Tränenanalyse, Sensor

Tränenanalyse: Neuer Sensor erkennt Parkinson und Alzheimer

Veröffentlicht: 15.07.2026 um 10:30 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Forschende entwickeln minimalinvasive Tests aus Tränen, Speichel und Blut für Parkinson, Krebs und Long-COVID.

Körperflüssigkeiten als Frühwarnsystem: Neue Diagnostik-Trends 2026
Nahaufnahme eines menschlichen Auges mit einer Träne, die sich bildet, und überlagerten futuristischen neuralen Netzwerken und molekularen Strukturen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Forscher kombinieren dafür neuartige Nanomaterialien mit molekularbiologischen Analysen und künstlicher Intelligenz. Das Ziel: minimalinvasive und kostengünstige Screening-Verfahren etablieren.

Tränenanalyse erkennt Parkinson und Alzheimer

Ein Team der Federal University of Pelotas in Brasilien entwickelte einen elektrochemischen Sensor auf Basis von laserinduziertem Graphen. Der Sensor ist speziell auf den Nachweis des Botenstoffs Dopamin ausgerichtet – und das in Tränenflüssigkeit.

In einer Laborstudie, die 2026 im Fachjournal ACS Omega erschien, erreichte das System in künstlicher Tränenflüssigkeit Wiederfindungsraten von nahezu 100 Prozent. Eine Beschichtung aus Nickelnitrat und Harnstoff detekrtiert selbst geringste Dopaminkonzentrationen unterhalb der gesunden Basislinie. Die Nachweisgrenze liegt bei weniger als 20 Nanomol pro Liter.

Ziel ist die ultrafrühe Erkennung von Parkinson, Alzheimer, Schizophrenie und Depressionen. Klinische Tests an Patienten stehen noch aus. Die Forscher sehen großes Potenzial für eine Point-of-Care-Diagnostik ohne invasive Eingriffe.

Zwei Alzheimer-Bluttests erhalten CE-Zertifikat

Während die Tränenanalyse noch experimentell ist, sind andere Verfahren bereits zugelassen. Im Mai 2026 erhielten zwei Bluttests auf Basis des Biomarkers pTau217 die CE-Zertifizierung. Sie können in der Schweiz eingesetzt werden und kosten rund 50 Franken.

Die Tests weisen Alzheimer-assoziierte Proteine im Blut nach. Sie sind für Patienten mit bestehender Symptomatik gedacht und sollen eine schnellere Diagnose ermöglichen – bevor kognitive Einschränkungen massiv voranschreiten.

Anzeige

Was Ihre Blutwerte wirklich über Ihr Krankheitsrisiko verraten, ist für Laien oft schwer zu durchschauen. Dieser kostenlose Report erklärt verständlich, welche Laborwerte wirklich wichtig sind und wie Sie Ihre Gesundheit aktiv schützen. Jetzt kostenlosen Laborwerte-Selbstcheck sichern

Speicheltest erkennt Prostatakrebs zuverlässiger

Forscher des Institute of Cancer Research London und des Royal Marsden NHS Foundation Trust untersuchten in der Barcode-1-Studie ein neues Verfahren. Der Speicheltest basiert auf 130 genetischen Variationen.

Bei über 6.000 Männern zwischen 55 und 69 Jahren identifizierte der Test 63 Prozent der Krebsfälle, die beim herkömmlichen PSA-Test unentdeckt geblieben wären.

Bürstentest für den Mundraum: 95,5 Prozent Genauigkeit

Ein an der Queen Mary University of London entwickeltes Verfahren namens qMIDSV3 nutzt eine PCR-Analyse von vier spezifischen Genen. Es ordnet Schleimhautveränderungen im Mundraum ein – und das mit einer Genauigkeit von 95,5 Prozent bei der Unterscheidung zwischen bösartigen Tumoren und gutartigen Läsionen.

Die Probenentnahme dauert weniger als fünf Minuten. Die Materialkosten pro Probe liegen unter zehn US-Dollar.

Anzeige

Moderne Diagnostik kann heute Warnsignale erkennen, bevor Symptome den Alltag belasten. Mit diesem Experten-geprüften Selbsttest erhalten Sie in nur 2 Minuten eine erste Einschätzung zu Ihrer geistigen Fitness. Zum kostenlosen 7-Fragen-Selbsttest

KI und Mikroskopie beschleunigen Lungenkrebs-Diagnose

Wissenschaftler der University of Edinburgh kombinierten Fluoreszenz-Lebensdauer-Mikroskopie mit künstlicher Intelligenz. Das Verfahren sagt bestimmte Mutationen (EGFR) bei Lungenkrebs in unbehandeltem Gewebe schnell und zerstörungsfrei vorher. Das könnte die Behandlungsplanung erheblich beschleunigen.

Hunde erschnüffeln Long-COVID – und die Wissenschaft bestätigt es

Einen unkonventionellen Weg verfolgen Forscher der TU Braunschweig, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Speziell trainierte Hunde identifizierten charakteristische Stoffwechselmuster in Urinproben von Long-COVID-Patienten.

Massenspektrometrie und Machine Learning validierten die Beobachtungen. Das deutet auf spezifische, messbare Stoffwechselveränderungen infolge der Infektion hin.

Die verschiedenen Ansätze zeigen einen klaren Trend: Hochsensitive Biosensoren und molekulare Marker könnten langfristig teure und zeitaufwendige Diagnoseverfahren ergänzen oder sogar ersetzen.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69772062 |