Tigermücke in Deutschland: Dengue und Zika breiten sich aus
11.06.2026 - 13:25:22 | boerse-global.de
Durch den Klimawandel breiten sich in Deutschland zunehmend exotische Arten aus, die gefährliche Viren übertragen können. Fachleute raten zu konsequentem Schutz und richtiger Erstversorgung.
Warum juckt ein Mückenstich überhaupt?
Der Juckreiz entsteht durch das Gift, das die Mücke beim Stich injiziert. Es reizt die Hautnerven. Wie Experten der Charité erklären, ist das biologisch ein Alarmsignal des Körpers. Kratzen unterdrückt den Juckreiz kurz durch Schmerz – erhöht aber das Infektionsrisiko. Besser: Klopfen oder Reiben mit der flachen Hand.
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Eine Rötung und Schwellung von ein bis zwei Zentimetern ist normal. Anders sieht es bei Schwellungen über zehn Zentimetern aus, die länger als 24 Stunden anhalten. Dann spricht man von einer starken Reaktion. In schweren Fällen drohen Erysipel oder Sepsis mit Organversagen. Besonders gefährdet: ältere Menschen und Diabetiker. Bei Fieber, Schüttelfrost oder Atemnot sofort zum Arzt.
Was hilft wirklich gegen den Juckreiz?
Die erste Maßnahme: Kühlen. Kaltes Wasser, Eiswürfel oder Kühlpads lindern den Schmerz und die Schwellung. Danach stehen mehrere Optionen zur Wahl:
- Medikamente: Antihistaminika und Kortisoncremes bremsen allergische Reaktionen und Entzündungen.
- Pflanzliche Mittel: Aloe Vera oder zerriebene Wegerichblätter wirken kühlend. Auch Umschläge mit Schwarztee helfen durch Bitterstoffe.
- Hausmittel: Quarkauflagen, Zitronensaft oder Zwiebelscheiben – Klassiker mit unterschiedlicher Wirksamkeit.
- Homöopathie: Apis mellifica, Belladonna oder Ledum werden genannt, wissenschaftliche Belege gibt es kaum.
Wichtig: Die Einstichstelle sauber halten. Bei Eiterbildung oder zunehmender Wärme einen Arzt aufsuchen.
Immer mehr exotische Mücken in Deutschland
Rund 50 Mückenarten leben in Deutschland. Der Klimawandel bringt neue hinzu: die Asiatische Tigermücke und die Buschmücke. Das Robert Koch-Institut verzeichnet die Tigermücke verstärkt im Südwesten. Diese Arten können Dengue-Fieber, Chikungunya, Zika oder das West-Nil-Virus übertragen. Das Europäische Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC) warnte bereits 2025 vor Rekordwerten bei solchen Infektionen in Europa.
So schützen Sie sich richtig
Die Deutsche Fachgesellschaft für Reisemedizin empfiehlt konsequenten Mückenschutz. Wer Sonnencreme und Repellentien kombiniert, sollte die Reihenfolge beachten: Zuerst Sonnenschutz auftragen, nach 20 Minuten Einwirkzeit folgt der Mückenschutz mit DEET oder Icaridin.
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Weitere Tipps gegen Mücken in der Dämmerung und Nacht:
- Stehendes Wasser vermeiden – das sind Brutstätten
- Helle, lange Kleidung tragen
- Ventilatoren einsetzen
- Duftstoffe wie Zitronella, Lavendel oder Eukalyptus nutzen
Reisende aus Risikogebieten sollten nach der Rückkehr mindestens 14 Tage lang auf Symptome wie Fieber oder Hautausschlag achten.
