Tesla Roadster fliegt in Waco mit Raketendüsen über Autos
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 05:04 Uhr | dpa, AD HOC NEWSRoadster-Daten und Reservierungsbedingungen
- Tesla zeigte den Roadster in Waco mit Kaltgas-Triebwerken bei einer Seitenrolle über geparkte Fahrzeuge.
- Die «Rocket»-Variante soll nur auf Einladung zugänglich sein und ist im öffentlichen Straßenverkehr nicht zum Fliegen zugelassen.
- Für die Düsen-Version werden 250.000 Euro reserviert; die Zahl der geplanten Fahrzeuge blieb offen.
Tesla zeigt Roadster mit Raketendüsen
Tesla hat in Waco im US-Bundesstaat Texas einen Sportwagen vorgestellt, der dank Kaltgas-Triebwerken kurze Entfernungen fliegend zurücklegen kann. Bei der Präsentation flog der Roadster mit einer Seitenrolle über geparkte Tesla-Modelle, während Firmenchef Elon Musk den Produktionsstart für 2028 ankündigte.
Reservierung kostet 250.000 Euro
Ein endgültiger Preis wurde nicht genannt. Für die Roadster-Version mit Düsen werden zur Reservierung zunächst 5.000 Euro und binnen zehn Tagen weitere 245.000 Euro fällig; Tesla weist auf seiner Website nur für den ersten Betrag ausdrücklich auf eine vollständige Rückerstattung hin.
Bei der Präsentation beschleunigte der Wagen aus dem Stand auf 60 Meilen pro Stunde, also knapp 96,6 Kilometer pro Stunde, in 0,81 Sekunden. Das Produktionsmodell solle noch schneller werden, kündigte Musk an.
Flugfunktion bleibt eingeschränkt
Die «Rocket»-Variante mit zusätzlichen Düsen soll nach Angaben auf der Tesla-Website nur auf Einladung zugänglich sein. Flüge seien im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen; außerdem könne die Ausführung möglicherweise nicht in allen Regionen angeboten werden.
Wie viele Fahrzeuge Tesla mit Kaltgas-Triebwerken bauen will, blieb offen. Für die «Performance»-Version ohne Düsen müssen insgesamt 50.000 Euro reserviert werden; in den USA gelten dieselben Beträge in Dollar.
Saugsystem für alle Roadster
Alle Roadster sollen ein Saugsystem erhalten, das die Straßenhaftung verbessert. Bei der Präsentation hielt dieses System den Wagen kopfüber auf einer Rampe.
Verbindung zu SpaceX
Musk führt neben Tesla auch das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Tesla solle sich künftig stärker auf autonomes Fahren und humanoide Roboter konzentrieren; der Roadster werde das letzte Tesla-Fahrzeug sein, das noch von Menschen gefahren werde, sagte Musk.
Rivalen und Experten äußern Zweifel an Teslas Ansatz für autonomes Fahren, bei dem Musk ausschließlich Kameras einsetzen und auf Laser-Radar verzichten will. Den Prototyp des Roadsters hatte Musk bereits 2017 gezeigt und damals einen Produktionsstart für 2020 angekündigt.
Der vorgestellte Roadster verbindet zwei Geschäftsfelder von Elon Musk: Teslas Elektroauto-Technik und die Antriebskompetenz von SpaceX. Kaltgas-Triebwerke können kurzzeitig Schub erzeugen, ersetzen aber weder einen regulären Flugzeug- noch einen alltagstauglichen Fahrzeugantrieb.
Für Käufer ist entscheidend, dass die Flugfunktion nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen ist. Tesla beschreibt die «Rocket»-Ausführung zudem als Einladungsversion und schränkt ihre mögliche Verfügbarkeit regional ein. Damit bleibt der praktische Nutzen im Alltag begrenzt; der Roadster dient vor allem als Technologieträger und Demonstrationsobjekt.
Zwischen Versprechen und Serienfertigung
Die angekündigte Produktion im Jahr 2028 liegt deutlich hinter Musks ursprünglicher Roadster-Ankündigung von 2017, die einen Produktionsstart 2020 in Aussicht gestellt hatte. Offen sind weiterhin die Stückzahl, der endgültige Preis und die technischen sowie rechtlichen Bedingungen für die Düsenvariante.
Auch die Reservierungssumme macht das Projekt außergewöhnlich: Für die «Rocket»-Version werden insgesamt 250.000 Euro verlangt, obwohl ein endgültiger Kaufpreis nicht genannt wurde. Für Interessenten entsteht damit ein erheblicher finanzieller Vorlauf, während zentrale Angaben zur Serienproduktion noch fehlen.
Bedeutung für Tesla
Der Auftritt passt zu Teslas stärkerer Ausrichtung auf autonomes Fahren und Robotik. Zugleich bleibt die Umsetzung dieser Strategie an technische Zulassungen, Sicherheitsanforderungen und die tatsächliche Serienreife gebunden. Für den Automarkt ist der Roadster deshalb vorerst weniger ein Massenmodell als ein öffentlichkeitswirksamer Beleg für Teslas Anspruch, besonders leistungsfähige Elektrofahrzeuge zu entwickeln.
