Tierhaltung, Indien

Tierhaltung digital: Indien startet Apps für Viehsektor am 8. Juli

Veröffentlicht: 09.07.2026 um 21:10 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Deutschland, Indien, USA und Kenia treiben die Digitalisierung der Tierhaltung mit neuen Apps und elektronischen Beipackzetteln voran.

Digitaler Wandel in der Tierhaltung: eLeaflets und KI-Apps im Fokus
Tierhaltung - Tierhaltung digital: Indien startet Apps für Viehsektor am 8. Juli 09.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Von elektronischen Beipackzetteln für Tiermedikamente bis hin zu KI-gestützten Herdenmanagement-Apps – die Branche bereitet sich auf eine papierlose Zukunft vor.

Deutschland fordert elektronische Beipackzettel

Der Bundesverband für Tiergesundheit (BfT) drängt auf eine Änderung des Tierarzneimittelgesetzes (TAMG). Konkret geht es um die Zulassung von elektronischen Beipackzetteln, sogenannten eLeaflets, für Tierarzneimittel. Zwar erlaubt die EU-Verordnung bereits digitale Produktinformationen, doch das deutsche Gesetz schreibt weiterhin gedruckte Beipackzettel vor.

Der BfT schlägt eine zweijährige Übergangsphase vor, in der Papier und Digitalversion parallel existieren. Danach sollen Hersteller wählen können, ob sie die Informationen per QR-Code bereitstellen. „eLeaflets sind ein echter Gewinn für Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bürokratieabbau", betont Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT. Digitale Formate ermöglichen schnellere Aktualisierungen von Sicherheitshinweisen und senken die Produktionskosten im Vergleich zum Druck.

Indien setzt auf digitale Portale

Am 8. Juli 2026 startete Indiens Landwirtschaftsminister Rajiv Ranjan Singh gleich mehrere Digitalinitiativen für den Viehsektor. Dazu gehören die „Rate My Laboratory"-App, das „Dairy Vikas"-Portal und die „Vidyapeeth"-Plattform – ergänzt durch neue Standards zur Euterentzündungs-Prävention.

Die digitalen Werkzeuge sind Teil einer umfassenden Strategie für einen Sektor, der 31 Prozent zur landwirtschaftlichen Wertschöpfung Indiens beiträgt. Mit diesen Plattformen will die Regierung ihr Ziel erreichen, die Maul- und Klauenseuche (MKS) bis 2030 auszurotten. Die Erfolge sind messbar: Die Prävalenz von MKS-Infektionen sank von 16,6 Prozent im Jahr 2022 auf 7,8 Prozent im Jahr 2026 – unterstützt durch über 1,4 Milliarden verabreichte Impfdosen.

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USA und Kenia: Neue Regeln für mehr Transparenz

Die US-Arzneimittelbehörde FDA veröffentlichte Ende Juni ihren Dreijahresplan „Blueprint for Success" für Tierarzneimittel. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Medikamenten für seltene Tierarten und Nischenanwendungen. Seit 2004 ermöglichte das MUMS-Programm 30 Zulassungen für spezielle Anwendungen und 18 gelistete Präparate.

Kenia setzt derweil auf digitale Rückverfolgbarkeit. Auf der Kenya Meat Conference am 8. Juli betonten die Behörden die Bedeutung der Systeme LITS und ANITRAC zur Überwachung der Tiergesundheit und Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen. Diese Technologien gelten als entscheidend für Kenias Ziel, die Fleischproduktion bis 2028 auf 990.000 Tonnen zu verdoppeln und den Zugang zu internationalen Märkten zu sichern.

KI und Apps: Die private Forschung zieht nach

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Auch die Privatwirtschaft treibt die Digitalisierung voran. Die App CattleOS, Mitte April 2026 gestartet, nutzt künstliche Intelligenz, Sprachsteuerung und Bilderkennung für das Herdenmanagement. Entwickelt im Conexus AgTech Accelerator, ist die App derzeit kostenlos nutzbar – geplant ist ein Abomodell von zehn Cent pro Tier und Monat.

In Deutschland forscht die Hochschule Darmstadt im DDiT-Projekt an einer Diagnose-App. Gefördert vom hessischen Digitalministerium, soll die Anwendung tierärztliche Untersuchungen standardisieren und Krankheitsverläufe visualisieren – für Heim- ebenso wie für Nutztiere. Die Entwicklung läuft voraussichtlich bis 2025.

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