Texas reguliert Robotaxis ab sofort: Lizenzpflicht für autonome Fahrzeuge
21.06.2026 - 23:28:28 | boerse-global.de
Nach mehreren Vorfällen mit Robotaxis, die Rettungskräfte behinderten, zieht Texas die Zügel an. Ab dem 21. Juni 2026 benötigen Betreiber von autonomen Fahrzeugen der Stufen 4 und 5 eine spezielle Lizenz.
Der Bundesstaat verlangt zudem detaillierte Notfallpläne, die bei der texanischen Kraftfahrzeugbehörde eingereicht werden müssen. Auslöser waren gleich mehrere spektakuläre Zwischenfälle. Im Mai 2026 blockierte ein autonomes Fahrzeug in Dallas die Feuerwehr für drei Minuten – während eines tödlichen Gasexplosions-Einsatzes. Nur zwei Monate zuvor hatte ein Waymo-Fahrzeug in Austin einen Rettungswagen aufgehalten, die Polizei musste das Auto zur Seite schieben.
Die neuen Vorschriften schreiben konkrete Protokolle vor: Wie werden Fahrzeuge im Notfall identifiziert, deaktiviert und geborgen? Ein öffentliches Beschwerdeportal wurde eingerichtet, die Betreiber müssen detaillierte Sicherheitsaufzeichnungen führen. Die Behörden dürfen den Betrieb einschränken oder ganz untersagen, wenn ein Anbieter als Sicherheitsrisiko gilt.
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Waymo ruft fast gesamte Flotte zurück
Nur einen Tag vor Inkrafttreten der neuen Regeln kündigte Waymo einen massiven Rückruf an. 3.871 Fahrzeuge – nahezu die gesamte fünfte Generation der Flotte – sind betroffen. Grund: Softwarefehler schickten die Robotaxis immer wieder in aktive Autobahnbaustellen.
Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA stellte fest, dass die Software gelegentlich andere Gefahren im Straßenverkehr über temporäre Baustellenmarkierungen priorisierte. Zwischen April und Mai 2026 registrierte Waymo 13 solcher Vorfälle in Phoenix und San Francisco. Verletzte gab es keine, dennoch hat das Unternehmen den Autobahnbetrieb in mehreren Märkten – darunter Los Angeles und Miami – ausgesetzt. Ein Over-the-Air-Update soll Abhilfe schaffen.
Es ist bereits der sechste Rückruf für Waymo. Erst im Mai 2026 mussten 3.791 Fahrzeuge in die Werkstatt – damals hatte ein Softwarefehler ein Auto in eine überflutete Straße in San Antonio gesteuert. Trotz der Probleme expandiert das Unternehmen weiter. Am 3. Juni 2026 brachte Waymo das neue Modell „Ojai" auf den Markt und ist inzwischen in elf US-Märkten aktiv.
Bundesbehörden nehmen Tesla ins Visier
Auch auf Bundesebene wächst der Druck. Die NHTSA ermittelt gegen 2,88 Millionen Tesla-Fahrzeuge. Der Vorwurf: Das „Full Self-Driving"-System (FSD) missachtet rote Ampeln und verursacht Unfälle. Eine separate Untersuchung prüft, wie Teslas Technologie mit schlechten Sichtverhältnissen wie Nebel und blendender Sonne umgeht. Auslöser war ein tödlicher Unfall mit einem Model 3 in Katy, Texas, im Juni 2026.
Bereits im Februar 2026 hatten Tesla und Waymo in einer Senatsanhörung einheitliche nationale Regeln gefordert. Derzeit herrscht ein Flickenteppich aus unterschiedlichen Landesgesetzen. Kritiker im Senat bemängelten zudem, dass Waymo für seine neue Plattform auf chinesische Geely-Fahrzeuge setzt. Auch Teslas Marketing für seine Fahrerassistenzsysteme stand in der Kritik.
Die regulatorischen und technischen Probleme haben Folgen für die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der „Road to Autonomy Index" vom 21. Juni 2026 sieht Chinas Baidu Apollo Go weltweit an der Spitze des Robotaxi-Sektors – noch vor Waymo.
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New York bleibt hartnäckige Bastion
Während Texas und andere Staaten Regeln formalisieren, bleiben manche Regionen strikt dagegen. In New York City blockiert das Bürgermeisteramt gemeinsam mit den Transportgewerkschaften Waymos Betrieb. Zwar besaß das Unternehmen eine Testgenehmigung für acht Fahrzeuge, doch diese lief am 31. März 2026 aus – ohne Aussicht auf Kommerzialisierung. Gouverneurin Hochul hatte bereits im Januar 2026 einen Gesetzesvorschlag für Robotaxis zurückgezogen, nachdem die Taxi-Lobby massiv protestiert hatte.
Waymo selbst hält unbeirrt an seiner Sicherheitsbilanz fest. Die Technik sei deutlich sicherer als menschliche Fahrer, so die Konzernführung. Eigene Daten zeigen, dass Waymo-Fahrzeuge in 13-mal weniger schwere Unfälle verwickelt sind. Aktuell vermittelt das Unternehmen mehr als 500.000 Fahrten pro Woche in seinen aktiven Servicegebieten.
