Trade Republic startet neue Handelsplattform mit 30 Börsen
02.07.2026 - 14:17:30 | boerse-global.de
Der deutsche Broker Trade Republic hat am heutigen Donnerstag eine neue Handelsplattform gestartet, die Kleinanlegern institutionelle Ausführungsqualität bieten soll. Kernstück ist ein Smart-Order-Routing-System, das Aufträge automatisch an 30 globale Börsen weiterleitet.
Der technologische Umbau kommt nicht zufällig: Seit Anfang Juli gilt in der EU das Verbot der Vergütung für Auftragsflüsse (Payment-for-Order-Flow, PFOF). Trade Republic, das über 150 Milliarden Euro für mehr als zehn Millionen Kunden verwaltet, muss sein Geschäftsmodell anpassen, ohne die günstigen Preise zu opfern.
Neues Preismodell mit gestaffelten Gebühren
Das Herzstück der neuen Infrastruktur ist eine Order-Routing-Engine, die in Echtzeit Daten von 30 Handelsplätzen zusammenführt. Der neue „Bestpreis-Algorithmus" ermittelt automatisch die günstigste Ausführung – zum Preis von einem Euro Abwicklungsgebühr. Wer dagegen selbst entscheiden möchte, an welcher Börse sein Auftrag landet, zahlt zwei Euro für die „Direktpreis"-Order.
Mitgründer Christian Hecker betont, das Upgrade solle das Investieren demokratisieren. Privatanleger erhielten damit Zugang zu Handelsmöglichkeiten, die bisher Großinvestoren vorbehalten waren. Das neue Web-Terminal mit Live-Marktdaten und erweiterten Analyse-Tools untermauert diesen Anspruch.
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Zinserhöhung auf Tagesgeld
Parallel zur Handelsumstellung hebt Trade Republic den Zinssatz auf uninvestierte Guthaben auf 2,25 Prozent pro Jahr an. Die Gutschrift erfolgt monatlich, die Berechnung täglich – und es gibt keine Obergrenze für das verzinsliche Kapital.
Die Einlagen liegen bei Partnerbanken wie der Deutschen Bank und J.P. Morgan und sind bis zur gesetzlichen Einlagensicherung von 100.000 Euro geschützt. Obwohl Trade Republic inzwischen eine eigene Banklizenz der BaFin besitzt, setzt das Unternehmen weiterhin auf diese Partnerschaften für das Cash-Management.
Umbruch in der Broker-Branche
Die gesamte Branche durchläuft derzeit einen grundlegenden Wandel. Mit Inkrafttreten des PFOF-Verbots haben auch andere Anbieter ihre Modelle umgestellt. Der österreichische Broker DADAT führte zeitgleich ein gestaffeltes Flatfee-Modell für bestimmte Handelsplätze ein. Scalable Capital und Trading212 bekräftigten unterdessen, an ihren kostenlosen Sparplänen festzuhalten.
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Internationale Wettbewerber drängen ebenfalls auf den europäischen Markt. Robinhood startete am 1. Juli ein eigenes Blockchain-Mainnet – eine Ethereum-Layer-2-Lösung auf Arbitrum – für den rund um die Uhr handelbaren Handel tokenisierter Aktien in über 120 Ländern. Zudem erweiterte Robinhood sein europäisches Angebot an Perpetual Futures auf Rohstoffe, Devisen und ETFs mit bis zu zehnfachem Hebel.
Interactive Brokers wiederum ermöglicht seit dem 30. Juni den Handel mit ausgewählten koreanischen Aktien über die Nextrade-ATS-Plattform. Anleger können dort rund 650 Wertpapiere von KOSPI und KOSDAQ außerhalb der regulären Handelszeiten ordern.
