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Tiger Global dreht ab: Alphabet -45%, Netflix verkauft, Intel verdoppelt

Veröffentlicht am: 15.08.2026 um 21:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tiger Global reduziert Engagements bei großen Tech-Konzernen, verkauft Netflix-Anteile komplett und verdoppelt gleichzeitig sein Investment in Intel.

Tiger Global: Radikaler Umbau im Tech-Portfolio mit Intel-Aufstockung
Ein minimalistischer Konferenzraum in einem Bürogebäude mit Blick auf das Finanzviertel bei Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Investmentriese Tiger Global hat im zweiten Quartal 2026 seine Beteiligungen an führenden Technologieunternehmen deutlich angepasst. Wie aus der aktuellen 13F-Einreichung gegangen geht, reduzierte die Gesellschaft ihre Bestände bei den sogenannten „Magnificent Seven“ und trennte sich vollständig von ihrer Position beim Streaming-Dienst Netflix. Während einige Halbleiterwerte abgestoßen wurden, verdoppelte das Unternehmen gleichzeitig seine Anteile an Intel.

Massive Kürzungen bei Alphabet und Ausstieg aus dem Streaming-Sektor

Die Einreichung von Tiger Global offenbart eine deutliche Strategieänderung gegenüber etablierten Tech-Werten. Besonders markant ist die Reduzierung der Alphabet-Anteile um 45,4 Prozent auf nunmehr 5,8 Millionen Aktien.

Auch bei anderen Branchengrößen wurden Bestände abgebaut: Die Beteiligung an Microsoft sank um 9,3 Prozent auf 2,27 Millionen Aktien, während die Positionen bei Meta um 8,5 Prozent auf 2,82 Millionen und bei Amazon um 3,2 Prozent auf 9,68 Millionen Aktien gekürzt wurden.

Vollständig verabschiedet hat sich Tiger Global von Netflix. Der Verkauf der 2,44 Millionen Aktien hatte einen geschätzten Wert von zirka 234,5 Millionen US-Dollar. Im Bereich der Halbleiterindustrie reduzierte das Unternehmen seine Bestände an Nvidia um 6,8 Prozent auf 11,2 Millionen Aktien.

Noch deutlicher fielen die Kürzungen bei Broadcom mit 51 Prozent auf 1,75 Millionen Aktien und bei TSMC mit einem Minus von 12,3 Prozent auf 4,88 Millionen ADRs aus.

Im Gegensatz dazu steht eine Verdopplung der Intel-Position auf 4,25 Millionen Aktien. Als neue Positionen im Portfolio wurden AMD mit 674.727 Aktien im Wert von zirka 392 Millionen US-Dollar sowie SpaceX mit 375.000 Aktien für rund 64,1 Millionen US-Dollar gemeldet.

Gegensätzliche Strategien bei Berkshire Hathaway und SoftBank

Die Marktanalyse zeigt, dass institutionelle Anleger derzeit uneinig über die Bewertung großer Technologieunternehmen sind. Während Tiger Global Alphabet-Aktien abstieß, erhöhte Berkshire Hathaway seinen Bestand an dem Mutterkonzern von Google massiv um 83 Prozent auf 106 Millionen Aktien.

Mit einem Wert von 37,9 Milliarden US-Dollar ist dies nach Apple und American Express die drittgrößte Position im Portfolio von Berkshire. Das Unternehmen unter der Leitung bekannter Investoren agierte im Berichtszeitraum als Netto-Aktienkäufer mit Käufen von rund 20 Milliarden US-Dollar, wodurch die Barreserven von 397,4 Milliarden auf 365,5 Milliarden US-Dollar sanken.

SoftBank hingegen reduzierte seine TSMC-ADR-Bestände um 71,5 Prozent und veräußerte zirka 1,4 Millionen Aktien für etwa 269,8 Millionen US-Dollar. Neu im Portfolio der japanischen Gruppe ist eine Position beim Finanzdienstleister Capital One mit rund 277.000 Aktien.

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Eine Reuters-Analyse von über 6.000 Einreichungen zum 30. Juni bestätigt dieses gemischte Bild: Während 44 Prozent der Institutionen ihre Positionen in den „Magnificent Seven“ kürzten, bauten 42 Prozent diese weiter aus.

Diversifizierung und Fokus auf Künstliche Intelligenz

Andere Akteure wie Pershing Square nutzten das Quartal für einen breiten Einstieg in neue Sektoren. Die Gesellschaft meldete sechs neue Positionen, darunter Netflix mit 3,15 Millionen Aktien im Wert von zirka 2,1 Milliarden US-Dollar sowie Beteiligungen an Visa und Mastercard. Im Gegensatz zu Berkshire Hathaway stieg Pershing Square jedoch bei Alphabet aus.

Im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zeigen sich spezialisierte Investments. Altimeter Capital baute eine neue Position bei Cerebras Systems im Wert von zirka 2 Milliarden US-Dollar auf, nachdem das Unternehmen im Mai 2026 bei einer Bewertung von rund 100 Milliarden US-Dollar an die Börse gegangen war.

Zeitgleich warnte die Investmentgesellschaft Thrive Capital in ihrem ersten Investorenbrief vor einer zu hohen Euphorie im KI-Sektor. Es sei ein schwerer Fehler, die Investitionsdisziplin durch Aufregung schwächen zu lassen, hieß es vonseiten der Geschäftsführung.

Thrive verwaltet derzeit ein Vermögen von 60 Milliarden US-Dollar und konzentriert zirka 90 Prozent des Kapitals auf die jeweils 15 wichtigsten Investments pro Fonds.

Zunehmendes Interesse an Krypto-Assets und Infrastruktur

Große Bankhäuser verstärkten im zweiten Quartal zudem ihr Engagement in Krypto-ETFs. Morgan Stanley erhöhte seine Bestände am Bitcoin-ETF IBIT um 23 Prozent auf 16,5 Millionen Aktien, während die Position im Ethereum-ETF ETHA um 202 Prozent auf 4,6 Millionen Aktien ausgebaut wurde. Auch die UBS meldete einen Anstieg ihrer IBIT-Bestände auf 2,5 Millionen Aktien zum Stand Ende Juni.

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In der Finanzinfrastruktur zeichnen sich ebenfalls Neuerungen ab. Goldman Sachs verhandelt derzeit mit Investoren über eine von Nvidia angekündigte KI-Finanzierungsinitiative im Umfang von 500 Milliarden US-Dollar. In Israel kündigte die Bank Leumi eine Partnerschaft mit Galaxy Digital an, um Anfang 2027 als erste Bank des Landes den Handel mit digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin, Ether und Solana über die hauseigene App anzubieten.

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