Tesla Optimus: 96 GB Speicher sollen den Weg zur Massenfertigung ebnen
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 17:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Tesla passt die technische Ausstattung seines humanoiden Roboters Optimus an, um Engpässe in den globalen Lieferketten zu umgehen. Wie Tesla-Chef Elon Musk am 1. Oktober 2026 auf der Plattform X mitteilte, sei eine Kürzung des Arbeitsspeichers der einzige Weg gewesen, um ausreichende Stückzahlen für die geplante Massenfertigung zu sichern. Der Schritt verdeutlicht, wie stark die Verfügbarkeit von Halbleitern die Skalierungspläne der Robotikbranche beeinflusst.
Technische Anpassungen am AI5- und AI6-Chip
Nach den ursprünglichen Angaben vom 1. Oktober sollte der Arbeitsspeicher des kommenden AI5-Chips von 144 GB auf 72 GB LP5 halbiert werden. Für die nachfolgende Generation AI6 kündigte Musk eine Reduktion um ein Drittel auf 144 GB LP6 an.
Weniger als 24 Stunden später, am 2. Oktober 2026, korrigierte Musk die Spezifikation für den AI5-Chip jedoch nach oben: Die Kapazität werde nun auf 96 GB LPDDR5 festgelegt. Dies solle verhindern, dass Tesla der einzige Abnehmer für die Mindestdichte-Variante des LP5-Speichers bleibe. Damit liegt der AI5-Speicher nun ein Drittel unter dem ursprünglichen Design.
Die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit stufte Musk als vernachlässigbar ein. Der limitierende Faktor sei nicht die reine Speicherkapazität, sondern die Bandbreite, welche unverändert bleibe. Zudem sichere der integrierte On-Chip-SRAM die Rechenleistung ab.
Ein einzelner AI5-Chip liefere nach Unternehmensangaben das Fünffache der Rechenleistung eines vollständigen Zwei-Chip-Systems der AI4-Generation. Der Tape-out des AI5 fand im April 2026 statt; Samsung hat im Werk Taylor im US-Bundesstaat Texas die Testproduktion aufgenommen, während die Massenfertigung für 2027 erwartet wird.
Zuspitzung auf dem globalen Halbleitermarkt
Hintergrund der Designanpassung sind spürbare Engpässe auf dem DRAM-Markt, wo autonome Fahrzeuge, Rechenzentren für Grafikprozessoren, KI-Geräte und Roboter um knappe Produktionskapazitäten bei LPDDR5 und LPDDR6 konkurrieren. Als betroffener Zulieferer gilt unter anderem Micron.
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Dessen Vorstandschef Sanjay Mehrotra hatte am 30. September 2026 in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen gewarnt, humanoide Roboter könnten perspektivisch mehr als 200 GB RAM und mehrere Terabyte Speicherplatz pro Einheit benötigen. Microns Finanzchef Mark Murphy betonte, es gebe derzeit keine Sicht darauf, wann der Speichermangel nachlassen werde.
Bei einer Bestückung von 96 GB pro Roboter würde eine Jahresproduktion von einer Million Optimus-Einheiten rund 96 Petabyte LPDDR5 binden. Demgegenüber wird die gesamte weltweite DRAM-Produktion für 2026 auf rund 150 bis 180 Milliarden GB geschätzt. Analysten von TrendForce warnen bereits vor Nachfrageausfällen in der Industrie, sollten speichersparende Architekturen zum allgemeinen Standard werden.
Ambitionierte Produktionsziele bei Tesla
Tesla setzt darauf, rasch hohe Stückzahlen auszuliefern, anstatt auf vollumfängliche Spezifikationen zu warten. Eine erste Großbestellung über rund 5.000 Optimus-Einheiten wurde bereits platziert.
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Langfristig strebt das Unternehmen eine Jahresproduktion von einer Million Einheiten am Standort Fremont an, während die Gigafactory in Texas ab 2027 eine Kapazität von zehn Millionen Einheiten jährlich erreichen soll.
Bei einer Fertigung von einer Million Robotern pro Jahr sollen die Stückkosten nach Angaben von Musk auf 20.000 bis 25.000 US-Dollar sinken. Um die expansive Fertigungsstrategie abzusichern, sicherte sich Tesla kürzlich neue Kreditfazilitäten im Gesamtvolumen von 30 Milliarden US-Dollar.
