Time, Range

Time in Range: 33,3 Prozent entwickeln Gefäßkomplikationen bei Rückgang

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 13:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine fünfjährige Untersuchung verknüpft sinkende Glukosewerte im Zielbereich mit mehr mikrovaskulären Folgeerkrankungen.
Ein minimalistischer Behandlungsraum in einer Klinik mit medizinischen Instrumenten auf einer Edelstahloberfläche. Illustration mit AI erstellt.

Die kontinuierliche Erfassung der Glukosewerte hat das Management von Stoffwechselerkrankungen in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Neben dem klassischen Langzeitblutzuckerwert rückt dabei die sogenannte Zeit im Zielbereich, fachlich als Time in Range (TIR) bezeichnet, zunehmend in den Fokus der klinischen Bewertung.

Wie eine Untersuchung der Universitätsklinik Antwerpen verdeutlicht, liefert die zeitliche Entwicklung dieses Parameters wichtige Hinweise auf das individuelle Risiko für mikrovaskuläre Folgeerkrankungen bei Typ-1-Diabetes.

Laut einem Bericht des Fachportals thepharma.media vom 27. Oktober 2026 stellt eine anhaltende Verschlechterung der Werte über einen Mehrjahreszeitraum einen eigenständigen Risikofaktor für Gefäßschäden dar.

Langzeitdaten zu mikrovaskulären Folgeschäden

Im Rahmen der Forschungsarbeit der Universitätsklinik Antwerpen wurden 246 erwachsene Personen mit Typ-1-Diabetes über einen Zeitraum von 60 Monaten beobachtet. Das mittlere Alter der teilnehmenden Personen lag bei 40 Jahren. Zu Beginn des fünfjährigen Beobachtungszeitraums wies keine der untersuchten Personen eine bestehende vaskuläre Pathologie auf.

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Nach Ablauf der fünf Jahre traten bei 34 von 246 Teilnehmenden vaskuläre Komplikationen auf, was einem Anteil von 13,8 % entspricht. Erfasst wurden dabei schwere Verlaufsformen der diabetischen Retinopathie, Schädigungen der Nierenfunktion in Form von Nephropathien sowie periphere Neuropathien.

Die erhobenen Daten belegen, dass das Auftreten dieser Spätfolgen eng mit der Entwicklung der Blutzuckereinstellung über die beobachteten Jahre zusammenhängt.

Signifikanter Einfluss der Blutzuckerdynamik

Besonders deutlich zeigten sich die Unterschiede beim Blick auf die Veränderung der Zeit im Zielbereich über die fünf Jahre hinweg. Eine Verschlechterung der TIR um 10 % oder mehr erwies sich dabei als maßgeblicher Gefährdungsfaktor. Die Universitätsklinik Antwerpen verzeichnete die höchste Komplikationsrate in der Gruppe mit einem Rückgang der TIR: Hier traten bei 33,3 % der Betroffenen vaskuläre Folgeerkrankungen auf.

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Im Vergleich dazu lag die Komplikationsrate bei Personen mit einer stabilen Zeit im Zielbereich bei lediglich 7,9 %. In der Gruppe, bei der eine Verbesserung der TIR dokumentiert wurde, lag die Rate der erfassten Spätfolgen bei 15,0 %.

Die statistische Auswertung der Universitätsklinik Antwerpen ergab zudem, dass die negative TIR-Dynamik auch nach der rechnerischen Adjustierung für das Alter der Teilnehmenden sowie den jeweiligen Ausgangs-HbA1c-Wert statistisch signifikant blieb. Dies unterstreicht den eigenständigen Aussagewert der Glukosedynamik über längere Zeiträume hinweg und verdeutlicht die Relevanz einer kontinuierlich stabilen Stoffwechseleinstellung für die langfristige Gefäßgesundheit.

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de | wissenschaft | 70420306 |