Tigermücke, Deutschland

Tigermücke in Deutschland: Erste Brutstätte in Hannover entdeckt

Veröffentlicht am: 07.08.2026 um 12:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Klimawandel bringt exotische Insekten nach Europa. Tigermücke, West-Nil-Virus und neue Allergien erhöhen die Gesundheitsgefahr deutlich.

Insektenstiche in Europa: Neue Arten und wachsende Gesundheitsrisiken
Nahaufnahme einer geröteten und entzündeten Hautstelle nach einem Insektenstich vor neutralem medizinischem Hintergrund. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Insektenstiche werden in Europa zunehmend zum Gesundheitsrisiko. Klimawandel und globale Mobilität bringen neue Arten hervor, die bisher vor allem in tropischen Regionen Probleme verursachten. Das Spektrum reicht von schmerzhaften Entzündungen bis zur Übertragung von Viruserkrankungen.

Kriebelmücken: Kleine Wunden, große Wirkung

Anders als gewöhnliche Stechmücken stechen Kriebelmücken nicht punktuell. Sie verursachen kleine Wunden in der Hautoberfläche, um Blut aufzunehmen. Die Folge: schmerzhafte Entzündungen und starke Schwellungen.

Mediziner empfehlen bei akuten Reaktionen die Kühlung der betroffenen Stelle sowie topische Kortikosteroide. Bei massiven Schwellungen können orale Antihistaminika zum Einsatz kommen. Wichtig ist die sorgfältige Beobachtung der Einstichstelle – in Einzelfällen kann sich eine Cellulitis, eine bakterielle Infektion des Unterhautgewebes, entwickeln.

Skeeter-Syndrom: Wenn der Körper überreagiert

Besonders heikel ist das Skeeter-Syndrom. Diese massive allergische Reaktion auf Inhaltsstoffe im Insektenspeichel führt zu ausgeprägten Rötungen und Schwellungen. Kinder sind aufgrund ihres Immunsystems besonders häufig betroffen.

Forscher des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universität Basel untersuchten überschießende Immunantworten. In einer Studie mit 65 Patienten fanden sie einen Regelkreis (FGL-1/LAG-3), der mit der Entzündungsintensität korreliert. Die in „Communications Medicine“ veröffentlichten Erkenntnisse könnten künftig die Therapie schwerer Immunreaktionen verbessern.

Tigermücke erobert Deutschland

Die Asiatische Tigermücke breitet sich weiter aus. Im August 2026 entdeckten Behörden in Hannover-Döhren die erste Brutstätte in Niedersachsen – in einer Regentonne. Die Population wurde mit Mückenfallen bekämpft, die Bevölkerung soll stehende Wasseransammlungen beseitigen.

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Auch das West-Nil-Virus ist angekommen. Das Landesuntersuchungsamt (LUA) Rheinland-Pfalz meldete Anfang August den ersten im Land erworbenen Infektionsfall: Ein 58-jähriger Blutspender aus dem Rhein-Pfalz-Kreis ist betroffen. In den USA verzeichnete Los Angeles County zeitgleich seinen ersten hospitalisierten Fall des Jahres.

Dengue-Fieber: Die nächste Bedrohung?

Die Statistik des LUA zeigt: Von 270 Dengue-Fieber-Fällen der letzten zehn Jahre in Deutschland wurden alle im Ausland erworben. Doch die Nachbarländer machen vor, was kommen könnte – 2025 registrierten Frankreich und Italien über 30 lokale Dengue-Infektionen.

Ameisen und Hornissen: Neue Gefahren aus Asien

Die Asiatische Nadelameise wurde im Juni 2025 erstmals in Stuttgart nachgewiesen, im Bereich des Zoos Wilhelma und des Rosensteinparks. Die EU stufte die Art 2025 in die höchste Gefahrenklasse ein – ihre Stiche können allergische Schocks auslösen.

Auch die Asiatische Hornisse ist in Brandenburg gesichtet worden. Der NABU warnt: Ihre Stiche sind besonders für Allergiker gefährlich. Sichtungen sollten umgehend gemeldet werden, Nester keinesfalls eigenständig entfernt werden.

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Vorbeugung: Was wirklich hilft

Experten empfehlen Insektenschutzmittel mit DEET oder Permethrin. Nach Aufenthalten im Freien sollte der Körper systematisch auf Zecken abgesucht werden – allein in Großbritannien führt das jährlich zu rund 3.000 Fällen von Lyme-Borreliose. Gegen die Ansiedlung von Tigermücken hilft vor allem eines: kein offenes, stehendes Wasser im häuslichen Umfeld.

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