Trade Republic öffnet IPO-Markt: SpaceX-Börsengang am 12. Juni
08.06.2026 - 05:34:01 | boerse-global.de
Mit einem Tagesgeld-Angebot von vier Prozent für Neukunden stellt der Konzern die etablierten Geldhäuser vor neue Herausforderungen – und das zu einem Zeitpunkt, an dem Verbraucherschützer die Gebührenpolitik der Branche immer schärfer kritisieren.
Zwei Angebote, ein Ziel: Wer bietet die besseren Konditionen?
Chase lockt mit einem promotionalen Zinssatz von vier Prozent für vier Monate – und das ohne Obergrenze für die Einlage. Nach Ablauf der Frist sinkt der Satz auf zwei Prozent. Das Angebot richtet sich direkt gegen die Norisbank, eine Tochter der Deutschen Bank, die ebenfalls mit vier Prozent wirbt.
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Doch die Konditionen unterscheiden sich deutlich. Die Norisbank gewährt den Spitzenzins für sechs Monate, allerdings nur auf Einlagen bis zu 250.000 Euro. Der Haken: Kunden müssen zwingend ein Girokonto eröffnen. Dieses bleibt nur gebührenfrei, wenn der Nutzer unter 30 Jahre alt ist oder monatlich mindestens 500 Euro eingehen. Ansonsten fallen Kontoführungsgebühren an. Nach der Werbeaktion sinkt der Zins bei der Norisbank auf magere 0,75 Prozent.
Die Stiftung Warentest hat beide Angebote unter die Lupe genommen. Ihr Urteil: Das Norisbank-Modell ist weniger kundenfreundlich, weil es an die Kontoeröffnung gekoppelt ist.
Hohe Gebühren treiben Kunden zu Direktbanken
Der Angriff der Digitalbanken kommt nicht von ungefähr. Eine Umfrage von Verivox und Innofact unter 1.003 Teilnehmern zeigt: Fast jeder vierte Bankkunde in Deutschland zahlt jährlich über 100 Euro für die Kontoführung.
Besonders betroffen sind Kunden der Sparkassen und Volksbanken. 34 Prozent der Sparkassenkunden und 26 Prozent der Genossenschaftsbankkunden berichten von dreistelligen Jahresgebühren. Nur 18 Prozent aller Befragten haben ein komplett kostenloses Konto.
Marktbeobachter sehen einen klaren Trend: Die dichten Filialnetze der traditionellen Institute mögen die hohen Gebühren erklären – doch immer mehr Kunden fragen sich, ob ihnen der persönliche Service vor Ort diesen Preis wert ist. Die Direktbanken und neuen Anbieter wie Chase profitieren von dieser Entwicklung.
Trade Republic öffnet Börsengänge für Kleinanleger
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Der digitale Wandel im deutschen Finanzsektor beschränkt sich nicht auf Tagesgeldkonten. Der Neobroker Trade Republic hat einen neuen Dienst gestartet: Europäische Privatanleger können künftig direkt über die App an Börsengängen teilnehmen.
Der erste große IPO, der über die Plattform angeboten wird, ist der mit Spannung erwartete Börsengang von SpaceX, der für den 12. Juni 2026 geplant ist. Die Gebühr pro Order beträgt pauschal einen Euro. Trade Republic will damit Millionen Menschen den Zugang zum Primärmarkt ermöglichen – einem Bereich, der bisher institutionellen Investoren vorbehalten war.
Parallel dazu bietet die Krypto-Plattform Bybit tokenisierte SpaceX-Anteile an. Die Zeichnungsfrist läuft vom 6. bis zum 11. Juni 2026, der Spot-Handel soll am 12. Juni starten. Allerdings gewähren diese tokenisierten Anteile keine Stimm- oder Dividendenrechte und stehen Nutzern im Europäischen Wirtschaftsraum nicht zur Verfügung.
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