Thunder-Fire-Moxibustion: 89,1% Wirksamkeit gegen Übelkeit in Schwangerschaft
09.06.2026 - 20:19:55 | boerse-global.de
Mehrere aktuelle Studien liefern dafür die wissenschaftliche Evidenz.
Systematische Reviews bestätigen den Effekt
Ein umfassender systematischer Review von Jin B et al. aus dem Jahr 2024 wertete 24 randomisierte kontrollierte Studien mit 2.390 Teilnehmerinnen aus. Die Kombination von Akupunktur und westlicher Medizin senkte den PUQE-Score (Pregnancy-Unique Quantification of Emesis) signifikant. Auch die Rate unwirksamer Behandlungen reduzierte sich deutlich.
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Eine weitere Analyse von Hu Y et al., ebenfalls 2024 veröffentlicht, stützte diese Befunde. Sie berücksichtigte 21 RCTs mit 2.392 Patientinnen. Akupunktur und Moxibustion erwiesen sich als überlegen gegenüber den Kontrollgruppen. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse traten im Vergleich zu Standardtherapien nicht häufiger auf.
Thunder-Fire-Moxibustion liegt vorn
Eine Netzwerk-Meta-Analyse von Liu H et al. verglich Anfang 2025 verschiedene TCM-Methoden direkt miteinander. Die Untersuchung von 38 RCTs mit 1.164 Patientinnen nutzte das SUCRA-Ranking zur Bestimmung der Wirksamkeit:
- Thunder-Fire-Moxibustion: 89,1 Prozent – Spitzenwert
- Ingwer-Moxibustion: 74,2 Prozent
- Akupressur: 70,3 Prozent
Die Kombination aus spezifischen Akupunkturpunkten und westlicher Medizin erzielte eine Gesamtwirksamkeit von 84,7 Prozent. Bei der Verbesserung der Lebensqualität wies die traditionelle Akupunktur den größten messbaren Nutzen auf. Auch Zhang S et al. bestätigten diese positiven Tendenzen in einer Publikation von 2025.
Krankenkassen ziehen teilweise mit
Die wachsende Evidenz zeigt sich vereinzelt im Leistungskatalog deutscher Krankenkassen. Die AOK PLUS übernimmt bereits die Kosten für Akupunktur zur Geburtsvorbereitung ab der 36. Schwangerschaftswoche. Das deutet auf eine beginnende Integration komplementärmedizinischer Verfahren in die Regelversorgung hin.
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Alternativen: Mirtazapin und Bitterstoffe
Parallel zur TCM-Forschung werden konventionelle Therapien für schwere Fälle von Hyperemesis gravidarum weiter validiert. Im Juni 2026 verglich die VOMIT Investigation Group unter Anne Ostenfeld Mirtazapin mit Ondansetron – ebenfalls gemessen am PUQE-Score über 24 Stunden.
Eine Studie aus Evolution, Medicine, and Public Health assoziierte höhere Zytokin-Level mit stärkerer Übelkeit. Die Autoren vermuten eine biologische Anpassung zum Schutz des Fötus. Fachleute wie Nélio Veiga Junior und Corival Castro mahnten jedoch zur Vorsicht – die Stichprobengröße von 58 probandinnen reiche für gesicherte Kausalaussagen nicht aus.
Das Leibniz-Institut der TU München lieferte im Frühjahr 2026 neue Erkenntnisse zur Wirkung von Bitterstoffen. Eine Kombination aus neun Pflanzen – darunter Wacholder und Schafgarbe – stimulierte die Magensäureproduktion am stärksten. Enzian oder Löwenzahn zeigten eine schwächere Wirkung. Diese Forschung könnte künftig die diätetische Beratung bei Magen-Darm-Beschwerden in der Schwangerschaft unterstützen.
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