Traditionelle, Medizin

Traditionelle Medizin: Neues Bündnis vereint 117 Mitglieder aus 19 Ländern

Veröffentlicht am: 19.10.2026 um 00:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein neues Wissenschaftsbündnis soll Forschung, gemeinsame Standards und den Austausch zwischen traditionellen Heilmethoden und moderner Medizin fördern.
Ein minimalistisches Laboratorium mit hölzernen Regalen voller botanischer Proben und Glasgefäßen in hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen der Weltkonferenz für traditionelle Medizin 2026 in Peking ist das erste internationale, nicht-kommerzielle wissenschaftliche Bündnis für traditionelle und integrative Medizin ins Leben gerufen worden. Die neu formierte Organisation zielt darauf ab, weltweite Forschungsinitiativen zu koordinieren, einheitliche Standards zu etablieren und den Austausch zwischen evidenzbasierter moderner Medizin und traditionellen Heilmethoden auszubauen.

Struktur und Aufgaben der neuen Wissenschaftsorganisation

Bei dem Globalen Bündnis für traditionelle und integrative Medizin handelt es sich um eine gemeinnützige, nichtstaatliche internationale Wissenschafts- und Technologieorganisation mit Sitz des Sekretariats in Peking.

Zum Start vereint der Verband 117 Einheiten und Einzelpersonen aus 19 Ländern und Regionen. Das Spektrum der Mitglieder umfasst Universitäten, Forschungsinstitute, medizinische Facheinrichtungen sowie Privatunternehmen und Berufsverbände, wobei internationale Vertreter rund ein Drittel ausmachen.

Die inhaltliche Arbeit stützt sich auf drei Kernmissionen: den Aufbau einer globalen Plattform, die Einbeziehung moderner Technologien und die Förderung der Integration verschiedener Medizinsysteme. Zu den primären Aufgaben zählen neben gemeinsamen Forschungsprojekten die Definition verbindlicher Terminologien und Standards sowie Bildungs- und Weiterbildungsprogramme für Fachkräfte.

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Qin Huaijin, Vizevorsitzender und Generalsekretär des Bündnisses, verwies auf den hohen weltweiten Stellenwert des Sektors. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nutzen rund 80 Prozent der Weltbevölkerung traditionelle Medizin.

Von den 194 WHO-Mitgliedstaaten melden 170 Länder – entsprechend 88 Prozent – deren regelmäßigen Einsatz. Als Vision nannte Qin die Entwicklung zu einer einflussreichen und glaubwürdigen Fachorganisation, die auf gegenseitigem Respekt, gleichberechtigtem Dialog und Partnerschaft beruhe.

Die Initiative für den Zusammenschluss geht auf die Weltkonferenz von 2024 zurück und dient der Umsetzung der WHO-Strategie für traditionelle Medizin 2025–2034, der Pekinger Erklärung von 2024 sowie der UN-Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung.

Fachlicher Rahmen der Konferenz in Peking

Die Weltkonferenz für traditionelle Medizin 2026 wurde am 17. Oktober in der chinesischen Hauptstadt unter dem Leitthema eröffnet, Technologie nutzbar zu machen und durch Integration traditionelle Medizin für alle zugänglich zu gestalten. An der Eröffnungsveranstaltung nahmen rund 1.200 Fachleute teil; die anwesenden Delegationen stammten aus 90 bis 97 Ländern und Regionen.

Das akademische Programm umfasst acht parallele Fachforen, die sich unter anderem mit evidenzbasierter Forschung, Arzneimittelaufsicht und dem Einsatz von künstlicher Intelligenz befassen.

Vorgestellt wurden zudem Leitlinien und Publikationen wie die Pekinger Initiative zum Schutz traditioneller Heilpflanzenressourcen, ein Bericht über den Beitrag von KI im medizinischen Sektor sowie das Vorhaben „Shennong probiert hundert Kräuter in der neuen Ära“.

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Chinas Regulierungsansatz und internationale Einbindung

In seiner Rede zur Konferenzeröffnung am 17. Oktober rief der chinesische Premier Li Qiang dazu auf, traditionelle Medizinressourcen international besser zu nutzen, und unterstrich die Bedeutung globaler Gesundheitssicherheit.

Nach Angaben von Li ist die traditionelle chinesische Medizin (TCM) inzwischen in 196 Ländern und Regionen verbreitet. Im Inland machen TCM-Einrichtungen etwa ein Zehntel aller medizinischen Versorgungszentren aus, wobei nahezu alle Einrichtungen entsprechende Dienste anbieten.

Zur weiteren Digitalisierung hat China einen Entwicklungsplan im Rahmen des 15. Fünfjahresplans verabschiedet, der die digitale Transformation des Sektors festschreibt. Geplant sind ferner der Ausbau eines Zentrums für den Erhalt medizinischer Ressourcen entlang der Belt-and-Road-Initiative und Pilotprogramme zur Öffnung des Dienstleistungssektors für ausländische Forschungsinstitute.

Shyama Kuruvilla, Leiterin des WHO-Zentrums für traditionelle Medizin, hob hervor, dass China über ein umfassendes nationales Regulierungssystem verfüge und traditionelle Behandlungsmethoden weitgehend in die klinische Regelversorgung integriert habe.

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