Therapieresistenz, Vagusnervstimulation

Therapieresistenz: Vagusnervstimulation hilft 80% der Depressiven

Veröffentlicht: 06.07.2026 um 23:31 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Kritik an Antidepressiva wächst: Studien zeigen Langzeitrisiken wie Demenz. Vagusnervstimulation und Koffein-L-Theanin als vielversprechende Alternativen.

Antidepressiva-Kritik: Neue Studien zu Risiken und Alternativen
Eine Hand hält eine kleine, weisse Pille, im Hintergrund verschwommenes medizinisches Gerät. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Doch die Kritik an der langfristigen Wirksamkeit und den Folgeschäden wird lauter.

Depression: Mehr als nur ein chemisches Ungleichgewicht?

Die Psychiaterin Joanna Moncrieff vom University College London stellt die gängige Lehrmeinung infrage. Für sie sind Depressionen keine rein biochemische Störung, sondern eine Reaktion auf Lebensumstände. Besonders in die Kritik geraten selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). Organisationen wie „Mad in Deutschland“ fordern mehr Aufklärung über mögliche Folgeschäden – darunter Akathisie, eine schmerzhafte Unruhe, oder post-SSRI-bedingte sexuelle Dysfunktionen (PSSD).

Die Grenzen der Standardtherapie sind offensichtlich: Rund 30 Prozent der Betroffenen sprechen weder auf Medikamente noch auf Psychotherapie an. Eine vielversprechende Alternative bei therapieresistenten Depressionen könnte die implantierte Vagusnervstimulation (VNS) sein. Die RECOVER-Studie aus den USA mit fast 500 Teilnehmenden zeigte nach zwölf Monaten bei 69 Prozent eine deutliche Verbesserung. Nach 24 Monaten lag dieser Wert sogar bei 80 Prozent.

Langzeitrisiken: Wenn Medikamente das Gehirn angreifen

Doch nicht nur Antidepressiva stehen in der Kritik. Eine im Juni 2026 in „Nature Metabolism“ veröffentlichte Studie mit 66.000 Probanden zeigt: Eine Dauertherapie mit Protonenpumpenhemmern (PPI) – verschrieben gegen Sodbrennen – kann das Demenzrisiko um 44 Prozent erhöhen. Bei älteren Patienten stieg das Risiko für kognitive Beeinträchtigungen um 47 Prozent.

Als mögliches Präventionsmittel gegen Demenz wird Lithium diskutiert. Eine Harvard-Studie aus August 2025 fand niedrigere Lithiumwerte in den Gehirnen von Menschen mit kognitiven Einschränkungen. Doch Vorsicht: Lithium kann Nierenschäden und Schilddrüsenunterfunktionen verursachen. Eine Pilotstudie mit 40 Teilnehmenden konnte keine signifikante Wirkung belegen. Der Verkauf von Lithium-Nahrungsergänzungsmitteln ist in der EU verboten.

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Rund 30% der Depressiven sprechen auf Standardtherapie nicht an. Die RECOVER-Studie zeigt: Nach 24 Monaten Vagusnervstimulation verbessern sich 80% der Betroffenen deutlich. Dieser kostenlose Report erklärt die Alternative. Jetzt Report anfordern

ADHS: Neue Theorie, alternative Wirkstoffe

Der Neurobiologe Mohammad Dawood Rahimi von der FU Berlin schlägt ein neues Modell für ADHS vor: „Energy Deficit Hyperactivity Disorder“ (EDHD). Der Fokus liegt auf einer instabilen Energieversorgung des Gehirns, dem Glukosestoffwechsel und der Mitochondrienfunktion.

Auch bei der Behandlung zeichnen sich Alternativen ab. Eine im Mai 2026 in „Nutritional Neuroscience“ veröffentlichte Studie aus Sri Lanka untersuchte eine Kombination aus Koffein und L-Theanin bei 21 Jugendlichen. Ergebnis: Die Verbesserung der selektiven Aufmerksamkeit erreichte fast die Effektstärke von Methylphenidat.

Umwelt und Regulierung: PFAS in Medikamenten

Neben der klinischen Wirksamkeit rückt die Chemie der Arzneimittel in den Fokus. Ein Gutachten der Universität Freiburg im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) ergab: Für 87 Prozent der Humanarzneimittel, die Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) enthalten, gibt es bereits PFAS-freie Alternativen. Über 80 Prozent dieser Wirkstoffe zerfallen zu fortpflanzungsgefährdender Trifluoressigsäure (TFA). Das UBA plant einen Arzneimittelindex mit Ampelsystem. Auf EU-Ebene wird eine Bewertung der Beschränkungsvorschläge bis Ende 2026 erwartet, ein Gesetzesentwurf für 2027.

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Antidepressiva können Langzeitrisiken wie PSSD oder ein erhöhtes Demenzrisiko bergen. Wer nach schonenden Alternativen sucht, findet im Report die wichtigsten Fakten zur Vagusnervstimulation – evidenzbasiert und verständlich. Alternativen entdecken

KI als erste Anlaufstelle?

Technologie verändert den Zugang zu psychischer Unterstützung. Rund 18 Prozent der US-College-Studierenden nutzen KI-Tools für psychische Gesundheit. Bei Personen mit schweren Depressionen liegt der Anteil doppelt so hoch. Experten warnen jedoch: Solche Anwendungen ersetzen keine professionelle Diagnose oder Therapie.

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