Thailand, Cannabis-Verkauf

Thailand: Cannabis-Verkauf soll künftig Rezept und Arzt vor Ort erfordern

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Thailands Kabinett hat eine Gesetzesvorlage gebilligt, die Cannabis auf Medizin und Forschung begrenzen soll; Parlament und Senat müssen noch zustimmen.

Thailand billigt strengere Cannabisregeln mit Klinikpflicht und Rezept
Ein modernes, steriles Gewächshaus für medizinische Pflanzen in einer ländlichen thailändischen Landschaft. Illustration mit AI erstellt.

Das thailändische Kabinett hat den Entwurf für ein neues Cannabis-Kontrollgesetz gebilligt. Wie Medien am 22. September 2026 berichteten, sieht die Gesetzesinitiative vor, die Nutzung von Cannabis künftig strikt auf medizinische Behandlungen und wissenschaftliche Forschung zu beschränken. Der reine Freizeitkonsum wird damit ausdrücklich ausgeschlossen.

Das Gesetzesvorhaben markiert den dritten Anlauf zur gesetzlichen Neuregelung seit der anfänglichen Entkriminalisierung im Juni 2022 unter dem damaligen Gesundheitsminister Anutin Charnvirakul, der inzwischen das Amt des Premierministers bekleidet. Bevor die neuen Bestimmungen rechtskräftig werden, müssen sie noch das Repräsentantenhaus sowie den Senat passieren.

Strengere Vorgaben für den Fachhandel

Im Mittelpunkt des Gesetzentwurfs steht eine grundlegende Neuordnung des Vertriebsnetzes. Bestehende Verkaufsstellen, deren Genehmigungen schrittweise auslaufen, dürfen ihren Betrieb künftig nur fortführen, wenn sie sich in medizinisch überwachte Cannabis-Kliniken umwandeln.

Eine Verlängerung der Dreijahreslizenzen wird daran gekoppelt, dass medizinisches Fachpersonal dauerhaft vor Ort anwesend ist. Die Abgabe von Cannabisblüten erfolgt ausschließlich zu Heilzwecken und erfordert ein ärztlich unterzeichnetes Rezept.

Gesundheitsminister Pattana Promphat schätzt, dass von den landesweit rund 11.000 registrierten Verkaufsstellen nach einer dreijährigen Übergangsphase lediglich etwa 2.000 Betriebe die verschärften Klinik-Anforderungen erfüllen werden.

Mehr als die Hälfte der bestehenden Geschäfte steht vor einer grundlegenden Umstellung. Die regulären Lizenzen laufen gestaffelt aus: Für das Jahr 2026 rechnet die Regierung mit dem Auslaufen von circa 5.000 bis 6.000 Lizenzen, gefolgt von 4.000 bis 5.000 im Jahr 2027 sowie rund 1.000 Genehmigungen im Jahr 2028.

Registrierung, Aufsicht und Kontrollmechanismen

Für Anbau, Weiterverarbeitung, Import, Export sowie den regulären Verkauf schreibt der Gesetzentwurf dreijährige Lizenzen vor, die durch den Generaldirektor des Amts für Traditionelle und Alternative Medizin vergeben werden. Der Handel mit Wurzeln, Stängeln, Ästen, Blättern und Samen bleibt hingegen lizenzfrei.

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Das Kabinett hat den Entwurf des neuen Cannabis-Kontrollgesetzes gebilligt: Verkauf nur noch zu medizinischen Zwecken, mit Arzt vor Ort und ärztlich unterschriebenem Rezept. Für Betreiber, deren Lizenzen gestaffelt auslaufen, entscheidet sich jetzt, wer den Übergang in ein klinisches Modell schafft. Unser kostenloser Report zeigt die Umstellungsschritte und den Zeitplan der Lizenzverlängerung. Strategie-Report zur Klinik-Umstellung anfordern

Anbauflächen müssen je nach Dimension als klein, mittel oder groß registriert werden, um die lückenlose Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten. Zudem werden standardisierte Qualitätskontrollen für Blüten und Extrakte eingeführt.

Ein neu einzuroutendes nationales Komitee unter dem Vorsitz des Gesundheitsministers soll die strategische Steuerung übernehmen, wobei der Generaldirektor des Amts für Traditionelle und Alternative Medizin als Mitglied und Sekretär fungiert.

Die Behörden erfassen bereits über 10.000 Geschäfte und Anbaubetriebe auf der digitalen Plattform MC-GIS. Laut Angaben von Minister Pattana entspricht dies mehr als 95 Prozent der registrierten Standorte; Verkaufsstellen ohne entsprechenden Eintrag gelten als mutmaßlich illegal.

Schutzvorschriften und behördliche Durchsetzung

Bereits seit Juni 2025 gilt unter dem damaligen Gesundheitsminister Somsak Thepsuthin eine Rezeptpflicht per ministerieller Verordnung, wonach Cannabisblüten als kontrolliertes Kräuterprodukt eingestuft sind und Verordnungen auf maximal 30 Tage begrenzt bleiben.

Der Gesetzentwurf bekräftigt das Abgabeverbot an Personen unter 20 Jahren, Schwangere und Stillende sowie Verbote für Standorte in der Nähe von Tempeln, Bildungseinrichtungen, Wohnheimen, Parks und Zoos. Werbung und Verkaufsförderung für Blüten, Extrakte und Zubehör bleiben untersagt.

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Von landesweit rund 11.000 registrierten Verkaufsstellen dürften nach Einschätzung des Gesundheitsministers nur etwa 2.000 die verschärften Klinik-Auflagen erfüllen. Wer nicht im staatlichen Register steht, gilt als mutmaßlich illegal — in Phuket wurden bereits Lizenzen widerrufen und suspendiert. Unser kostenloser Compliance-Leitfaden führt Sie durch die MC-GIS-Registrierung und die neuen Qualitätskontrollen. Compliance-Leitfaden jetzt anfordern

Verstöße gegen Vorschriften bei Produktion, Import, Export oder Verkauf sollen mit Geld- und Haftstrafen geahndet werden, während für Konsumenten bei missbräuchlicher Nutzung reine Geldstrafen vorgesehen sind.

Die Kontrollen wurden bereits vor dem Kabinettsbeschluss intensiviert: Seit Oktober 2025 überprüften Inspektionsteams über 1.300 Einrichtungen, was zu 40 Verfahren führte. In der Provinz Phuket wurden Anfang September 2026 zudem 35 Lizenzen widerrufen und 112 suspendiert.

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