Tesla-Roboterhand, Motor

Tesla-Roboterhand: Ein Motor bewegt mehrere Fingergelenke per Sehnenkabel

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 21:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Motor soll mehrere Fingergelenke bewegen; das US-Patentverfahren ist nach Einwänden der Prüfer weiterhin offen.
Präzisionsmechanische Bauteile aus Metall wie Kabel, Federn und Gelenke in einer industriellen Werkstattumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Das US-Patent- und Markenamt USPTO hat am 5. November 2026 eine Patentanmeldung von Tesla für eine unteraktuierte Roboterhand mit kabelgetriebenen Fingern veröffentlicht. Das Dokument mit der Publikationsnummer US 2026/0346473 A1 beschreibt ein System, bei dem ein einzelner Motor über ein sehnenartiges Kabel mehrere Fingergelenke gleichzeitig ansteuert.

Mit diesem mechanischen Ansatz soll die Bewegungsweise menschlicher Muskeln und Sehnen nachgebildet werden, anstatt jedes einzelne Gelenk mit einem separaten Antrieb auszustatten.

Sehnenprinzip nach menschlichem Vorbild

Den technischen Zeichnungen und Beschreibungen zufolge verfügt jeder Finger der Konstruktion über zwei gelenkige Abschnitte. Ein Aktuator zieht ein sehnenartiges Kabel entlang beider Segmente. Das verdickte Ende des Kabels sitzt lose in der Fingerspitze und greift erst bei einer Zugbewegung an einer Kante an, um den Finger zu krümmen.

Um die Bewegung zu steuern und Verschleiß zu minimieren, integriert das Konzept mehrere mechanische und elektronische Komponenten:
- Torsionsfedern an den Gelenken sorgen für Rückstellkräfte.
- Hall-Effekt-Sensoren in Kombination mit Magneten erfassen kontinuierlich die jeweiligen Gelenkwinkel.
- Eine speziell gekrümmte Oberfläche gewährleistet einen sanfteren Radius bei der Kabelführung, um Kabelbrüche im Dauerbetrieb zu verhindern.

Obwohl die beigefügten Patentzeichnungen eine humanoide Figur darstellen, erwähnt der Anmeldetext den humanoiden Roboter Optimus nicht namentlich. Auch konkrete Leistungsdaten zur Greifkraft oder zur rechnerischen Lebensdauer der Kabel fehlen in der Schrift, womit die Einreichung kein verbindliches Produktversprechen darstellt.

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Prüfer-Einwände und Herausforderungen in der Hardware

Das Verfahren zur Erteilung des Schutzrechts ist noch nicht abgeschlossen. Am 27. Oktober 2026 hatten Prüfer des Patentamts Einwände gegen die Ansprüche der Anmeldung erhoben, was in diesem Stadium des US-Prüfungsverfahrens ein regulärer Zwischenschritt ist.

Die Komplexität greifender Extremitäten gilt in der Robotik seit Langem als Knackpunkt. Am 21. Oktober 2026 bezeichnete Optimus-Chef Laskaris die Entwicklung der Hand als eine der schwierigsten Hardware-Disziplinen überhaupt. Frühere Iterationen der Tesla-Hand erreichten Ende 2023 in der zweiten Generation 11 Freiheitsgrade, während für eine neuere Hand im Jahr 2024 laut Berichten 22 Freiheitsgrade verzeichnet wurden.

Produktionspläne und Skalierung im Werk Fremont

Die Konstruktion bildet einen zentralen Baustein für die geplante Automatisierung des Konzerns. Der humanoide Roboter Optimus wird im kalifornischen Werk Fremont produziert, wo bereits ein Großteil einer Fertigungslinie installiert ist, die für rund eine Million Einheiten pro Jahr ausgelegt werden soll.

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Bis zu hohen Stückzahlen bleibt die Fertigung jedoch anspruchsvoll. Unternehmenschef Elon Musk zufolge benötigt allein das Erreichen einer Wochenproduktion von 20.000 Einheiten mindestens ein Jahr. Lieferungen an externe Unternehmen sind voraussichtlich für Ende 2027 zu erwarten.

Derzeit gibt es für Optimus noch kein offizielles Startdatum, keinen Bestellprozess und keine Möglichkeit zur Anzahlung. Auch der in der Öffentlichkeit häufig genannte Preis von rund 20.000 US-Dollar gilt bisher nicht als offiziell bestätigt.

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