Texas, KI-Datenzentren

Texas KI-Datenzentren: 38 Anlagen installieren 2.100 Diesel-Generatoren

Veröffentlicht: 12.07.2026 um 16:14 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Texas erwägt Bauverbot für KI-Datenzentren in Wohngebieten. Kritik an Umweltfolgen und Wasserverbrauch wächst.

Texas vs. Datenzentren: Machtkampf um KI-Infrastruktur eskaliert
Großes, modernes Rechenzentrum in ländlicher texanischer Landschaft, dezenter Hinweis auf die texanische Flagge, unter dramatischem Himmel. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Im Zentrum steht die rasante Expansion von KI-Datenzentren – mit enormen Folgen für das Stromnetz, die Umwelt und die Rechte von Grundstückseigentümern. Die Fronten verhärten sich, und immer lauter werden Rufe nach einem Eingreifen des Gesetzgebers.

Notstand im Lone Star State: Sondersitzung gefordert

Texas Landwirtschaftsminister Sid Miller schlägt Alarm. Er fordert Gouverneur Greg Abbott auf, eine Sondersitzung des Parlaments einzuberufen, um endlich klare Regeln für den Bau von Datenzentren zu schaffen. Millers Begründung: Der Netzbetreiber ERCOT bereite derzeit die sogenannte „Batch Zero"-Genehmigung für eine Vielzahl ausgereifter Projekte vor – ein Schritt, der bereits im Frühjahr 2027 erfolgen könnte. „Dann ist die Entwicklung kaum noch aufzuhalten", warnt Miller. Nötig sei sofortiges Handeln, um die Ressourcen des Staates zu schützen.

Gouverneur Abbott selbst hat inzwischen einen Kurswechsel signalisiert. Er spricht sich dafür aus, KI-Datenzentren in ländlichen Wohngebieten grundsätzlich zu verbieten. Unterstützung erhält er von der republikanischen Abgeordneten Shelley Luther, die die Anlagen als „Schandfleck" bezeichnet, der die Rechte lokaler Grundbesitzer verletze. Doch die Front verläuft quer durch die eigene Partei: Wayne Christian von der Texas Railroad Commission – einer einflussreichen Aufsichtsbehörde – lehnt ein pauschales Verbot für ländliche Gebiete ab.

Schlupflöcher bei Genehmigungen und explodierende Emissionen

Ein zentraler Streitpunkt sind die sogenannten „Minor Air Permits". Diese Genehmigungen, eigentlich für kleine Betriebe wie Reinigungen gedacht, erlauben es Entwicklern, den Bau von Kraftwerken auf dem Gelände der Datenzentren massiv zu beschleunigen. Die öffentliche Anhörung und die übliche Umweltprüfung für Großprojekte entfallen.

Seit 2024 haben rund 38 Datenzentren auf diesem Weg über 2.100 Diesel-Notstromaggregate installiert. Die Analyse geplanter Projekte zeigt: Neun künftige Gaskraftwerke, die direkt mit Datenzentren verbunden sind, könnten jährlich mehr als 130 Millionen Tonnen Treibhausgase ausstoßen. Besonders umstritten ist der 1.100 Hektar große „Stargate"-Campus in Abilene, der mit OpenAI in Verbindung gebracht wird. Das Gelände umfasst ein 360-Megawatt-Gaskraftwerk und Dutzende Dieselgeneratoren – nur 500 Meter von Wohnhäusern entfernt.

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Wasserverbrauch und lokaler Widerstand

Auch der Ressourcenverbrauch treibt die Politiker um. Der Abgeordnete Trey Martinez Fischer wies darauf hin, dass zwei Datenzentren in San Antonio allein im Jahr 2024 hunderte Millionen Gallonen Wasser verbraucht haben. ERCOT verwaltet derzeit 225 Anträge auf Großanschlüsse – rund 70 Prozent davon stammen von Datenzentren. Zwar prognostiziert der Netzbetreiber, dass sich der Energiebedarf bis 2030 vervierfachen könnte, doch ein Teil dieser Prognosen beruht möglicherweise auf spekulativen Anfragen.

Die Kommunen reagieren zunehmend eigenmächtig. San Marcos hat als erste texanische Stadt ein vollständiges Verbot von Datenzentren erlassen. Austin County hat eine öffentliche Anhörung für den 13. Juli 2026 angesetzt, um über ein Moratorium für Datenzentren und Batteriespeicher zu diskutieren. Andere Gemeinden erleben dagegen heftigen Gegenwind: Hill County musste sein eigenes Moratorium nach einer Klage über 100 Millionen Dollar aufheben.

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Angesichts der wachsenden Spannungen hat Gouverneur Abbott die Public Utility Commission und ERCOT angewiesen, Rahmenbedingungen zu entwickeln. Diese sollen sicherstellen, dass die Datenzentren ihre eigenen Infrastruktur- und Netzkosten tragen und gleichzeitig wassereffiziente Technologien einsetzen. Ob dies reicht, um den Konflikt zu entschärfen, bleibt fraglich.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

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