Trainingsdaten, Ifo

Trainingsdaten für KI: Ifo warnt vor 155 Milliarden Euro Verlust

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 15:51 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das Ifo-Institut beziffert mögliche Einbußen durch erschwerten Trainingsdatenzugang bis 2034 auf 155 Milliarden Euro jährlich.

Ifo warnt: Datenregeln könnten Deutschlands KI-Wertschöpfung mindern
Ein modernes, minimalistisches Forschungsgebäude mit Glasfassade vor einer weiten Landschaft bei Sonnenuntergang. Illustration mit AI erstellt.

Das Münchner Ifo-Institut warnt vor neuen regulatorischen Hürden beim Zugang zu Trainingsdaten für künstliche Intelligenz. Nach einer Modellrechnung des Wirtschaftsforschungsinstituts könnten strengere Vorgaben das deutsche Wachstumspotenzial im Bereich der generativen KI empfindlich schwächen.

Generative KI besitzt laut den Berechnungen das Potenzial, Deutschland bis zum Jahr 2034 eine zusätzliche Wertschöpfung von 440 Mrd. Euro pro Jahr zu bringen.

Sollte der Zugang zu notwendigen Trainingsdaten durch rechtliche Hürden jedoch erschwert werden, drohe eine Reduktion dieses Zuwachses um 155 Mrd. Euro. Dies entspricht gut einem Drittel des gesamten erwarteten Potenzials. In der Studie wird dieser Betrag mit 173,430 Mrd. US-Dollar beziffert, basierend auf einem Wechselkurs von 1 US-Dollar zu 0,8937 Euro.

Aufteilung des Potenzials und Risikokanäle

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Das gesamte Wertschöpfungspotenzial von 440 Mrd. Euro teilt sich laut dem Institut in drei Kernbereiche auf: Den größten Anteil mache mit 330 Mrd. Euro die breite unternehmensübergreifende Nutzung von KI aus. Weitere 65 Mrd. Euro entfallen auf eine gesteigerte Produktivität in der Forschung, während 45 Mrd. Euro direkt aus der Entwicklung von KI-Technologien in Deutschland stammen könnten.

Für den Fall einer restriktiveren Regulierung identifizieren die Autoren Oliver Falck und Thelle vier konkrete Kanäle, über die wirtschaftliche Einbußen entstehen würden. Am schwersten wiegen demnach weniger leistungsfähige Modelle, die zu einem Verlust von 75 Mrd. Euro führen könnten.

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Eine langsamere Verbreitung der Technologien würde mit 45 Mrd. Euro zu Buche schlagen, während verlorenes Forschungspotenzial mit 25 Mrd. Euro beziffert wird. Durch eine geringere Entwicklungstätigkeit in Europa entstünden zudem Einbußen von 10 Mrd. Euro.

Engpass bei Trainingsdaten und politische Empfehlungen

Ein zentrales Problem sehen die Forscher in der Datenverfügbarkeit. Der größte urheberrechtsfreie Datensatz in Europa umfasst derzeit 2-3 Billionen Tokens. Führende internationale Modelle greifen im Vergleich dazu bereits auf 15-36 Billionen Tokens zurück.

Ifo-Experte Oliver Falck gab diesbezüglich zu bedenken, dass man den Zugang zu Trainingsdaten nicht unnötig kompliziert gestalten dürfe, wenn man europäische KI-Spitzenmodelle anstrebe. Nach Einschätzung des Instituts halte die bestehende regulatorische Unsicherheit schon jetzt Investitionen in Europa ab.

Um die wirtschaftlichen Chancen nicht zu gefährden, sprechen sich die Studienautoren für konkrete rechtliche Rahmenbedingungen aus. Sie plädieren dafür, die Ausnahme für Text- und Data-Mining im Rahmen der EU-Urheberrechtsrichtlinie auch bei kommerziellen Anwendungen beizubehalten.

Darüber hinaus fordern sie verhältnismäßige Transparenzanforderungen für Entwickler sowie die Etablierung eines praxistauglichen Opt-out-Standards für Rechteinhaber, um Innovationen in Europa nicht auszubremsen.

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