpfung rückt die Flüssigkeitsversorgung in den Fokus wissenschaftlicher Betrachtungen. Der Hydration-Report 2026, eine repräsentative Umfrage der INNOFACT AG im Auftrag der GFF unter 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren, zeigt erhebliche Defizite auf.

Demnach trinken 60 Prozent der Deutschen täglich weniger als 1,5 Liter. Besonders ausgeprägt ist dieser Mangel bei den 18- bis 24-Jährigen, von denen 64 Prozent die gängigen Trinkempfehlungen unterschreiten.

Die Analyse verdeutlicht zudem strukturelle Hindernisse im Alltag. Etwa 23 Prozent der Berufstätigen gaben an, an ihrem Arbeitsplatz nicht jederzeit trinken zu können. Bei den jüngeren Erwerbstätigen liegt dieser Wert mit 41 Prozent sogar noch deutlich höher.

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Auch im privaten Umfeld zeigt sich ein ambivalentes Bild: Während 97 Prozent der Befragten Mineralwasser nutzen und 82 Prozent es als das gesündeste Getränk einstufen, vernachlässigen viele Eltern ihre eigene Versorgung. Rund 37 Prozent der Eltern trinken selbst weniger, während sie ihre Kindern aktiv an das Trinken erinnern.

Physiologische Hintergründe und Empfehlungen für den Alltag

Fachleute weisen darauf hin, dass Dehydration die Müdigkeit massiv verstärken kann. Während einer Schlafdauer von sechs bis acht Stunden verliert der Körper allein über die Atmung etwa 300 bis 400 ml Flüssigkeit. Die Gesamtbilanz des nächtlichen Flüssigkeitsverlusts liegt in einer kühlen Winternacht bei 500 bis 700 ml und kann in schwülen Sommernächten bis auf das Doppelte ansteigen.

Um die Leistungsfähigkeit am Morgen wiederherzustellen, wird empfohlen, innerhalb der ersten 30 Minuten nach dem Aufwachen 400 bis 500 ml lauwarmes Wasser zu trinken. Die Zugabe einer Messerspitze Salz (circa 0,5 g) könne dabei helfen, das Wasser im Gefäßsystem zu binden. Eine spürbare Wirkung trete in der Regel nach 20 bis 45 Minuten ein. Als häufigster Fehler am Morgen gilt die Aufnahme von Kaffee vor dem ersten Glas Wasser.

Zur Bekämpfung von Tagesmüdigkeit eignen sich laut Experten neben Wasser mit Zitrone auch verschiedene Teesorten wie grüner oder schwarzer Tee sowie Mate. Auch Elektrolyt-Drinks, beispielsweise Kokoswasser gemischt mit Saft, können unterstützend wirken.

Von zuckerhaltigen Energy-Drinks wird hingegen abgeraten. Neben Flüssigkeitsmangel können auch Nährstoffdefizite bei Vitamin B1, B12, D sowie Eisen, Magnesium und Folsäure Auslöser für ausgeprägte Tagesmüdigkeit sein.

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