ToxicPanda 2.0: Neuer Android-Trojaner zielt auf 349 Banking-Apps
Veröffentlicht am: 24.08.2026 um 07:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Sicherheitsforscher von Zimperium zLabs haben eine neue, hochentwickelte Version des Android-Banking-Trojaners ToxicPanda identifiziert. Die als ToxicPanda 2.0 bezeichnete Malware kombiniert verschiedene Systemberechtigungen und Schnittstellen auf unkonventionelle Weise, um weitreichende Kontrolle über infizierte Mobilgeräte zu erlangen.
Laut den Experten nutzt die Schadsoftware eine Kombination aus VPN-Berechtigungen, Accessibility-Diensten und der Android Debug Bridge (ADB), um Sicherheitsmechanismen zu umgehen und Finanzdaten zu entwenden.
Technische Innovation durch Kombination von Schnittstellen
Ein zentrales Merkmal der neuen Version ist die missbräuchliche Verwendung der VPN-Berechtigung. ToxicPanda 2.0 nutzt diese Funktion nicht für einen herkömmlichen Tunnelbau, sondern um den Zugriff auf den Google Play Store gezielt zu blockieren. Parallel dazu setzen die Angreifer auf die Accessibility-Dienste von Android, um komplexe Prozesse auf dem Gerät zu automatisieren.
Besonders hervorzuheben ist laut dem Bericht die Nutzung der Android Debug Bridge (ADB). Durch die Kombination dieser Dienste gelingt es der Malware, einen Shell-Zugriff auf das Betriebssystem zu erhalten, ohne dass dafür ein sogenannter Root-Zugriff – also die volle Administrator-Kontrolle durch Manipulation des Kernels – erforderlich ist.
Dieser Ansatz erlaubt es den Angreifern, tiefgreifende Systembefehle auszuführen, während das Gerät für den Nutzer oberflächlich normal weiterarbeitet.
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Umgehung von Sicherheitsmechanismen und Batterieoptimierung
Um die Persistenz auf den infizierten Geräten sicherzustellen, verfügt ToxicPanda 2.0 über einen speziellen autoBoot-Mechanismus. Dieser ist darauf ausgelegt, die herstellerspezifischen Batterieoptimierungen und Energiesparmodi bekannter Produzenten gezielt zu umgehen.
In den Analysen wurden explizite Funktionen zur Deaktivierung dieser Schutzmaßnahmen für Geräte von Samsung, Huawei, Xiaomi, OPPO und Vivo nachgewiesen. Damit stellt die Malware sicher, dass ihre Hintergrundprozesse auch bei längerer Inaktivität des Bildschirms oder bei niedrigem Akkustand nicht vom System beendet werden.
Die Verbreitung der Schadsoftware erfolgt nach Erkenntnissen der Sicherheitsforscher über AWS-Buckets (Amazon Web Services). Von dort aus gelangen die schädlichen App-Pakete auf die Endgeräte der Opfer, wobei die Malware insgesamt 167 verschiedene Remote-Befehle entgegennehmen und ausführen kann.
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Globale Reichweite und Fokus auf Datendiebstahl
Das Hauptziel von ToxicPanda 2.0 bleibt der Diebstahl von Finanzinformationen und der Zugriff auf Banking-Anwendungen. Die Forscher von Zimperium zLabs stellten fest, dass die Malware gezielt auf 349 verschiedene Apps in insgesamt 16 Ländern ausgerichtet ist. Dabei kommen unter anderem unsichtbare Overlays zum Einsatz, die sich über legitime Anwendungen legen, um Eingaben des Nutzers abzufangen.
Besonders kritisch bewerten die Experten die Fähigkeit der Software, PIN-Codes von 140 spezifischen Anwendungen zu entwenden. Durch das Mitlesen von Eingaben über die Accessibility-Schnittstelle können die Angreifer sensible Zugangsdaten in Echtzeit abgreifen.
Die Kombination aus technischer Raffinesse bei der Rechteausweitung und der breiten Zielgruppe markiert eine signifikante Weiterentwicklung in der Landschaft der mobilen Banking-Trojaner. Nutzer werden daher zur Vorsicht bei der Installation von Anwendungen aus unbekannten Quellen und zur regelmäßigen Überprüfung erteilter Berechtigungen gemahnt.
