Trickdiebstähle, Polizei

Trickdiebstähle: Polizei meldet mindestens sechs Fälle im Kanton Zug

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 21:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Betrüger bestahlen ältere Menschen mit Schmucktricks und falschen Handwerkerbesuchen; in Thüringen nahm die Polizei zwei Verdächtige vorläufig fest.

Trickdiebstähle in Deutschland und der Schweiz: Polizei meldet mehrere Fälle
Ein verlassener, menschenleerer öffentlicher Platz in der Dämmerung mit Kopfsteinpflaster und atmosphärischer Beleuchtung. Illustration mit AI erstellt.

Die Polizeibehörden in Deutschland und der Schweiz verzeichnen aktuell eine Häufung von gezielten Trickdiebstählen. Wie aus verschiedenen Polizeiberichten hervorgeht, nutzen die Täter unterschiedliche Maschen, um vorwiegend ältere Menschen im öffentlichen Raum, in ihren Fahrzeugen oder direkt in ihren Wohnungen zu bestehlen. Die Vorgehensweisen reichen dabei von vorgetäuschten Umarmungen über falsche Handwerkerbesuche bis hin zur Nachahmung von Amtsträgern.

Der „Kettentrick“ und Ablenkung im öffentlichen Raum

Besonders im Kanton Zug in der Schweiz ist seit Anfang September 2026 eine Serie von Diebstählen zu beobachten. Die Zuger Polizei meldete mindestens sechs Fälle, bei denen Halsketten entwendet wurden. Die Täter konzentrierten sich zuletzt auf die Region Ennetsee mit den Gemeinden Cham, Steinhausen und Hünenberg.

Das Vorgehen am 23. September 2026 folgte einem bekannten Muster: Die Diebe sprachen ältere Passanten an und legten ihnen angeblichen Goldschmuck um oder täuschten eine herzliche Umarmung vor. In diesem Moment tauschten sie unbemerkt den echten Schmuck der Opfer gegen wertlosen Modeschmuck aus.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich bereits am 18. September 2026 in Duisburg-Aldenrade. Laut der Kriminalpolizei Duisburg wurde eine 87-jährige Frau auf dem Kometenplatz von einem etwa vier- bis fünfjährigen Mädchen umarmt und geküsst.

Unmittelbar danach stellte die Seniorin fest, dass ihre Goldkette fehlte. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Kind von Hinterleuten, vermutlich zwei dunkel gekleideten Frauen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren, zu der Tat angestiftet wurde.

Falsche Handwerker verschaffen sich Zutritt zu Wohnungen

Neben Diebstählen auf offener Straße häufen sich Meldungen über Täter, die unter Vorwänden in die Privatsphäre ihrer Opfer eindringen. In Frankfurt-Praunheim verschaffte sich am 23. September 2026 ein etwa 20-jähriger Mann Zutritt zur Wohnung einer 89-Jährigen, indem er vorgab, die Wasserhähne prüfen zu müssen.

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Während der Mann, der als schlank beschrieben wurde und schwarze Gummihandschuhe trug, die Seniorin ablenkte, wurde Goldschmuck entwendet. Ein Komplize wartete währenddessen vor der Tür.

Ebenfalls am 23. September 2026 kam es in Freystadt im Landkreis Neumarkt zu einem Vorfall im Lindenweg. Dort gaben zwei Männer gegenüber einer 80-Jährigen vor, eine Heizungsreparatur durchführen zu müssen. Während einer der Täter die Bewohnerin ablenkte, stahl der andere Schmuck im Wert von rund 350 Euro aus einem Schmuckkästchen.

Die Polizei Neumarkt hat die Ermittlungen aufgenommen, nachdem die Frau den Betrug kurze Zeit später bemerkt hatte. In Dresden wurden am selben Tag eine 91-Jährige und ein 82-Jähriger in ihren Wohnungen bestohlen; im Fall der 91-jährigen Frau hoben die Täter zudem rund 1.000 Euro mit einer entwendeten EC-Karte ab.

Festnahmen und bewaffnete Tatverdächtige

In Thüringen gelang der Polizei ein Fahndungserfolg. In Eisenberg hatte eine 86-jährige Frau am Dienstagnachmittag falschen Polizisten Bargeld in Höhe von 3.200 Euro sowie zahlreiche Schmuckstücke übergeben. Nachfolgende Ermittlungen führten zur Kontrolle eines Fahrzeugs in Südthüringen.

Bei den beiden Tatverdächtigen im Alter von 17 und 19 Jahren fanden die Beamten Gold- und Silberketten, Armbänder sowie Ringe, die das Opfer später als ihr Eigentum identifizierte. Die Verdächtigen wurden vorläufig festgenommen.

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Einen weiteren Zwischenfall gab es am 23. September 2026 am Hamburger Hauptbahnhof. Dort entwendete ein 20-Jähriger in einem Schmuckgeschäft eine Halskette im Wert von 20 Euro. Bei der anschließenden Festnahme durch die Bundespolizei wurde bei dem Mann ein griffbereiter und betriebsbereiter Taser sichergestellt. Gegen ihn wird nun wegen Diebstahls mit Waffen ermittelt.

Die Polizeibehörden mahnen zur Vorsicht und raten Bürgern, bei Kontakt mit Fremden im öffentlichen Raum Distanz zu wahren und keine unbekannten Personen in die Wohnung zu lassen. Verdächtige Beobachtungen sollten umgehend über den Notruf gemeldet werden.

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