Traditionelle Heilmittel: Tumor wuchs auf 3,5 Kilo durch Selbstbehandlung
Veröffentlicht am: 20.07.2026 um 10:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Klinische Berichte aus Vietnam zeigen erschreckende Fälle von Vergiftungen, Organversagen und verzögerter Krebstherapie.
Tumor wuchs auf 3,5 Kilogramm
Ein 59-jähriger Patient mit Leberkrebs entschied sich nach einer Operation gegen die klinische Nachsorge. Stattdessen behandelte er sich zwei Jahre lang selbst mit vietnamesischen Kräutern. Der Tumor wuchs ungehindert.
Am 13. Juli 2026 entfernten Chirurgen im Krankenhaus 19-8 eine Tumormasse von 3,5 Kilogramm – mit den Maßen 20 mal 30 Zentimeter. Das Karzinom hatte bereits Bauchwand, Dickdarm, Zwölffingerdarm, rechte Niere und große Blutgefäße infiltriert. Die Operation unter Leitung von Prof. Tran Binh Giang und Dr. Nguyen Minh Tuan gelang, doch die Heilungschancen sind massiv beeinträchtigt.
Fachleute empfehlen Krebspatienten dringend regelmäßige Nachsorge alle drei bis sechs Monate.
Tödliche Gefahr aus der Natur
Akute Vergiftungen durch unkontrollierte Naturheilmittel sind keine Seltenheit. In der Provinz Phu Tho landete ein Kind nach der Einnahme von Lagerstroemia-Blättern (lok mai) gegen Verstopfung im Krankenhaus. Die Symptome: Hämolyse, Anämie und Blutgerinnungsstörungen. Eine Notfallbehandlung mit Bluttransfusionen war nötig.
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Besonders tückisch: In manchen Regionen gilt Karpfengalle fälschlicherweise als gesundheitsfördernd. Ein 68-jähriger Patient erlitt nach dem Konsum akutes Leber- und Nierenversagen, gefolgt von einem Multiorganversagen. Die Laborwerte zeigten extrem erhöhte Leberenzyme und Kreatininwerte. Verantwortlich ist das Toxin 5?-Cyprinol, das schwere innere Schäden verursacht und oft eine Hämodialyse erzwingt.
Verbotene Medikamente aus dem Netz
Die Gefahren beschränken sich nicht auf natürliche Rohstoffe. Ein 72-jähriger Patient kaufte online das Medikament Phenylbutazon – ein Wirkstoff, der seit 2001 wegen hoher Toxizität für Menschen verboten ist. Die Folge: akutes Nierenversagen und Koma.
KI-Diagnosen: Gefährlicher Trend
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Dr. Ngo Duc Hung vom Universitätsklinikum Hanoi warnt vor einem weiteren Problem: der wachsenden Tendenz zur KI-gestützten Selbstdiagnose. Unvollständige Daten und falsche Symptominterpretation durch künstliche Intelligenz führen zu Fehldiagnosen. Die Folge: entweder unnötige Ängste oder verpasste Behandlungszeit.
Digitale Werkzeuge können bei der Recherche helfen, ersetzen aber keine professionelle medizinische Untersuchung.
Mediziner betonen: Für die Heilung schwerer Erkrankungen durch traditionelle Medizin allein gibt es oft keine wissenschaftlichen Belege. Die unkontrollierte Anwendung birgt unkalkulierbare Risiken durch Verunreinigungen, falsche Dosierungen oder inhärente Toxine.
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