Tiefe Hirnstimulation: Neue Nervenzell-Veränderungen bei Depressionen
07.06.2026 - 05:16:28 | boerse-global.de
Neben klassischen Medikamenten setzen Ärzte zunehmend auf Lasertherapie, Magnetfelder und digitale Anwendungen.
Laser: Mehr als nur Hautstraffung
Auf der 35. Jahrestagung der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft in Frankfurt stand die medizinische Wirksamkeit im Fokus. Fachleute wie Dr. Nikolaus Seeber und Dr. Matthias Bonczkowitz betonten den Einsatz der laserassistierten photodynamischen Therapie bei Hautkrebsvorstufen. Besonders fraktionierte CO?- und Thulium-Laser gewinnen an Relevanz – und das nicht ohne Grund: Aktinische Keratosen treten immer häufiger bereits bei 35- bis 40-Jährigen auf.
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Doch Laser können mehr. In gynäkologischen Praxen, etwa in Landsberg, kommt die CO?-Lasertherapie bei Beckenbodenschwäche und Belastungsinkontinenz zum Einsatz. Das Verfahren regt die Kollagen-Neubildung an. Drei bis fünf Sitzungen im Abstand von vier bis sechs Wochen sind üblich. Für Patientinnen nach Krebserkrankungen bietet sich so eine hormonfreie Alternative.
Magnetfelder gegen Knochenschmerzen
Seit Februar 2026 setzt das tschechische Krankenhaus AGEL in P?erov auf hochwirksame Magnettherapie. Die Geräte erreichen eine Eindringtiefe von bis zu zehn Zentimetern. Das Verfahren hilft bei Beschwerden des Bewegungsapparates, fördert die Heilung von Knochenbrüchen und lindert Schmerzen.
Allerdings ist die Therapie nicht für jeden geeignet. Kontraindikationen: elektronische Implantate, akute Entzündungen, psychotische Erkrankungen und Schwangerschaft. Das steigende Interesse an regenerativen Verfahren wie der PRP-Therapie zeigt: Der Trend zu biologisch-physikalischen Behandlungen hält an.
Strom ins Gehirn: Neuromodulation
Eine Studie im Fachjournal Nature Neuroscience vom 1. Juni 2026 belegt: Tiefe Hirnstimulation (DBS) kann strukturelle Veränderungen im Nervengewebe auslösen. Forscher beobachteten eine Zunahme von Oligodendrozyten und stärkere Myelinscheiden. Das eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung von Depressionen und demyelinisierenden Erkrankungen.
Für die 20 Millionen Deutschen mit chronischen Rückenschmerzen wird am LMU Klinikum geforscht. Die NeuroPain-Studie untersucht fokussierten Ultraschall unter fMRT-Kontrolle – um Schmerzareale im Gehirn gezielt zu beeinflussen.
Die App, die Schmerzen umprogrammiert
Digitale Gesundheitsanwendungen halten Einzug in die Regelversorgung. Die HanseMerkur integrierte im Juni 2026 als erste private Krankenkasse eine spezielle Schmerztherapie-App. Sie basiert auf der Pain Reprocessing Therapy (PRT) und richtet sich an Patienten mit chronischen Schmerzen ohne körperlichen Befund.
Cannabis statt Opioide
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Die US-Gesundheitsbehörde FDA hat einer cannabisbasierten Therapie des deutschen Unternehmens Vertanical den Status einer innovativen Behandlung für chronische Rückenschmerzen verliehen. Studien, unter anderem in Nature Medicine 2025, bescheinigen dem Wirkstoff eine bessere Verträglichkeit als Opioiden – und kein Abhängigkeitspotenzial. Ein Zulassungsantrag ist für 2028 geplant.
3D-Druck für die Orthopädie
Neue Lizenzvereinbarungen zur 3D-Banddrucktechnologie ermöglichen seit Frühjahr 2026 die kontinuierliche Herstellung patientenspezifischer Fußeinlagen. Aus digitalen Scandaten entstehen maßgeschneiderte Einlagen – schneller und präziser als bisher.
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