Treppensteigen, Etagen

Treppensteigen: Sechs Etagen täglich senken Sterblichkeit um 24%

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 02:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Studien belegen: Treppensteigen senkt Sterberisiko deutlich, mediterrane Kost schützt vor Krankheiten, Hitzewellen beschleunigen das biologische Altern.

Longevity-Studien: Treppensteigen, Ernährung und Hitze als Schlüsselfaktoren für gesundes Altern
Eine rüstige ältere Frau bereitet in einer hellen, modernen Küche frisches mediterranes Gemüse zu. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die moderne Longevity-Forschung rückt zunehmend Faktoren in den Fokus, die über kostspielige Therapien hinausgehen. Wie die Hamburger Medizinerin und Expertin Viyan Sido in einem Mitte August 2026 veröffentlichten Gespräch erläuterte, seien die effektivsten Maßnahmen für ein langes und gesundes Leben weitgehend kostenfrei zugänglich.

Insbesondere für Frauen spiele die präventive Gestaltung des Alterungsprozesses eine zentrale Rolle, wobei Sido den Fokus auf Lebensstilentscheidungen legt, die bereits in jüngeren Jahren die Basis für die spätere Gesundheit bilden.

Die Bedeutung von Bewegung und Alltagsaktivität

Ein wesentlicher Pfeiler des gesunden Alterns bleibt die körperliche Aktivität, deren Wirkung durch aktuelle Daten untermauert wird. Eine Meta-Analyse, die Informationen von 480.479 Personen aus neun Studien zusammenfasste, belegte Mitte August 2026 den hohen Nutzen von einfachem Treppensteigen.

Demnach senke das regelmäßige Steigen von etwa sechs Etagen täglich das Risiko für einen Herz-Kreislauf-Tod um 39 Prozent und die allgemeine Sterblichkeit um 24 Prozent.

Dass Sport und ein aktives Sozialleben bis ins hohe Alter möglich sind, zeigt das Beispiel von Annelies Lippmann. Die Dresdnerin, die Ende August 2026 ihr 100. Lebensjahr vollendet, trainiert seit 16 Jahren wöchentlich im Bereich Gesundheitssport. Fachleute beschreiben die Seniorin als Vorbild für ihre Altersgruppe, da sie eine körperliche Verfassung aufweise, die eher einer rüstigen 80-Jährigen entspreche.

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Ernährungsgewohnheiten und der kritische Blick auf Proteine

In der wissenschaftlichen Debatte um die optimale Ernährung zeigt eine italienische Analyse von 126 Studien mit über acht Millionen Teilnehmern deutliche Vorteile der mediterranen Kost. Diese Ernährungsform senke das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes sowie bestimmte Krebsarten signifikant.

Gleichzeitig wird der trend zu einer extrem proteinreichen Ernährung kritischer hinterfragt. Forscher der University of Wisconsin-Madison kamen zu dem Schluss, dass eine dauerhaft hohe Eiweißzufuhr nicht für jeden Individuellen Vorteile biete.

Zwar gebe es keine direkten Beweise für eine Schädlichkeit, jedoch blieben zusätzliche positive Effekte oft aus. Professor Valter Longo warnte zudem davor, dass ein Übermaß an Protein das Altern beschleunigen und das Diabetes-Risiko erhöhen könne.

Eine Untersuchung mit 200.000 Teilnehmern zeigte, dass eine sehr hohe Zufuhr tierischer Proteine das Risiko für Typ-2-Diabetes verdoppeln könne. Longo empfiehlt daher eine Zufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, wobei pflanzliche Proteine gegenüber tierischen im Verhältnis von zwei zu eins bevorzugt werden sollten.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) stützt diese Mengenangaben weitgehend und empfiehlt für Erwachsene bis 65 Jahre ebenfalls 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht, während der Wert ab 65 Jahren auf 1,0 Gramm steige.

Ergänzend dazu deuten Tierstudien der University of Wisconsin darauf hin, dass eine reduzierte Zufuhr der Aminosäure Isoleucin die Lebensdauer bei männlichen Mäusen um 33 Prozent und bei weiblichen um 7 Prozent verlängern könne, was auch mit einer verbesserten Blutzuckerkontrolle einhergehe.

Umwelteinflüsse und physiologische Faktoren beim Altern

Neben der Ernährung beeinflussen auch äußere Bedingungen das biologische Alter. Eine in Nature Climate Change veröffentlichte Studie der Universität Hongkong und Daten aus Taiwan zeigen, dass Hitzewellen den Körper schneller altern lassen. Den Analysen von 25.000 Menschen zufolge erhöhe jedes zusätzliche Grad Celsius über den Durchschnittswerten das biologische Alter um acht bis elf Tage.

Auf hormoneller Ebene gibt es ebenfalls neue Einordnungen. Die US-Gesundheitsbehörde FDA hatte bereits im November 2025 strenge Warnhinweise für Östrogen gestrichen. Aktuelle Berichte weisen darauf hin, dass Östrogen das biologische Alter verringern sowie die Nierenfunktion und Hautqualität verbessern könne.

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Trotz der biologischen Alterungsprozesse bleibt die subjektive Wahrnehmung oft positiv. Eine dänische Studie der Universität Aarhus ergab, dass sich Erwachsene über 40 Jahre im Durchschnitt rund 20 Prozent jünger fühlen, als sie tatsächlich sind. Dieser Effekt sei unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Bildung oder Einkommen.

Hinsichtlich der Unterstützung durch Supplemente mahnen Fachleute zur Sachlichkeit. Die Ernährungswissenschaftlerin Marlies Gruber erklärte Mitte August 2026, dass Kreatin zwar bei kurzzeitigen, intensiven Belastungen und altersbedingtem Muskelschwund sinnvoll sein könne, Versprechungen bezüglich einer gesteigerten Lebenserwartung oder kognitiven Verbesserungen jedoch oft überzogen seien.

Zudem werden pharmakologische Ansätze wie der Einsatz von Gemfibrozil untersucht, das in Modellorganismen wie Hefe und Würmern die Lebensdauer verlängert habe, indem es bestimmte Transportmechanismen blockiert und die Nährstoffaufnahme reguliert.

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