Tesla Optimus Gen 3: 1000 Roboter arbeiten bereits in Fabriken
22.06.2026 - 03:18:09 | boerse-global.de
Tesla hat einen Meilenstein in der Robotik erreicht: Über 1000 humanoide Roboter der dritten Generation arbeiten bereits in den eigenen Fabriken. Der Konzern baut dafür sogar bestehende Autoproduktionslinien um.
Der Elektroautopionier aus Texas macht ernst mit seiner „Physical AI“-Strategie. Am 21. Juni bestätigte Konzernchef Elon Musk den erfolgreichen Tape-Out des neuen AI5-Chips – ein zentraler Baustein für die Steuerung der Optimus-Roboter. Gleichzeitig sind bereits mehr als 1000 Einheiten der dritten Generation in Teslas Werken in Fremont und Texas im Einsatz, wo sie selbstständig Batteriezellen sortieren und Teile kommissionieren.
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Optimus Gen 3: 22 Freiheitsgrade für die Hände
Die technischen Daten der neuen Robotergeneration können sich sehen lassen. Die Hände des Optimus Gen 3 verfügen über 22 Freiheitsgrade – doppelt so viele wie beim Vorgänger. Möglich macht das ein System aus 25 Aktuatoren mit sehnenähnlichem Antrieb im Unterarm. Die Folge: Der Roboter kann mehr als 3000 verschiedene Aufgaben ausführen, ein gewaltiger Sprung von den 500 Aufgaben der zweiten Generation.
Der AI5-Chip, der die Intelligenz liefert, bietet die fünffache Datenbandbreite früherer Versionen. Die Massenproduktion ist für 2027 geplant. Schon jetzt arbeiten die Entwickler an den Nachfolgern AI6 und dem Dojo 3-Supercomputer.
Vom Auto zum Roboter: Fabrik-Umbau in vollem Gange
Tesla stellt seine Produktion radikal um. Am 9. Mai 2026 liefen die letzten Model S und Model X im Werk Fremont vom Band. Die frei gewordene Linie wird nun für die Optimus-Fertigung umgerüstet – mit einer potenziellen Kapazität von einer Million Einheiten pro Jahr. Parallel dazu hat der Bau einer eigenen Optimus-Fabrik in Gigafactory Texas begonnen.
Das ehrgeizige Ziel: Bis Ende 2026 sollen 50.000 Roboter in Teslas Flotte arbeiten. Noch in diesem Jahr will das Unternehmen die ersten B2B-Verkäufe tätigen.
Milliarden-Investitionen in die Zukunft
Die Kosten für diesen Wandel sind enorm. Tesla hat seine Investitionsausgaben für 2026 auf 25 Milliarden Euro (25 Milliarden US-Dollar) erhöht – fünf Milliarden mehr als ursprünglich geplant. Das Geld fließt in den Umbau in Fremont, die neue Roboterfabrik in Texas und eine 3-Milliarden-Euro-Halbleiterfabrik.
Noch größer ist das „Terafab“-Gemeinschaftsprojekt mit SpaceX und xAI. Für 20 bis 25 Milliarden Euro sollen dort jährlich bis zu 200 Milliarden KI- und Speicherchips in 2-Nanometer-Technologie produziert werden.
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Musk bremst Erwartungen – trotz Fortschritten
Trotz der beeindruckenden Zahlen warnte Musk in der jüngsten Telefonkonferenz vor überzogenen Erwartungen. Der Produktionshochlauf für Optimus und das Cybercab werde sehr langsam vonstattengehen. Mehr als 10.000 einzigartige Probleme müssten für die Massenfertigung gelöst werden. Nennenswerte Umsätze aus diesen Programmen seien frühestens 2027 zu erwarten.
Wettbewerb schläft nicht
Während Tesla auf interne Tests und vertikale Integration setzt, hat Konkurrent Figure AI bereits einen kommerziellen Fuß in der Tür. In einer Partnerschaft mit BMW haben Figure-02-Roboter im Werk Spartanburg bereits 1250 Betriebsstunden absolviert und 90.000 Blechteile mit hoher Präzision bewegt.
Teslas langfristiges Ziel für Optimus: Der Preis pro Einheit soll unter 20.000 Euro fallen, um eine breite industrielle Nutzung zu ermöglichen. Analysten der UBS haben die Tesla-Aktie jüngst von „Verkaufen“ auf „Neutral“ hochgestuft – mit der Begründung, dass Physical AI die Risiken im Elektroautomarkt ausgleichen könnte.
