Treppensteigen, Herzinfarkt-Todesfälle

Treppensteigen: 39% weniger Herzinfarkt-Todesfälle durch Alltagsbewegung

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 16:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Regelmäßige Alltagsaktivität kann Sterberisiken senken, die Stimmung verbessern und trotz Zeitmangel mit unterschiedlichen Bewegungsmustern umgesetzt werden.

Treppensteigen und Bewegung: Studien zeigen Vorteile für Gesundheit
Eine minimalistische, moderne Treppe aus Holz und Beton in einem hellen, architektonischen Raum ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Wissenschaftliche Untersuchungen verdeutlichen zunehmend den Einfluss moderater Alltagsbewegung auf die langfristige Gesundheit. Eine Meta-Analyse der Norfolk and Norwich University Hospital sowie der Norwich Medical School zeigt, dass regelmäßiges Treppensteigen erhebliche präventive Effekte erzielen kann.

Die Auswertung von neun Studien mit insgesamt über 480.000 Teilnehmenden im Alter zwischen 35 und 84 Jahren ergab, dass das Risiko, an einer Herzerkrankung zu sterben, durch diese Form der Aktivität um 39 % gesenkt wird.

Die über einen Zeitraum von durchschnittlich 14 Jahren beobachteten Daten, die im American Journal of Cardiovascular Drugs veröffentlicht wurden, belegen zudem eine Senkung des allgemeinen Sterberisikos um 24 %. Als optimales Pensum für diese gesundheitlichen Vorteile identifizierten die Forscher eine Menge von sechs Treppenabsätzen pro Tag.

Signifikante Unterschiede in der Lebenserwartung

Die Bedeutung eines gesunden Lebensstils wurde auch auf dem Longevity Forum Deutschland in Hamburg thematisiert. Experten identifizierten sieben evidenzbasierte Faktoren, darunter Schlaf, Ernährung, soziale Interaktion und Nichtrauchen sowie Bewegung.

Daten der Nurses-Health-Studie verdeutlichen die Tragweite dieser Faktoren: 50-Jährige mit einem gesunden Lebensstil – definiert durch Nichtrauchen, einen normalen BMI, täglich 30 Minuten Aktivität sowie eine mediterrane Diät bei moderatem Alkoholkonsum – haben eine Lebenserwartung von weiteren 43 Jahren. Im Gegensatz dazu beträgt diese bei einem ungesunden Lebensstil lediglich 29 Jahre, was eine Differenz von 14 Lebensjahren bedeutet.

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Ergänzend dazu unterstreicht die Alzheimer Forschung Initiative (AFI) unter Verweis auf die Lancet Commission 2024, dass körperliche Inaktivität ein modifizierbarer Risikofaktor für Demenz ist.

Demnach seien theoretisch 45 % der weltweiten Demenzfälle durch die Beeinflussung von 14 Risikofaktoren vermeidbar. Die Experten betonen dabei, dass keine sportlichen Höchstleistungen erforderlich seien, sondern regelmäßige Alltagsaktivität im Vordergrund stehen sollte.

Mentale Gesundheit und kognitive Leistungsfähigkeit

Neben den physischen Auswirkungen hat Bewegung direkten Einfluss auf das psychische Wohlbefinden. Eine norwegische Studie der Western Norway University of Applied Sciences mit 10.460 Studierenden zeigte einen deutlichen Zusammenhang zwischen Inaktivität und psychischen Belastungen.

Frauen, die nie oder selten aktiv sind, weisen demnach ein um 15 % höheres Risiko für Depressionen oder Angststörungen auf, bei Männern liegt dieser Wert bei 33 %. Erst ab einem Pensum von etwa zehn Stunden Bewegung pro Woche schwäche sich dieser Effekt ab.

Kurzfristige positive Effekte auf die Stimmung und Kognition lassen sich bereits durch geringe Intensitäten erzielen. Forscher der University of Tsukuba in Japan beobachteten bei 24 Erwachsenen nach zehn Minuten Super-Slow-Jogging (10–13 min/km) eine erhöhte Aktivität im präfrontalen Kortex sowie verbesserte Testergebnisse und eine heitere Stimmung. Die Ergebnisse wurden im August 2026 in der National Library of Medicine veröffentlicht.

Barrieren und praktische Umsetzung im Alltag

Trotz der belegten Vorteile bestehen in der Bevölkerung Umsetzungshürden. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der DAK-Gesundheit vom August 2026 unter mehr als 1.000 Deutschen zeigt, dass zwar 74 % der Befragten für ein gesundes Altern Sport treiben würden, jedoch 40 % Zeitmangel als Hindernis anführen. 35 % nannten mangelnde Motivation als Grund für Inaktivität, wobei dies bei Männern mit 40 % stärker ausgeprägt ist als bei Frauen mit 30 %.

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Für Personen mit Zeitmangel bieten wissenschaftliche Erkenntnisse Entlastung: Eine im Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie mit über 350.000 US-Erwachsenen stellte fest, dass es keinen signifikanten Unterschied in der Sterblichkeit macht, ob das Bewegungspensum regelmäßig über die Woche oder konzentriert an ein bis zwei Tagen ("Weekend Warriors") absolviert wird, sofern das Gesamtvolumen übereinstimmt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt grundsätzlich 150 bis 300 Minuten moderate Bewegung pro Woche.

Auch die Arbeitsumgebung wird zunehmend als Interventionsort genutzt. Produkttests von ergonomischen Büromöbeln wie dem Aeris Swopper, der für ca. 689 Euro angeboten wird, deuten darauf hin, dass aktives Sitzen Rückenschmerzen reduzieren kann. Als Alternativen im Markt gelten unter anderem Modelle wie der Sedus se:fit ab 150 Euro oder der Wilkhahn Stitz 2 ab 474 Euro.

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