Treppensteigen: 39 Prozent weniger Herzinfarkte durch regelmäßige Bewegung
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 21:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktuelle medizinische Untersuchungen und Analysen von Gesundheitsexperten verdeutlichen den erheblichen Einfluss der täglichen Lebensmittelauswahl auf das Herz-Kreislauf-System. Dabei stehen nicht nur offensichtliche Fehlernährungen im Fokus, sondern auch spezifische Fallen in Produkten, die oft als gesund wahrgenommen werden.
Eine im Frühjahr 2026 in der Fachzeitschrift „Nature Medicine“ veröffentlichte Studie unterstreicht die globale Relevanz: Demnach waren im Jahr 2023 weltweit mehr als 4 Millionen Todesfälle durch koronare Herzkrankheiten auf eine unzureichende Ernährung zurückzuführen.
Globale Auswirkungen mangelhafter Ernährung
Die Analyse der Daten aus dem Jahr 2023 zeigt, dass vor allem ein Mangel an Vollkornprodukten, Nüssen, Samen sowie Obst und Gemüse die Sterblichkeit erhöht. Gleichzeitig identifizierten die Forscher einen hohen Natriumkonsum als einen der Haupttreiber für Herzerkrankungen.
In der Schweiz etwa werden jährlich rund 4200 Todesfälle infolge koronarer Herzkrankheiten mit schlechter Ernährung in Verbindung gebracht. Ein wesentlicher Faktor ist hier der Salzkonsum, der mit durchschnittlich 8,7 Gramm pro Tag deutlich über der Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von maximal 5 Gramm liegt.
Ein weiteres Risiko bleibt oft lange unbemerkt: Ein erhöhter Cholesterinspiegel. Ein Facharzt für Nephrologie wies darauf hin, dass Symptome wie Luftnot oder Müdigkeit erst in einem späten Stadium auftreten. Davon können bereits Kinder und Jugendliche betroffen sein, weshalb eine frühzeitige Sensibilisierung für die Blutwerte entscheidend sei.
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Versteckte Fallen in vermeintlich gesunden Lebensmitteln
Ernährungsexperten warnen vor spezifischen Produkten, die im Alltag häufig unterschätzt werden. Ernährungsberaterin Carolin Kotke nennt in diesem Zusammenhang insbesondere hochverarbeitete vegane Fleischersatzprodukte, die oft hohe Mengen an Salz, Zucker und Fetten enthalten. Auch Fertigmüslis erweisen sich häufig als Zuckerfallen; so enthalten etwa Sultaninen in solchen Mischungen bis zu 60 Gramm Zucker pro 100 Gramm.
Säfte und Smoothies, die oft als Vitamingaranten gelten, können mit bis zu 13 Gramm Zucker pro 100 Milliliter sogar den Zuckergehalt von Limonaden wie Cola übertreffen.
Zudem stehen sogenannte Light-Produkte in der Kritik. Der Einsatz von Süßstoffen wie Aspartam, Sucralose oder Xylit wird in verschiedenen Studien mit Darmproblemen, einem Krebsverdacht und erhöhten Herz-Kreislauf-Risiken assoziiert.
Auch beim Konsum von Naturprodukten ist Maßhalten geboten: Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Erwachsenen, täglich nicht mehr als 15 bis 20 Gramm rohe geschrotete Leinsamen zu verzehren, da bei höheren Mengen Vergiftungserscheinungen wie Atemnot drohen können. Für Kleinkinder unter vier Jahren seien diese gar nicht geeignet.
Körperzusammensetzung und Bewegung als entscheidende Faktoren
Neben der reinen Lebensmittelwahl spielt die physische Konstitution eine wesentliche Rolle. Eine Langzeitstudie im „Journal of the American College of Cardiology“ (JACC), die über rund 20 Jahre etwa 260.000 Teilnehmer begleitete, zeigt, dass der Body-Mass-Index (BMI) allein kein ausreichender Indikator für das Herzrisiko ist.
Normalgewichtige Personen mit einem erhöhten Bauchumfang oder einem ungünstigen Taille-Hüft-Verhältnis haben demnach ein bis zu 50 Prozent höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Professor Landmesser von der Charité bestätigte diesen Befund. Bauchfett wirke entzündungsfördernd und erhöhe das Risiko selbst bei einem normalen BMI zwischen 18,5 und 24,9 um 15 bis 50 Prozent. Zur Vorbeugung empfiehlt die Kardiologie regelmäßige Bewegung.
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Laut dem Experten Stefan Waller senken bereits 6.000 bis 9.000 Schritte täglich das Risiko deutlich. Eine Meta-Analyse im „American Journal of Cardiovascular Drugs“ mit 480.000 Teilnehmern belegt zudem, dass tägliches Treppensteigen – idealerweise etwa sechs Treppenabsätze – das Risiko eines Herz-Kreislauf-Todes um 39 Prozent senken kann.
Einfluss von Schlaf und modernen Medikationsansätzen
Zusätzlich zur Ernährung beeinflussen Lebensgewohnheiten wie der Schlaf die Herzgesundheit. Eine finnische Studie mit 3231 Teilnehmern deutet darauf hin, dass unregelmäßige Schlafenszeiten das Risiko für schwere Erkrankungen steigern, insbesondere wenn die Schlafdauer unter acht Stunden liegt.
Im Bereich der medikamentösen Forschung zeigt eine im „British Medical Journal“ (BMJ) veröffentlichte Beobachtungsstudie an über 50.000 Typ-2-Diabetikern neue Aspekte auf. Der Wirkstoff Tirzepatid wurde dort mit einem geringeren Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle im Vergleich zu herkömmlichen Therapien wie Sitagliptin assoziiert.
Während unter Tirzepatid nach einem Jahr 2,9 Prozent der Patienten ein entsprechendes Ereignis erlitten, waren es in der Vergleichsgruppe 4,4 Prozent. Dennoch betonen Forscher, dass solche medikamentösen Ansätze die Basis einer gesunden Lebensführung lediglich ergänzen, aber nicht ersetzen können.
