TinyRetroPad, Texteditor

TinyRetroPad: Texteditor mit nur 2,5 Kilobyte statt 352 KB

04.07.2026 - 18:25:11 | boerse-global.de

Ex-Microsoft-Entwickler Dave Plummer stellt TinyRetroPad vor, einen 2,5-Kilobyte-Texteditor ohne Tracking und Telemetrie.

Dave Plummer: Winziger Texteditor TinyRetroPad ohne Überwachung
TinyRetroPad - Nahaufnahme eines Retro-Computermonitors mit einem minimalistischen Texteditor, weiße Schrift auf dunklem Hintergrund. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Dave Plummer, bekannt für Windows Task-Manager und Space Cadet Pinball, hat einen radikalen Texteditor veröffentlicht. TinyRetroPad ist winzig, schnell und verzichtet auf jede Form von Überwachung.

Der ehemalige Microsoft-Entwickler stellte Anfang der Woche sein minimalistisches Projekt vor. TinyRetroPad versteht sich als Gegenentwurf zum aufgeblähten Windows-Notepad. Während die aktuelle Microsoft-Version stolze 352 Kilobyte auf die Waage bringt, begnügt sich Plummers Editor mit lächerlichen 2,5 Kilobyte. Das ist weniger als ein einziges JPEG-Bild in Briefmarkengröße.

Technik: Altbewährtes statt moderner Frameworks

Wie schafft man das? Plummer setzt auf die Urgesteine der Windows-Programmierung: native Win32-APIs und die RICHEDIT50W-Komponente. Keine externen Bibliotheken, keine schweren Frameworks. Der Code wurde mit dem Macro Assembler (MASM) geschrieben und mit dem Crinkler-Compiler auf das absolute Minimum geschrumpft – genau 2.686 Bytes.

Jede neue Funktion fügte nur wenige hundert Bytes hinzu. Und das Beste aus Datenschutz-Perspektive: TinyRetroPad enthält keinerlei Telemetrie oder Tracking. Keine heimlichen Daten sammelnden Hintergrundprozesse. Der Quellcode steht auf GitHub unter der Apache-2.0-Lizenz.

Was der Mini-Editor kann

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Trotz seiner Winzigkeit bietet TinyRetroPad alles, was man von einem grundlegenden Texteditor erwartet:

  • Dateiverwaltung: Öffnen, Speichern, Abfrage bei ungespeicherten Änderungen
  • Textbearbeitung: Kopieren, Einfügen, Suchen und Ersetzen
  • Anpassung: Schriftartauswahl und Zeilenumbruch
  • Druckfunktion: Ja, auch das ist enthalten

Ein vollständiges Menüsystem mit Datei, Bearbeiten, Format, Ansicht und Hilfe rundet das Paket ab. Was fehlt, sind KI-Integrationen, Cloud-Anbindung oder andere moderne Spielereien, die Microsoft in sein Notepad eingebaut hat.

Selbst bauen oder warten?

Wer TinyRetroPad nutzen möchte, muss selbst Hand anlegen. Plummer stellt nur den Quellcode zur Verfügung. Nutzer müssen den Editor mit MASM und dem Crinkler-Linker selbst kompilieren. Ein vorkompiliertes Binary gibt es nicht.

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Der Zeitpunkt der Veröffentlichung ist kein Zufall. Immer mehr Entwickler besinnen sich auf schlanke Alternativen. Erst vor wenigen Tagen veröffentlichte Brave Software mit „Brave Origin“ eine abgespeckte Browserversion, die auf Krypto-Wallets und KI-Assistenten verzichtet und rund 40 Prozent Speicherplatz spart.

Plummers Projekt zeigt: Moderne Software verbraucht oft ein Vielfaches der Ressourcen, die für ihre Kernaufgaben nötig wären. Ein Weckruf aus der Feder eines Mannes, der Windows-Geschichte geschrieben hat.

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