Tigermücke breitet sich aus: Dengue und Zika nun auch in Deutschland
23.06.2026 - 16:34:38 | boerse-global.de
Aktuelle Daten aus dem Juni 2026 zeigen: Die Risikogebiete für FSME wachsen, die Asiatische Tigermücke etabliert sich weiter.
FSME und Borreliose: Neue Risikogebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) bleibt ein zentrales Thema. Das Robert Koch-Institut (RKI) stuft eine Region als Risikogebiet ein, wenn innerhalb von fünf Jahren mehr als ein FSME-Fall pro 100.000 Einwohner auftritt. Zu den etablierten Gebieten zählen Baden-Württemberg, Bayern, das südliche Hessen, das südöstliche Thüringen sowie Teile von Sachsen und Brandenburg.
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Im laufenden Jahr kamen neue Gebiete in Sachsen und Sachsen-Anhalt hinzu. Experten betonen: Zecken kommen mittlerweile flächendeckend in Wäldern vor. Neben FSME besteht auch das Risiko einer Borreliose-Infektion.
Asiatische Tigermücke: Von Groß-Gerau bis Korntal-Münchingen
Die Asiatische Tigermücke breitet sich rasant aus. Im Landkreis Groß-Gerau wurde das Insekt im Juni 2026 bereits in der Hälfte aller Kommunen nachgewiesen. Auch in Korntal-Münchingen gilt die Art als etabliert. Die höchste Populationsdichte erwarten Fachleute für den Hoch- und Spätsommer.
Das Problem: Die Tigermücke kann Viren wie Dengue, Chikungunya oder Zika übertragen. Reiserückkehrer aus Endemiegebieten können diese Infektionen einschleppen. Die Kommunen reagieren mit gezielten Maßnahmen. In Korntal-Münchingen stellte die Stadt für 2026 rund 10.000 Euro für biologische Bekämpfungsmittel bereit, weitere 7.000 Euro fließen in die Öffentlichkeitsarbeit.
Insektenstiche: Wann wird es gefährlich?
Die meisten Stiche verlaufen harmlos. Doch für Allergiker können sie lebensbedrohlich werden. Hautausschlag, Atemnot oder Kreislaufprobleme erfordern sofortiges Handeln. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) empfiehlt betroffenen Berufsgruppen eine arbeitsmedizinische Vorsorge.
Besondere Vorsicht gilt bei Stichen im Mund- oder Rachenraum. Hier droht eine gefährliche Schwellung – der Notruf 112 ist dann umgehend zu wählen. Zur Linderung lokaler Reaktionen helfen spezielle elektronische Stichheiler, die durch gezielte Wärme den Juckreiz mindern.
Schutz und Prävention: Was wirklich hilft
Die Wahl des richtigen Repellents ist entscheidend. Die Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage (KABS) empfiehlt Wirkstoffe wie Icaridin oder DEET. Auch Zitronen-Eukalyptus-Öl (PMD) gilt als wirksam. Armbänder, Ultraschallgeräte oder Lichtfallen dagegen sind wirkungslos. Ein natürliches Hausmittel: Verglimmender Kaffeesatz kann Wespen und Mücken im Außenbereich vertreiben.
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Bei der aktiven Immunisierung sollten vor allem Ältere und Personen mit Immunsuppression ihren Impfstatus überprüfen lassen. Neben Standardimpfungen wie Tetanus oder Influenza gewinnt die FSME-Impfung an Bedeutung. Wer ins Ausland reist, sollte aktuelle Ausbrüche im Blick behalten.
Weitere Gefahren: Eichenprozessionsspinner und Kugelfisch
Nicht nur Insekten und Zecken sind ein Risiko. Im Forstbereich breitet sich der Eichenprozessionsspinner aus – seine Brennhaare können schwere Hautreizungen verursachen. Für Reisende auf Kreta gibt es eine Warnung vor dem Hasenkopf-Kugelfisch. Sein Biss kann aufgrund der kräftigen Kiefer schwere Verletzungen verursachen, der Fisch enthält zudem das Nervengift Tetrodotoxin. Das Griechische Rote Kreuz rät im Falle eines Kontakts zur sofortigen ärztlichen Abklärung.
